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Hoher Anstieg: So viel mehr Geld müssen Sie künftig für Ihre Solaranlage draufzahlen!

Дата публикации: 06-09-2026 18:31:05

Ab 2029 sollen Haushalte mit Photovoltaik einen höheren Netz-Grundpreis zahlen. Was der Aufschlag kostet und wer ausgenommen ist.

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Diese Zahl klingt nach einer Ohrfeige: 90 Prozent. So viel mehr sollen Besitzer einer Solaranlage künftig zahlen. Wer das liest, denkt an eine Stromrechnung, die sich fast verdoppelt. Genau das passiert nicht, denn die Prozentzahl bezieht sich auf einen Betrag, den die meisten Haushalte nicht einmal kennen.

Wen die Erhöhung trifft und wen nicht

Der Focus berichtet über die Pläne der Bundesnetzagentur, die am 6. August 2026 einen Festlegungsentwurf vorgelegt hat. Danach sollen Haushalte mit eigener Photovoltaik ab dem 1. Januar 2029 einen Zuschlag zahlen: 70 bis 90 Prozent, allerdings nur auf den Grundpreis des Netzentgelts. Das ist jener feste Jahresbetrag, der unabhängig vom Verbrauch anfällt. Der Arbeitspreis, den Sie je verbrauchter Kilowattstunde bezahlen und der bei rund 30 Cent liegt, bleibt unangetastet.

Bei den Mehrkosten kommt es nicht darauf an, wie viele Solaranlagen auf den Dächern sind.

Bei den Mehrkosten kommt es nicht darauf an, wie viele Solaranlagen auf den Dächern sind.

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Als Prosumer gelten Haushalte und Kleingewerbe im Niederspannungsnetz mit bis zu 100.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, deren Netzbezug durch eine Erzeugungsanlage hinter demselben Anschluss sinkt. Ein Batteriespeicher ändert an dieser Einstufung nichts. Ausdrücklich ausgenommen sind Balkonkraftwerke. Wer nur ein Steckermodul betreibt, zahlt den erhöhten Grundpreis nicht. Auch die Anlagengröße spielt keine Rolle: Der Aufschlag fällt unabhängig davon an, ob vier oder vierzig Module auf dem Dach liegen.

Dahinter steckt ein Konstruktionsfehler. Bislang stecken die Netzkosten überwiegend im Arbeitspreis, also im tatsächlich bezogenen Strom. Wer viel eigenen Sonnenstrom verbraucht, kauft weniger zu und beteiligt sich damit weniger an den Netzkosten. Bereitstehen muss das Netz trotzdem: nachts, im Winter, bei Regen. Diese Fixkosten schultern zunehmend jene Haushalte, die kein Dach voller Module haben. Die bisherige Regelung läuft ohnehin zum 31. Dezember 2028 aus.

Konkret wird es beim Rechnen. Liegt Ihr Netz-Grundpreis derzeit bei 100 Euro jährlich, kommen 70 bis 90 Euro obendrauf. Modellrechnungen kommen je nach Netzgebiet auf etwa 40 bis 110 Euro netto pro Jahr. Die Solarbranche hält in einzelnen Netzgebieten bis zu 155 Euro brutto für möglich. Wie hoch es bei Ihnen wird, hängt vom örtlichen Netzbetreiber ab.

Noch ist die Erhöhung nicht beschlossen

Dem steht gegenüber, was eine Anlage einspart. Jede selbst erzeugte und sofort verbrauchte Kilowattstunde spart die rund 30 Cent Arbeitspreis. Bei 2000 Kilowattstunden Eigenverbrauch macht das rund 600 Euro. Selbst die höchsten kursierenden Schätzwerte für den Zuschlag bleiben also weit darunter. Die Rechnung verschiebt sich, sie kippt nicht.

Auch künftige Solaranlagen-Besitzer sollten sich bezüglich der Kosten vorher informieren.

Auch künftige Solaranlagen-Besitzer sollten sich bezüglich der Kosten vorher informieren.

© Rainer Jensen

Zur Einordnung: Bislang liegt nur ein Entwurf vor, geltendes Recht ist das nicht. Stellungnahmen sind bis zum 18. September 2026 möglich, entschieden werden soll bis Jahresende. Von April 2028 an müssen Stromlieferanten die Prosumer-Eigenschaft gesondert auf der Rechnung ausweisen. Bis dahin ändert sich nichts, und auch die Höhe kann sich im Verfahren noch verschieben.

Überstürzen müssen Sie nichts. Ein Blick lohnt sich trotzdem: Holen Sie die letzte Stromrechnung hervor und trennen Sie darin Arbeitspreis von Grundpreis. Dann sehen Sie, wie klein der Betrag ist, auf den sich die berüchtigten 90 Prozent überhaupt beziehen.

Und wer ohnehin über eine Anlage nachdenkt, sollte den Installateur nicht nur nach Kilowatt fragen, sondern nach der Eigenverbrauchsquote, die realistisch zu erwarten ist. Daran entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit.

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Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 16.45. Источник: www.berliner-kurier.de.