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Bauchfett reduzieren: Das Maßband verrät mehr über Ihre Gesundheit als die Waage

Дата публикации: 15-09-2026 17:46:00

Verlorene Kilos können nach dem Abnehmen zurückkehren, doch ein gesundheitlicher Vorteil bleibt laut einer neuen möglicherweise bestehen. Entscheidend ist, ob sich das gefährliche viszerale Fett im Bauchraum dauerhaft verringert.

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Verlorene Kilos können nach dem Abnehmen zurückkehren, doch ein gesundheitlicher Vorteil bleibt laut einer neuen möglicherweise bestehen. Entscheidend ist, ob sich das gefährliche viszerale Fett im Bauchraum dauerhaft verringert.

Abnehmerfolg wird meist in Kilogramm gemessen und viele Menschen beurteilen ihren gesundheitlichen Fortschritt fast ausschließlich nach der Zahl auf der Waage. Doch das greift zu kurz: Entscheidend ist nicht nur, wie viel Fett ein Mensch trägt, sondern auch, wo es gespeichert ist.

Neue Langzeitdaten aus MRT-Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Abbau von tief liegendem Bauchfett den Stoffwechsel noch Jahre später positiv beeinflussen kann, selbst wenn das Gewicht zurückkehrt. Das Maßband macht diesen Unterschied oft besser sichtbar als der BMI.

Fett ist nicht gleich Fett

Unterhautfett dient vor allem als Energiespeicher. Bauchfett (sogenanntes viszerales Fett) liegt dagegen tief im Bauchraum zwischen den Organen. Diese Fettdepots können unterschiedliche Hormone und Entzündungsbotenstoffe produzieren.

Privatdozentin Dr. Katharina Lechner ist Kardiologin und Expertin für Prävention und gesundes Altern. Sie ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.

Sie stehen mit

  • Insulinresistenz,
  • erhöhten Triglyzeriden (Blutfette),
  • niedrigem HDL-Cholesterin,
  • Bluthochdruck
  • und chronischer Entzündung in Verbindung.

In einer früheren Arbeit haben wir beschrieben, wie viszerales und ektopes Fett (Fettablagerungen in Organen oder Geweben) zusammen mit zu wenig Muskelmasse ein ungünstiges Stoffwechselmilieu bilden kann. Dieses fördert Typ-2-Diabetes und kann die Entstehung einer Atherosklerose (chronische Erkrankung der Arterien, umgangssprachlich „Gefäßverkalkung“) begünstigen. Die Körperzusammensetzung ist deshalb oft aussagekräftiger als Körpergewicht oder BMI allein.

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Neue Studie: Der Nutzen kann trotz Gewichtszunahme bleiben

Eine aktuelle Studie im Fachjournal „Circulation“ liefert dazu ungewöhnlich lange Verlaufsdaten. Sie basiert auf zwei 18-monatigen Lebensstil-Studien, in denen unterschiedliche Ernährungsformen mit körperlicher Aktivität kombiniert und die Fettdepots per MRT erfasst wurden. Von 381 geeigneten Studienteilnehmenden konnten 366 nachverfolgt werden; 325 kamen nach fünf beziehungsweise zehn Jahren erneut zur Untersuchung.

Im Mittel war das verlorene Gewicht bis dahin vollständig zurückgekehrt. Der Taillenumfang und das viszerale Fett lagen jedoch weiterhin unter den Ausgangswerten. Besonders relevant: Jede während der Intervention erreichte Verringerung des viszeralen Fetts um zehn Prozent war mit einem 28 Prozent niedrigeren Risiko für einen neu auftretenden Typ-2-Diabetes verbunden. Der Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung von Gewichtsveränderung, Ernährung und körperlicher Aktivität bestehen.

Nicht jedes Fettdepot verhielt sich gleich: Die Abnahme des Leberfetts ging langfristig wieder verloren, das Bauchspeicheldrüsenfett lag später sogar über dem Ausgangswert. Das unterstreicht, warum die Waage allein zu wenig über die Stoffwechselgesundheit verrät.

Was die Studie zeigt und was nicht

Die Ergebnisse belegen einen starken Zusammenhang, aber keine sichere Ursache-Wirkungs-Beziehung. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmenden waren Männer; die Übertragbarkeit auf Frauen ist daher begrenzt. Zudem wurden keine Herzinfarkte oder Schlaganfälle als Endpunkte untersucht. Das erhöhte Herzrisiko lässt sich durch vorangegangene Studien erklären: Tief liegendes Bauchfett und Fettablagerungen in Organen können den Blutzuckerstoffwechsel stören, die Blutfettwerte verschlechtern und Entzündungen fördern. Dadurch steigt das Risiko für Gefäßverkalkung.

Messen Sie sich selbst: „Waist-to-Height Ratio“

Im Alltag wird viszerales Fett nicht per MRT gemessen. Eine praktikable Näherung ist das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße, die Waist-to-Height Ratio. In unserer Untersuchung mit 2231 Personen zeigte sie unter den geprüften einfachen Markern die beste Aussagekraft für Insulinresistenz.

Als Faustregel gilt: Der Taillenumfang sollte weniger als die Hälfte der Körpergröße betragen. Bei 170 Zentimetern sind das unter 85 Zentimeter. Gemessen wird im Stehen, nach normalem Ausatmen, etwa mittig zwischen unterstem Rippenbogen und oberem Beckenrand. Der Wert ersetzt keine Diagnose, kann aber Anlass sein, Blutdruck, Blutzucker und Blutfette genauer zu prüfen.

  • regelmäßiges Ausdauer- und insbesondere Krafttraining,
  • weniger langes Sitzen,
  • und eine mediterran geprägte Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und möglichst wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln.
  • Krafttraining hilft, Muskelmasse zu erhalten, was sehr wichtig für die langfristige Stoffwechselgesundheit ist.
  • Auch erholsamer Schlaf und gesunde Stressbewältigung sind wichtig, um stoffwechselgesund zu bleiben und das viszerale Fett niedrig zu halten.

Die Botschaft lautet daher nicht, die Waage zu ignorieren. Sie ist ein grobes Verlaufsinstrument. Für die Gesundheit zählen zusätzlich Körperfettanteil und insbesondere das Fettverteilungsmuster. Wenn das Gewicht stagniert, kann sich die Stoffwechselgesundheit im Körper trotzdem verbessert haben.

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