Der Dax schließt im Minus. Aktien von Volkswagen müssen nach einer gesenkten Gewinnprognose deutliche Verluste hinnehmen. Die US-Börsen zeigen sich uneinheitlich. Die On-Aktie steigt durch eine Partnerschaft mit Fußballstar Mbappé.
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Foto: Westend61 / Getty ImagesDer Dax ist am sogenannten großen Verfallstag eingeknickt. An diesem Freitag liefen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus, was immer wieder für größere Kursschwankungen sorgt. Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten und der Öl- und Gasversorgung bleiben die Anleger vorsichtig, nicht zuletzt weil der Ölpreis weiter auf hohem Niveau notiert. Angesichts der damit auch weiterhin hohen Inflationsgefahr legten zudem an den Anleihemärkten die Renditen wieder zu, was Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren benachteiligt.
Der Dax schloss 1,60 Prozent tiefer bei 25.304 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit für den deutschen Leitindex ein Minus von 1,03 Prozent.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Freitag um 1,16 Prozent auf 31.083 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 1,37 Prozent auf 6236 Punkte ein.
Marktteilnehmern zufolge richtet sich das Augenmerk der Anleger bereits auf die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern an diesem Wochenende. Das schlimmste Szenario für Bundeskanzler Friedrich Merz (70; CDU) wäre der Verlust des Berliner Oberbürgermeisteramtes und/oder das Verfehlen der 5-Prozent-Hürde in Mecklenburg-Vorpommern, hieß es.
Als spezifischen Belastungsfaktor für den Dax nannte Analyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets aktuelle deutsche Inflationsdaten. Der Anstieg der Erzeugerpreise beschleunigte sich im August stärker als erwartet. Damit verdichteten sich die Hinweise auf einen wieder zunehmenden Preisdruck in Deutschland.
Am Dax-Ende knickten die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) um 5,6 Prozent ein, nachdem der Autobauer seine Gewinnprognose deutlich gesenkt hatte. Als Gründe nannte das Management eine Abschreibung auf den Firmenwert der Sportwagentochter Porsche AG in Milliardenhöhe, schwache China-Geschäfte und den teuren Konzernumbau. Im Sog büßten die ebenfalls im Dax gelisteten Papiere der Branchenkollegen BMW, Continental und Mercedes-Benz bis zu 4,8 Prozent ein. Im MDax verloren die Anteilsscheine der Porsche AG 3,3 Prozent,
Die Aktien von Infineon standen mit einem Kursplus von 2,7 Prozent an der Dax-Spitze. Die Investmentbank Oddo BHF hatte die Anteilsscheine des Halbleiterkonzerns hochgestuft. Mittlerweile ließen sich die Aussichten auf eine hervorragende Geschäftsdynamik des Unternehmens im Jahr 2027 kaum noch ignorieren, betonte Analyst Stephane Houri.
Auch andere Werte aus dem Halbleitersektor setzten ihre Erholung fort, nachdem Anfang der Woche noch die Sorge dominiert hatte, dass der KI-Ausbau überhandnimmt und Sicherheitsrisiken mit sich bringt. Zuletzt gab es aber beruhigende Stimmen, dass dies eher mehr Rechenleistung erforderlich macht als weniger. Dies wirkte sich am Freitag dann auch stützend auf die Aktien der deutschen Chip-Branchenausrüster Jenoptik, Suss Microtec sowie Aixtron aus.
Besonders deutlich legten zu Wochenschluss die Siltronic-Papiere mit plus 10,5 Prozent auf knapp 77 Euro zu. Sie profitierten davon, dass die Schweizer Großbank UBS ihnen mit einem 120-Euro-Ziel noch viel Potenzial zutraut, obwohl der Kurs in diesem Jahr schon um mehr als die Hälfte zugelegt hat.
Wall Street uneinheitlichDie US-Börsen haben am Freitag zunächst keine gemeinsame Richtung gefunden. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,1 Prozent nach auf 51.704 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 trat bei 7641 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 26.520 Punkte.
Mit Blick auf die US-Notenbank Fed, die am Mittwoch erstmals seit Mitte 2023 den Leitzins erhöht hatte, stellt sich laut Analysten die Frage, ob die Zinsen nun längere Zeit steigen. In ihrem Zinsausblick signalisierten die Währungshüter, dass sie die Zügel noch ein weiteres Mal anzuziehen gedenken, bevor sie im kommenden Jahr womöglich in den Wartemodus schalten.
Eine Partnerschaft mit dem französischen Fußballstar Kylian Mbappé (27) gab den Aktien des Sportartikelherstellers On Auftrieb. Die in den USA notierten Papiere des Schweizer Unternehmens, zu dessen Investoren Tennisstar Roger Federer (45) gehört, legten 2 Prozent zu. On hat nach eigenen Angaben für seinen Einstieg in den Fußballmarkt Mbappé verpflichtet. Der Franzose beendet damit seine langjährige Partnerschaft mit Nike. Die Aktien des US-Branchenriesen gaben 0,4 Prozent nach.
Der Hexensabbat, der große Verfallstag an den Börsen, könnte zudem am Freitag für teilweise deutliche Kursausschläge sorgen. Im Tagesverlauf verfallen Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien. Anleger versuchen, die Preise der Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen.
Zinsschritt in Japan stützt NikkeiDie asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag dank einer Erholung bei Technologiewerten und leicht sinkender Ölpreise Gewinne verzeichnet. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,4 Prozent auf 65.018 Punkte zu, während der breiter gefasste Topix 0,8 Prozent niedriger bei 4094 Zählern notierte. In China gewann die Börse Shanghai 0,8 Prozent auf 3904 Stellen.
Im Mittelpunkt des Interesses stand die Bank of Japan (BOJ), die ihren Leitzins wie erwartet auf ein 31-Jahres-Hoch von 1,25 Prozent anhob, um ein Überschießen der Inflation zu verhindern. „Entscheidend für die Märkte ist nicht nur, ob die BOJ die Zinsen anhebt, sondern auch, wie sie dies tut und wie Gouverneur Kazuo Ueda den weiteren Weg kommuniziert“, sagte Währungsstratege Michael Wan von MUFG. An der Börse in Tokio griffen Anleger bei KI- und Chip-Werten zu. So kletterten die Papiere des Technologieinvestors SoftBank um 5 Prozent.
Ölpreise setzen Abwärtstrend fortTrotz der unklaren Lage im Konflikt im Nahen Osten sind die Ölpreise den dritten Tag in Folge gefallen. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich am Freitag um mehr als ein Prozent auf 103,29 beziehungsweise 100,76 Dollar je Fass.
Seit Dienstag haben die Notierungen um jeweils rund viereinhalb Prozent nachgegeben. „Die jüngsten Bemühungen zur Wiederherstellung der saudiarabischen Exportkapazitäten haben die unmittelbaren Versorgungsängste etwas gemildert“, sagte Priyanka Sachdeva, Leiterin der Marktanalysen bei Phillip Nova.
Anfang der Woche waren die Ölpreise auf ein Vier-Monats-Hoch gestiegen, da Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz im Roten Meer das Öl-Geschäft belasteten. Zudem musste Saudi-Arabien einige Lieferungen nach Europa stornieren, nachdem die wichtige Ost-West-Pipeline bei einem Drohnenangriff beschädigt worden war. Die Pipeline verläuft quer über die Arabische Halbinsel und diente zuletzt als Hauptroute für Öl aus dem Nahen Osten, da die Straße von Hormus im Zuge wegen des Iran-Krieges weitgehend blockiert ist. Berichte über alternative Lieferwege für Ölexporte aus Saudi-Arabien entspannten die Situation zuletzt wieder etwas.
Mit Nachrichtenagenturen
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