Jürgen Klopps erste Nominierung sorgt direkt für Zoff. Weil sich Younes Ebnoutalib für Deutschland entscheidet, stichelt Marokkos Trainer gegen das DFB-Team.
Mit seiner XXL-Nominierung sorgt Bundestrainer Jürgen Klopp für Aufsehen. Zahlreiche Neulinge finden sich im ersten Aufgebot des 59-Jährigen wieder. Eine Personalie sorgt dabei weit über Deutschland hinaus für Ärger: Younes Ebnoutalib.
Der Stürmer von Eintracht Frankfurt ist eine der großen Überraschungen im Klopp-Kader. Dass sich der gebürtige Frankfurter für Deutschland entschieden hat, kommt beim marokkanischen Verband allerdings nicht gut an. Denn Ebnoutalib, dessen Vater in Marokko geboren wurde, war bislang für beide Nationen spielberechtigt. Die Marokkaner hatten sich zuletzt intensiv um den Angreifer bemüht – und offenbar gute Chancen gesehen.
Ebnoutalib wurde von Trainer Mohamed Ouahbi und der Verbandsspitze schon „knapp drei Jahre“ beobachtet. „Ich glaube nicht, dass das bei Deutschland der Fall war“, stichelt der Trainer. „Ich habe mit ihm telefoniert und ihm das Projekt Marokko erläutert“, sagte Ouahbi.
Der Stürmer habe sich seine Nominierung verdient, betonte der Trainer und hätte sie auch bekommen. „Aber er hat sich für Deutschland entschieden – ich wünsche ihm viel Glück“, gibt der 50-Jährige resigniert zu.
Eine kleine Provokation gegen Klopps Mannschaft kann er sich dennoch nicht verkneifen: „Wir stehen auf Platz sechs der Weltrangliste und machen weiter“. Deutschland liegt aktuell nur auf Rang zwölf.
Ganz so leicht wollte der Verband die Entscheidung offenbar trotzdem nicht akzeptieren. Nach Informationen der „Bild“ schickte Marokko dem Frankfurter Stürmer für die anstehende Afrika-Cup-Qualifikation sogar noch eine offizielle Einladung – obwohl der Angreifer zuvor mitgeteilt hatte, dass er sich für Deutschland entschieden habe.
Klopp dürfte das allerdings kaum beeindrucken. Der neue Bundestrainer ist von Ebnoutalibs Qualitäten überzeugt. „Ich habe sein erstes Spiel für Frankfurt gesehen. Und habe mir gedacht: Wo haben die den her?“, sagte Klopp auf der Pressekonferenz. Vor allem dessen Spielweise habe ihn beeindruckt: „Seine Art zu spielen, seine Bereitschaft, seine Schlauheit auf der letzten Linie, ist außergewöhnlich. Er ist ein großes Talent.“
Im Trainerteam habe es deshalb offenbar keine lange Diskussion gegeben: „Für uns war direkt klar, dass wir ihn nominieren müssen“, erklärt der neue Bundestrainer.
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