Auf Mallorca steht eine neue Demonstration gegen den Massentourismus an: Am 20. September will die Bürgerbewegung "Plataforma contra la Ampliación del Aeropuerto" um 18 Uhr gegen die Erweiterung des Flughafens von Palma auf die Straße gehen. Die Organisatoren fordern weniger Passagiere, weniger Flugverkehr und ein Ende der touristischen Werbung für Mallorca.
Auf Mallorca steht eine neue Demonstration gegen den Massentourismus an: Am 20. September will die Bürgerbewegung "Plataforma contra la Ampliación del Aeropuerto" um 18 Uhr gegen die Erweiterung des Flughafens von Palma auf die Straße gehen. Die Organisatoren fordern weniger Passagiere, weniger Flugverkehr und ein Ende der touristischen Werbung für Mallorca.
Vorgesehen ist die Kundgebung vor dem Sitz der spanischen Zentralregierung in Palma. Zeitgleich sind Proteste in Barcelona und auf Ibiza geplant. Sie richten sich gegen die Pläne zur Entwicklung der spanischen Flughäfen für die Jahre 2027 bis 2031, die noch vor dem 30. September entgültig verabschiedet werden sollen.
Nach Berechnungen der Gegner sind für die drei Flughäfen der Balearen Investitionen von insgesamt rund einer Milliarde Euro vorgesehen. Davon sollen 622 Millionen Euro auf Palma, 229,7 Millionen auf Ibiza und 170 Millionen auf Menorca entfallen.

Die Verantwortlichen der Bürgerplattform gegen den Ausbau des Flughafens auf Mallorca / Plataforma contra la Ampliación del Aeropuerto
Immer größer, immer mehrDie Bürgerplattform verweist außerdem auf Prognosen zur Entwicklung der Passagierzahlen. Palmas Flughafen Son Sant Joan soll demnach von 33,8 Millionen Fluggästen im Jahr 2025 auf 35,7 Millionen im Jahr 2031 wachsen. Das entspräche einem Plus von 5,6 Prozent. Für Ibiza wird ein Anstieg von 9,1 auf zehn Millionen Passagiere erwartet, für Menorca von 4,2 auf knapp 4,6 Millionen.
Die Gegner befürchten dadurch eine weitere Steigerung der Kapazitäten der Flughäfen. Sie verlangen deshalb, die geplanten Maßnahmen zu stoppen sowie den Flugverkehr und die Passagierzahlen zu reduzieren.
Die beteiligten Gruppen machen neben der linken spanischen Zentralregierung auch die konservative balearische Landesregierung für das Wachstum des Flugverkehrs verantwortlich. Sie kritisieren deren Tourismuswerbung sowie die Einrichtung neuer Verbindungen. Als Beispiele nennen sie die Strecken zwischen Palma und Kanada sowie Palma und Abu Dhabi.
Im Juli zählte der Flughafen von Palma 4,6 Millionen Passagiere. Das waren 2,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei der Demonstration wollen die Veranstalter zudem die Verabschiedung eines Gesetzes zur gemeinsamen Verwaltung der Flughäfen im spanischen Parlament fordern.
Kritik an PrivatjetsEin weiterer Schwerpunkt der Proteste ist die Privatfliegerei. Nach Angaben der Plattform wurden bis Ende August dieses Jahres 17.644 Flüge mit Privatjets an den drei Flughäfen der Balearen registriert. Die daraus entstandenen Emissionen beziffert sie auf rund 102.000 Tonnen. Nach Darstellung der Organisatoren entfällt derzeit auf Mallorca jeder 15. Flug auf einen Privatjet.
Zu den weiteren Forderungen gehört auch ein Nachtflugverbot zwischen 23 und 6 Uhr.
Die Demonstration wird von 13 Organisationen unterstützt. Dazu gehören unter anderem der Verband der Nachbarschaftsvereine von Palma, Mallorcas größte Umweltschutzorganisation GOB, die Umweltaktivisten von Terraferida, sowie Fridays For Future Mallorca, Greenpeace Illes Balears, die Bildungsgewerkschaft STEI Intersindical, die Initiatoren der Großdemos gegen den Massentourisums von Menys Turisme, Més Vida und der lokale Zusammenschluss Son Bonet Pulmó Verd.
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