OpenAI hat am Montag Unterlagen für einen Börsengang bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Experten rechnen mit dem IPO im September, das Unternehmen will offenbar eine Bewertung von einer Billion Dollar erzielen.
Will mit Konkurrent Anthropic Schritt halten: OpenAI-Chef Sam Altman
Foto: Kylie Cooper / REUTERSDas Trio der erwarteten Mega-Börsengänge von Techunternehmen ist komplett: Auch der ChatGPT-Erfinder OpenAI hat nun eine Aktienplatzierung beantragt. Das Unternehmen machte zunächst keine Angaben zum Volumen oder den Bedingungen des geplanten Börsengangs. Auch ein genauer Zeitplan stehe bislang nicht fest, teilte OpenAI am Montag (Ortszeit) mit. Es könne noch eine Weile dauern, da einige Vorhaben als privates Unternehmen einfacher umzusetzen seien, hieß es in einer Erklärung.
OpenAI hatte Anfang des Jahres 110 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 840 Milliarden Dollar von namhaften Investoren wie SoftBank, Amazon und Nvidia erhalten. Das Unternehmen hatte zudem seine Partnerschaft mit dem frühen Investor Microsoft neu verhandelt, was Kooperationen mit anderen Firmen wie Amazon und der Google-Mutter Alphabet ermöglichte. Der Windows-Hersteller hatte seit 2019 insgesamt 13 Milliarden Dollar in OpenAI investiert. OpenAI erklärte im März, einen monatlichen Umsatz von zwei Milliarden Dollar zu erzielen. ChatGPT hatte zu diesem Zeitpunkt wöchentlich mehr als 900 Millionen aktive Nutzer. Anthropic schloss zuletzt eine Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 900 Milliarden Dollar ab.
OpenAI wurde 2015 als gemeinnützige Forschungsorganisation gegründet, rief jedoch vier Jahre später einen gewinnorientierten Zweig ins Leben, um die enormen Entwicklungskosten für künstliche Intelligenz (KI) zu decken. Das Unternehmen kündigte nach internen Turbulenzen und der vorübergehenden Absetzung von Chef Sam Altman (41) Ende 2023 im Dezember 2024 den Umbau in eine gemeinwohlorientierte Gesellschaft („Public Benefit Corporation“) an. Dies stieß auf scharfe Kritik des frühen Unterstützers und Milliardärs Elon Musk (54), der OpenAI verklagte. Eine US-Geschworenenjury wies die Klage im Mai jedoch ab. Dies räumte nach Einschätzung von Analysten ein wichtiges rechtliches Hindernis für den Börsengang aus.
Musks Weltraumfirma SpaceX dürfte dagegen bereits am kommenden Freitag an der Börse starten – und strebt dabei aus dem Stand eine Bewertung von fast 1,8 Billionen Dollar an (rund 1,56 Billionen Euro). Mit angestrebten Einnahmen von rund 75 Milliarden Dollar soll es der bisher größte Börsengang überhaupt werden. Mit einem Umsatz von weniger als 19 Milliarden Dollar und roten Zahlen im vergangenen Jahr wirkt die angepeilte Bewertung außergewöhnlich hoch. Doch SpaceX erklärt sie mit dem Versprechen zukünftiger Erfolge.
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