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Volkswagens Milliarden-Deal: Everllence geht an Bain und nicht EQT

Дата публикации: 25-06-2026 05:31:00

Im Poker um die Perle des VW-Konzerns setzt sich der US-Finanzinvestor Bain Capital durch und übernimmt eine knappe Mehrheit an Everllence. Bei der Abstimmung über die Gebote sollen sich die Verteter der Porsche SE enthalten haben.

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Der wochenlange Bieterwettstreit um die Volkswagen-Dieselmotorentochter Everllence hat ein Ende. Der US-Finanzinvestor Bain Capital setzte sich letztlich im ​Rennen um die Mehrheit an dem Augsburger Unternehmen durch, wie Europas größter Autobauer in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. VW-Chef Oliver Blume (58) sagte, Everllence habe sich in den vergangenen Jahren zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Mit ‌dem Verkauf könne sich Volkswagen nun noch stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Die beiden anderen Bieter haben damit das Nachsehen. Neben Bain hat sich auch der Finanzinvestor CVC sowie ein Konsortium um die schwedische EQT um Everllence bemüht, zu dem Insidern zufolge neben dem VW-Aktionär Katar auch die Holding der Volkswagen-Eigentümerfamilien Porsche und Piech gehörte.

Volkswagen erlöst 7,4 Milliarden Euro

Bain übernimmt die knappe Mehrheit an Everllence. Volkswagen behält 49 Prozent der Anteile an der Dieselmotorentochter und erklärte, mittelfristig wichtiger Anteilseigner bleiben zu wollen. Finanziert wird der Kauf durch Schulden, die dem Unternehmen aufgelastet werden. Der Abschluss der Transaktion wird bis ​zum Jahresende angestrebt.

Den Erlös bezifferte Volkswagen auf 7,4 Milliarden Euro: Er setzt sich zusammen aus den Einnahmen durch den Verkauf des Anteils von 51 Prozent sowie der Neubewertung des ⁠Unternehmens im Rahmen der ⁠Transaktion und der erwarteten Verschuldung nach Abschluss der Leveraged-Buy-out Transaktion. Ende Mai hatte Volkswagen Everllence mit einer Bewertung von rund 3,4 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Insider hatten zuletzt den Wert des Unternehmens auf rund 8,5 Milliarden Euro beziffert.

CFO Antlitz sieht Volkswagen gestärkt durch den Deal

Wie das Geld ausgegeben werden soll, will Volkswagen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Finanzchef Arno Antlitz (56) sagte, ‌die VW-Aktionäre könnten in mehrfacher Hinsicht von der Transaktion profitieren: zum einen durch die gestärkte Substanz von Volkswagen, zum anderen ​durch die Teilhabe an dem ‌künftigen Wert- und Wachstumspotenzial von Everllence.

Für den Autobauer kommt das zusätzliche Geld gelegen. Volkswagen leidet unter der Krise auf dem chinesischen Automarkt und den Zöllen von US-Präsident Donald Trump (80). Blume will dem Aufsichtsrat noch vor der Sommerpause sein Konzept für einen weitreichenden Umbau des Unternehmens präsentieren. Dazu gehört auch ein weiterer Kapazitätsabbau: In Deutschland sollen demnach die Kapazitäten für weitere 500.000 Autos jährlich wegfallen. Bis 2030 will Blume die Rendite des Konzerns auf acht ‌bis zehn Prozent steigern, für das laufende Jahr liegt die Zielmarke mit vier bis 5,5 Prozent bei gerade einmal der Hälfte davon.

Bain will deutsche Standorte bis Ende 2030 erhalten

Everllence mit Sitz in Augsburg ist Marktführer bei großen Schiffsmotoren und verspricht sich zusätzliche Wachstumschancen im Geschäft mit Generatoren für KI-Rechenzentren. Das Unternehmen erwirtschaftet mit rund 16.000 ‌Mitarbeitern einen Erlös von rund 4,9 Milliarden Euro jährlich. Bain sicherte im Rahmen ​der Transaktion zu, die deutschen Standorte mindestens bis Ende 2030 zu erhalten und ‌betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen.

Offerten in geschlossenen Umschlägen

Der Prozess hatte für viel Aufsehen gesorgt, vor allem wegen der Beteiligung der Porsche SE. ‌Volkswagen entschied sich für einen komplexen Verkaufsprozess, ​bei dem die Bieter ihre finalen Offerten in geschlossenen Umschlägen einreichten, die dann hinter verschlossenen Türen vom Vorstand geöffnet wurden. Direkt im Anschluss hatte der Aufsichtsrat das Sagen, wer den Zuschlag erhält.

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Um Interessenkonflikten ​aus dem Weg zu gehen, enthielten sich bei der Abstimmung im VW-Aufsichtsrat die fünf Vertreter der ⁠Porsche SE und des VW-Großaktionärs Katar. Das betraf auch VW-Aufsichtsratschef ​Hans ​Dieter Pötsch (75), der die Spitzenposition bei der Porsche SE innehat. Weil Susanne Wiegand sich am Tag vor der Hauptversammlung überraschend dazu entschloss, ihren Aufsichtsratsposten abzugeben, fehlte ein weiterer Vertreter der Kapitalseite. Damit hatten die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium die Mehrheit.

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