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Gericht macht Google für falsche KI-Aussagen verantwortlich

Дата публикации: 22-07-2026 12:42:00

Googles KI-Übersichten liefern Millionen Menschen täglich Antworten. Ein aktuelles Urteil stärkt nun die Rechte Betroffener bei falschen Aussagen deutlich.

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Googles KI-Übersichten liefern Millionen Menschen täglich Antworten. Ein aktuelles Urteil stärkt nun die Rechte Betroffener bei falschen Aussagen deutlich.

Wer bei Google etwas sucht, bekommt seit einiger Zeit ganz oben oft eine fertige Antwort. Google nennt sie KI-Übersicht, auf Englisch AI Overview. Sie ist bequem, schnell und wirkt verlässlich.

Doch was passiert, wenn diese automatisch erzeugte Zusammenfassung schlicht falsch ist und Menschen oder Firmen zu Unrecht in ein schlechtes Licht rückt? Das Landgericht München I hat darauf eine klare Antwort gegeben: Dann kann Google nach Auffassung des Gerichts dafür verantwortlich sein.

Hermann Sauer ist IT-Sicherheitsexperte engagiert sich seit über 20 Jahren für Datenschutz und Online-Anonymität. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.

Zwei Verlage zu Unrecht als unseriös dargestellt

Geklagt hatten zwei Münchner Verlage. In Googles KI-Übersicht wurden sie fälschlich mit Abofallen, Betrugsmaschen und unseriösen Geschäftspraktiken in Verbindung gebracht. Die Software hatte offenbar Angaben über ganz andere, tatsächlich fragwürdige Firmen mit den unbescholtenen Verlagen vermischt.

Besonders brisant: Nach Feststellung des Gerichts enthielt die Zusammenfassung sogar Aussagen, die in den verlinkten Quellen gar nicht vorkamen. Die KI hatte sie also selbst formuliert.

Warum das Gericht Google verantwortlich sieht

Mit einer einstweiligen Verfügung vom 28. Mai 2026 (Aktenzeichen 26 O 869/26) untersagte das Landgericht München I die konkreten Falschaussagen. Für jeden Verstoß gegen dieses Verbot droht Google laut Gericht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Außerdem muss der Konzern 80 Prozent der Verfahrenskosten tragen.

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Der Kern der Begründung: Eine KI-Übersicht ist nach Ansicht der Richter keine neutrale Liste von Links mehr, sondern eine eigenständige Aussage von Google. Die künstliche Intelligenz fasse Ergebnisse in eigenen Worten und nach eigener Struktur zusammen und bewerte sie. Für Nutzerinnen und Nutzer entstehe so der Eindruck einer geprüften Information, die von Google selbst stammt. Und weil der Konzern die KI selbst eingeführt habe, müsse er sich ihre Ergebnisse auch zurechnen lassen.

Damit greift nach Ansicht des Gerichts auch das sonst übliche Haftungsprivileg für Suchmaschinen nicht. Wer nur fremde Inhalte auflistet und weiterleitet, haftet in der Regel nicht für deren Wahrheitsgehalt. Eine generative KI gehe aber, so das Gericht, weit über das bloße Übermitteln und Auflisten hinaus. Nach Auffassung des Gerichts ist Google deshalb für diese konkreten Aussagen unmittelbar verantwortlich.

Das Argument „Nutzer können ja selbst prüfen“ zählt nicht

Google hatte unter anderem eingewandt, die Menschen könnten die Angaben ja selbst nachprüfen. Dieses Argument ließ das Gericht nicht gelten. Die bloße Möglichkeit, eine Aussage durch weitere Recherche zu widerlegen, entlaste grundsätzlich nicht von der Haftung. Wer eine in sich verständliche Zusammenfassung ohne Warnhinweis präsentiere, könne die Verantwortung nicht einfach auf die Leser abwälzen.

Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich um eine einstweilige Verfügung, also um eine Eilentscheidung. Über die Hauptsache ist damit noch nicht entschieden. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Google bezeichnete sie als nicht final und kündigte an, sie sorgfältig zu prüfen. Dem Konzern steht der Rechtsweg offen.

Auch inhaltlich hat die Entscheidung Grenzen. Google haftet nach dieser Linie nicht automatisch für alles, was seine KI ausgibt. Entscheidend ist, dass die Software eigenständige, unzutreffende Tatsachenbehauptungen aufstellt. Bündelt sie vorhandene Quellen dagegen korrekt, liegt der Fall anders.

Was das für Millionen Nutzer bedeutet

Für die vielen Menschen in Deutschland, die täglich googeln, ist die Entscheidung dennoch bedeutsam. KI-Übersichten erscheinen inzwischen bei einem großen Teil der Suchanfragen, und sie sind nicht unfehlbar. Unabhängige Tests und Medienberichte dokumentierten wiederholt fehlerhafte Antworten der Funktion. Bei der riesigen Zahl an Suchanfragen summieren sich selbst seltene Fehler zu vielen falschen Antworten. Und manche davon können den Ruf oder das Geschäft echter Menschen und Unternehmen beschädigen.

Wer selbst zu Unrecht in einer KI-Übersicht auftaucht, muss das nicht hinnehmen. Betroffene können die Darstellung zunächst bei Google beanstanden und deren Löschung verlangen. Führt das nicht zum Ziel, zeigt der Münchner Fall, dass auch der Weg vor ein Gericht Erfolg haben kann.

Das Urteil könnte den Umgang mit KI dauerhaft verändern

Der Fall reiht sich in eine größere Debatte ein: Wer trägt die Verantwortung, wenn Maschinen im Namen von Unternehmen sprechen? Schon 2024 entschied eine Schlichtungsstelle in Kanada, dass Air Canada für eine falsche Auskunft seines Chatbots einstehen muss.

Die Münchner Richter setzen diese Linie nun für KI-Antworten in der Websuche fort. Die Entscheidung deutet darauf hin, dass Unternehmen sich jedenfalls in solchen Fällen nicht ohne Weiteres auf die Eigenständigkeit ihrer KI berufen können.

Sollte die Entscheidung Bestand haben, könnte der Druck auf Google wachsen, seine KI-Übersichten sorgfältiger zu gestalten. Sollte sich diese Rechtsprechung durchsetzen, könnte das den Schutz Betroffener vor falschen KI-Aussagen stärken.

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Классификация: Происшествия. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 13.85. Источник: rss.focus.de.