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Aalener Theodor-Heuss-Gymnasium bekommt eine gründliche Kur für Millionen

Дата публикации: 30-09-2026 10:00:00

Zwei Geschosse werden bis auf den Rohbau zurückgebaut. Was am THG geplant ist, was das kostet und warum im AUST auch über Hitze diskutiert wird.

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Stand: 30.09.2026, 12:00 Uhr

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Die Südfassade des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Aalen. Hinter ihr werden die beiden Obergeschosse bis auf den Rohbau zurückgebaut und grundlegend saniert. Auch die Fenster werden ausgetauscht.

Die Südfassade des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Aalen. Hinter ihr werden die beiden Obergeschosse bis auf den Rohbau zurückgebaut und grundlegend saniert. Auch die Fenster werden ausgetauscht. © Oliver Giers

Zwei Geschosse werden bis auf den Rohbau zurückgebaut. Was am THG geplant ist, was das kostet und warum im AUST auch über Hitze diskutiert wird.

Aalen. Wer das Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) noch aus der eigenen Schulzeit kennt, dürfte wie der OB und mancher Stadtrat bei einem Blick hinter die Kulissen einiges wiedererkennen: alte Aufkleber, veraltete Technik, ein Verbindungssteg, der seine besten Zeiten hinter sich hat. Thomas Wagenblast (CDU) entdeckte beim 30-jährigen Abiturjubiläum sogar noch manches, was er aus seiner Schulzeit kannte. Jetzt wird das Gebäude gründlich auf den Kopf gestellt: Zwei Geschosse werden im ersten Bauabschnitt bis auf den Rohbau zurückgebaut und komplett erneuert. Knapp sechs Millionen Euro kostet die Generalsanierung.

Fokus auf Fachklassenräume

Hochbauamtsleiterin Ulrike Holl zeigte im Ausschuss für Umwelt, Technik und Stadtentwicklung, kurz AUST, was sich hinter der knapp sechs Millionen Euro teuren Investition verbirgt. Im dritten Obergeschoss werden die naturwissenschaftlichen Fächer gebündelt: drei Räume für Biologie, drei für Physik und zwei für Chemie, dazu die jeweiligen Vorbereitungs- und Sammlungsräume. Im zweiten Obergeschoss sind drei Kunsträume mit Vorbereitungsraum und Brennofen-Nebenraum vorgesehen. Der Informatikraum soll aus der Rosa Villa ins Hauptgebäude ziehen – der dort bestehende NWT-Raum soll bleiben. Auch die angrenzenden Klassenzimmer werden saniert. „Wir haben gesagt, wenn wir schon in den Geschossen sind, dann nehmen wir die Klassenzimmer gleich mit“, erläuterte Holl. 

Fenster, Brandschutz & Co.

„Die gesamte Elektroinstallation wird neu aufgebaut“, informierte Holl weiter. Beleuchtung, Brandschutz, Sicherheitsbeleuchtung und Hausalarmierungsanlage werden erneuert. Die Heizung bleibt. Für die naturwissenschaftlichen Räume sind neue Lüftungsgeräte vorgesehen. Auch Fenster, Sonnenschutz und Gebäudeautomation werden erneuert. Zusammen mit den weiteren Eingriffen werde daraus eine Generalsanierung, erklärte Holl.

Sanierung bei laufendem Schulbetrieb

Für das dritte Obergeschoss rechnet die Leiterin des Hochbauamts mit „circa eineinhalb Jahren“, beim zweiten Obergeschoss ebenso. Ferien sollen in den Ablauf einbezogen werden. „So können wir nach heutiger Sicht den Schulbetrieb aufrechterhalten und die Maßnahmen auch für alle erträglich umsetzen“, ist sie zuversichtlich. Im Dezember 2029 soll die Sanierung der beiden Geschosse abgeschlossen sein.

OB Frederick Brütting sprach von einem wichtigen Schritt für den gesamten Schulcampus. Mit dem Start der Sanierung bekomme dieser „eine klare Perspektive in einzelnen Bauabschnitten“.

Reicht die Nachtlüftung?

Eine Frage beschäftigte den Ausschuss allerdings besonders: Wie bleibt es im sanierten THG im Sommer erträglich? Geplant sind elektrisch gesteuerte Fenster für eine automatische Nachtlüftung, Oberlichter zwischen Klassenräumen und Fluren sowie außenliegende Raffstores gegen die Sonne. Holl erklärte das Prinzip so: Die Fenster öffnen sich nachts nach außen, gleichzeitig können die Oberlichter zum Flur geöffnet werden. So kann laut Holl die Luft durch die Klassenräume und Flure strömen und das Gebäude nachts abkühlen. Durch die Treppenhäuser entstehe dabei zusätzlich eine Art Kamineffekt.

Manuel Reiger (Aktive Bürger) wollte wissen, ob das auch bei längeren Hitzeperioden ausreiche. Bei einer Investition von knapp sechs Millionen Euro und der Hitze in diesem Sommer müsse man auch über eine „richtige Klimatisierung“ nachdenken.

Eine klassische Klimaanlage ist bislang nicht vorgesehen, erklärte Holl. In der Debatte sagte die Verwaltung zu, zu prüfen, ob die neuen dezentralen Lüftungsgeräte in den naturwissenschaftlichen Fachräumen möglicherweise auch eine Kühlfunktion übernehmen können. Der OB kündigte an, die Varianten berechnen und prüfen zu lassen.

Michael Fleischer (Grüne) lobte den von der Verwaltung vorgeschlagenen „physikalisch-mechanischen Weg" der Nachtlüftung. Zugleich sollte geprüft werden, ob eine spätere technische Nachrüstung möglich bleibt.

Die Debatte

Thomas Wagenblast (CDU) verwies auf den Sanierungsbedarf und sagte: „Das wird jetzt wirklich Zeit.“ Auch Sandra Bretzger (Grüne) bewertete die Kernsanierung als sinnvoll und hob die geplante Nachtlüftung hervor. Timo Lorenz (SPD) betonte angesichts der sechs Millionen Euro: „Wir setzen auch trotzdem in den aktuellen Zeiten die richtigen Prioritäten.“ Franz Fetzer (Freie Wähler) warnte mit Blick auf den laufenden Schulbetrieb vor der Lärmbelastung durch die Bauarbeiten.

Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat einstimmig, die Sanierung zu beschließen. Der Gemeinderat tagt am Donnerstag, 1. Oktober, um 15 Uhr im Rathaus.

Daten und Fakten zur geplanten THG-Sanierung

Was kostet die Sanierung?

Knapp sechs Millionen Euro. Im Haushalt 2026/27 sind zunächst 2,05 Millionen Euro vorgesehen. Weitere rund vier Millionen Euro müssen für 2028/29 eingeplant werden. Rund 2,145 Millionen Euro Schulbauförderung sind beantragt. Zusätzlich rechnet die Stadt mit einem Zuschuss aus dem Investitionsfonds des Bundes.

In wie viele Bauabschnitte ist das Projekt aufgeteilt?

In sechs – jeweils drei im zweiten und dritten Obergeschoss

Wie lange wird gebaut?

Von Februar 2027 bis Dezember 2029

Was wird gemacht?

Zwei Geschosse werden grundlegend saniert – unter anderem mit neuen Fach- und Klassenräumen, Elektroinstallation, Brandschutz, Fenstern und Gebäudeautomation.

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