Junge Beschäftigte setzen im Berufsleben zunehmend klare Grenzen. Laut einer neuen Umfrage möchte fast die Hälfte der 18- bis 35-Jährigen nur die Aufgaben übernehmen, die zu ihrer Stelle gehören.
Junge Beschäftigte setzen im Berufsleben zunehmend klare Grenzen. Laut einer neuen Umfrage möchte fast die Hälfte der 18- bis 35-Jährigen nur die Aufgaben übernehmen, die zu ihrer Stelle gehören.
Eine aktuelle Untersuchung der Karriereplattform Intermediair gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Motivaction zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Von mehr als 5500 befragten Niederländern gaben 47 Prozent der 18- bis 35-Jährigen an, ausschließlich Aufgaben erledigen zu wollen, die zu ihrer Stellenbeschreibung gehören, berichtet die niederländische Tageszeitung „AD“.
Bei den 36- bis 45-Jährigen waren es 25 Prozent, in der ältesten Gruppe zwischen 46 und 67 Jahren lediglich 19 Prozent. Auch bei Überstunden zeigt sich ein ähnliches Bild: 44 Prozent der Jüngeren möchten nur die Stunden arbeiten, die vertraglich vereinbart wurden, während bei älteren Mitarbeitern nur 22 Prozent darauf bestehen.
Ganz grundsätzlich lehnt die jüngere Generation zusätzliche Arbeit jedoch nicht ab. Fast die Hälfte der Befragten wäre bereit, Überstunden zu leisten, wenn sich dadurch die eigenen Karrierechancen verbessern.
„Wenn man einen Vertrag für 32 Stunden unterschreibt, dann ist das die Vereinbarung, an die sich alle halten“, erklärt Tijmen de Groen von Intermediair gegenüber „AD“. Im Gegensatz dazu halte es die ältere Generation häufiger für selbstverständlich, länger zu arbeiten, wenn Aufgaben noch nicht abgeschlossen seien.
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Die Studie zeigt außerdem, dass viele jüngere Arbeitnehmer offen für einen Branchenwechsel sind. Gründe dafür sind unter anderem der Wunsch nach besseren Entwicklungsmöglichkeiten, einer ausgewogeneren Work-Life-Balance oder attraktiveren Arbeitsbedingungen, berichtet „AD“. Gleichzeitig gaben mehr Beschäftigte als noch vor zwei Jahren an, den Arbeitsmarkt als weniger günstig einzuschätzen, was auf eine leichte Entspannung des Fachkräftemangels hindeutet.
Während viele junge Beschäftigte laut der aktuellen Studie aus den Niederlanden stärker auf eine ausgewogene Work-Life-Balance achten und klare Grenzen bei Überstunden ziehen, bedeutet das nicht, dass sie weniger arbeiten.
Eine deutsche Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus dem vergangenem Jahr zeigt vielmehr das Gegenteil: Die Erwerbsbeteiligung der 20- bis 24-Jährigen ist zwischen 2015 und 2023 deutlich gestiegen und erreichte mit rund 79,5 Prozent den höchsten Stand seit den 1990er-Jahren. Besonders stark nahm die Zahl der Studierenden mit Nebenjobs zu, inzwischen arbeiten 56 Prozent der Studierenden dieser Altersgruppe neben dem Studium.
IAB-Forscher Enzo Weber betont deshalb gegenüber der Tagesschau: „Dass die Generation Z viel fordert, aber wenig arbeitet, ist ein verbreitetes Vorurteil. Doch es ist falsch. Die jungen Leute sind fleißig wie lange nicht mehr.“ Die Ergebnisse zeigen, dass viele junge Menschen zwar stärker auf faire Arbeitsbedingungen und klare Vereinbarungen achten, gleichzeitig aber so häufig erwerbstätig sind wie seit Jahrzehnten nicht mehr.