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Warum tägliches Hufauskratzen beim Pferd so wichtig ist

Дата публикации: 06-09-2026 14:00:00

Es ist eine kleine Aufgabe mit großem Effekt: tägliches Hufauskratzen. Lassen Reiter es schleifen, drohen schwere Folgen für das Pferd.

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Stand: 11.09.2026, 04:45 Uhr

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Nahaufnahme einer Reiterin, die die Hufe ihres Pferdes auskratzt.

Das Auskratzen der Hufe beim Pferd mag lästig sein, beugt aber vielen Hufkrankheiten vor. © Addictive Stock/Imago

Es ist eine kleine Aufgabe mit großem Effekt: tägliches Hufauskratzen. Lassen Reiter es schleifen, drohen schwere Folgen für das Pferd.

Das tägliche Hufauskratzen beim Pferd sollte für Reiter zur Routine gehören. Allerdings nehmen es nicht alle damit so genau. Der Mist fällt schon von alleine ab, lautet ein häufiges Argument. Das ist jedoch nur bedingt der Fall. So kann im Huf ein Milieu entstehen, in dem sich Fäulnisbakterien pudelwohl fühlen. Die Folge: Strahlfäule.

Fäulnis im Pferdehuf mit schweren Folgen

Viele Pferde leiden unter Strahlfäule, einige auch unbemerkt. Dabei handelt es sich um einen Zersetzungsprozess im Huf, der Strahl, Sohle, Hufwand und -ballen betreffen kann. Schlimmstenfalls wird der Strahl dadurch komplett zerstört. Auch schmerzhafte Lederhautentzündungen können so entstehen.

Die dafür verantwortlichen Fäulnisbakterien fühlen sich besonders in sauerstoffarmen, feuchtwarmen Umgebungen wohl und vermehren sich dort rasant. Sie kommen überall im Umfeld des Pferdes vor und sind auch im Kot enthalten. Daher ist sorgfältiges Abäppeln von Weiden und Paddocks sowie gründliches Misten der Ställe wichtig – auch weil Ammoniak den Huf zusätzlich schädigt und Hufkrankheiten wie Strahlfäule begünstigt. Dauerhafte Feuchtigkeit weicht den Huf auf und macht ihn anfällig. Mauke entsteht ebenfalls durch Bakterien und Feuchtigkeit.

Trotzdem lässt sich kaum verhindern, dass diese Bakterien im Huf landen und sich mit Erde, Sand und Mist dort festsetzen. Vernachlässigen Reiter das Hufauskratzen oder sind dabei nicht gründlich genug, können die Bakterien ungehindert arbeiten und das Horn des Strahls Stück für Stück zersetzen. Das können Sie tun, wenn Ihr Pferd die Hufe nicht geben mag.

Strahlfäule beim Pferd kann sogar Lahmheitsursache sein

Dass faulige Prozesse im Huf im Gange sind, fällt zuerst durch einen üblen, muffigen Geruch auf sowie durch schwarze, schmierige Beläge in den Strahlfurchen, wie die Deutsche Huforthopädische Gesellschaft (DHG) auf ihrer Webseite schreibt. Der Strahl ist weich und die Strahlfurchen sind tief. Manchmal lösen sich sogar Teile des Strahls. Für das Pferd ist das schmerzhaft – schließlich lastet viel Gewicht auf dem Huf und entsprechend auf dem Strahl. Beim Auskratzen der Hufe reagieren sie oft empfindlich. Strahlfäule kann in schweren Fällen sogar dazu führen, dass betroffene Pferde lahmen.

Darum ist tägliches Hufauskratzen wichtig:

✅ Kontrolle des Hufs auf Fremdkörper oder mögliche Verletzungen
✅ Vorbeugen von Strahlfäule
✅ Pflege des Hufs
✅ Kontrolle auf Schmerzempfindlichkeit
✅ Kontrolle des Beschlags, falls vorhanden

Die Behandlung erfolgt laut der Tierärztlichen Klinik für Pferde am Sorpesee zunächst durch eine gründliche Reinigung des Hufs. Befallenes Horn wird sorgfältig von einer Fachperson weggeschnitten und der Huf im Nachgang desinfiziert. Die Behandlung mit Jodoformäther oder Kupfersulfat gilt mittlerweile als überholt, da beides das Hufhorn stark austrocknet, wie die DHG schreibt. Besonders wichtig ist, dass die Haltungsbedingungen und die Stallhygiene optimiert werden, damit das Pferd in Zukunft nicht wieder erkrankt.

Hufauskratzen auch nach dem Training wichtig

Doch nicht nur Strahlfäule ist eine Folge von mangelnder Hufpflege. Das tägliche Auskratzen dient auch der Kontrolle. Eingetretene Steinchen oder Fremdkörper können, wenn sie im Huf bleiben, Schmerzen, Entzündungen und sogar Hufgeschwüre auslösen. Daher sollten Reiter auch nach dem Training oder dem Ausritt die Hufe ihres Pferdes sorgfältig kontrollieren. So bleiben Pferdehufe auch im Winter gesund.

Steinchen in der weißen Linie sind häufig besonders hartnäckig. Sie sollten vorsichtig mit einem Hufkratzer gelöst werden. Bleiben solche Fremdkörper länger in der weißen Linie, können sie bestehende Schäden verschlimmern und das Ablösen des Hufhorns begünstigen. Außerdem können sich in solchen Bereichen leichter Bakterien und andere Mikroorganismen vermehren. Bei stärkeren Schäden kann sich die Hufwand ablösen oder ausbrechen. Hufauskratzen bleibt somit für das Pferd eine der wichtigsten täglichen Pflegemaßnahmen, um den Huf gesund zu halten und das Wohlbefinden des Pferdes zu steigern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum ist tägliches Hufauskratzen beim Pferd so wichtig?
Tägliches Hufauskratzen entfernt Schmutz, Steine, Mist und Feuchtigkeit aus dem Huf. Dadurch können Verletzungen, Fremdkörper oder Auffälligkeiten frühzeitig erkannt werden. Besonders wichtig ist die Reinigung der Strahlfurchen, da sich dort leicht Bakterien und Pilze ansiedeln können. Regelmäßiges Auskratzen trägt somit wesentlich zur Gesundheit und Stabilität der Hufe bei.

Was ist Strahlfäule?
Strahlfäule ist eine Erkrankung des Hufstrahls, bei der sich das Strahlhorn zersetzt und unangenehm riecht. Sie wird meist durch Bakterien verursacht, die sich in feuchtem, verschmutztem Hufmilieu vermehren. Betroffen ist häufig der Bereich der Strahlfurchen. Unbehandelt kann die Erkrankung schmerzhaft werden und das Pferd beim Laufen beeinträchtigen.

Wie entsteht Strahlfäule?
Strahlfäule entsteht vorwiegend durch dauerhaft feuchte, verschmutzte oder schlecht gepflegte Hufe. Stehen Pferde häufig auf nassem Untergrund, Mist oder Urin, können sich schädliche Bakterien leichter vermehren. Auch tiefe Strahlfurchen, wenig Bewegung oder eine ungünstige Hufstellung sollen die Entstehung begünstigen. Regelmäßige Reinigung hilft, das Risiko deutlich zu verringern.

Wie wird Strahlfäule behandelt?
Bei Strahlfäule müssen die Hufe zunächst gründlich gereinigt und trocken gehalten werden. Abgestorbenes oder faules Horn sollte gegebenenfalls von einer Fachperson entfernt werden. Anschließend werden geeignete Mittel gegen die verursachenden Keime eingesetzt. Wichtig sind außerdem saubere, trockene Stallbedingungen und regelmäßige Hufpflege. Bei starken oder hartnäckigen Fällen sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Welche Krankheiten lassen sich durch regelmäßige Hufpflege vorbeugen?
Regelmäßige Hufpflege kann verschiedenen Hufproblemen vorbeugen oder deren Risiko verringern. Dazu gehören Strahlfäule, Hufabszesse, Druckstellen, Risse und Verletzungen durch eingetretene Fremdkörper. Auch Fehlstellungen und daraus entstehende Belastungsprobleme lassen sich durch fachgerechtes Ausschneiden und Beschlagen reduzieren. Eine gute Hufpflege unterstützt deshalb die gesamte Bewegung und Gesundheit des Pferdes.

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