In einigen US-Städten gehören die fahrerlosen Taxis längst zum Stadtbild. In New York wird das bis auf Weiteres nicht der Fall sein: Hier ist die Politik weiterhin auf der Seite menschlicher Fahrer:innen.
In einigen US-Städten gehören die fahrerlosen Taxis längst zum Stadtbild. In New York wird das bis auf Weiteres nicht der Fall sein: Hier ist die Politik weiterhin auf der Seite menschlicher Fahrer:innen.
Von Noëlle Bölling
New York erteilt Waymo eine Absage. (Bild: Shutterstock/Around the World Photos)
Obwohl Fahrten mit autonomen Taxis in Teilen der USA boomen, sieht sich Waymo mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Neben wiederkehrenden Softwareproblemen hat das Unternehmen auch mit politischen Hürden zu kämpfen. Wie die New York Times berichtet, erscheinen diese im Bundesstaat New York aktuell sogar unüberwindbar.
Waymo auf globalem Expansionskurs
In Städten wie San Francisco oder Phoenix gehört Waymo längst zum Stadtbild. Viele, die schon einmal mit den Rovotaxis gefahren sind, bevorzugen sie sogar gegenüber klassischen Fahrdiensten – trotz deutlich höherer Preise. Während eine durchschnittliche Fahrt mit Lyft 14,44 Dollar kostet, verlangt Waymo im Schnitt 20,43 Dollar. Besonders teuer wird es bei Kurzstrecken: Hier liegt Waymo rund 41 Prozent über Uber und über 30 Prozent über Lyft. Das nehmen viele wegen der größeren Privatsphäre aber in Kauf. Ergeben hat das eine Analyse des Vergleichsportals Obi, für die rund 90.000 Fahrtdaten ausgewertet zusätzliche Befragungen durchgeführt wurden.
Auf diesem Erfolg will Waymo aufbauen: Wie Inside EVs berichtet, plant das Unternehmen, seine fahrerlosen Taxis bis Ende 2026 in drei weitere US-Städte zu bringen. Auch europäische Märkte rücken in den Fokus: Wie Business Punk berichtet, kartieren seit Januar 2026 insgesamt 100 Robotaxis die britische Metropole London. Noch sitze dabei vorschriftsmäßig ein:e Sicherheitsfahrer:in am Steuer, im Laufe des Jahres sollen die Fahrzeuge aber vollständig autonom unterwegs sein können. London wäre damit die erste Stadt innerhalb Europas, in der Waymo fahrerlose Taxis anbietet. Aber nicht überall verlaufen die Expansionspläne so reibungslos wie geplant.
Gouverneurin zieht Vorschlag zurück
Im Bundesstaat New York stößt Waymo auf heftigen Widerstand – vor allem seitens der Gewerkschaften. Wie die New York Times unter Berufung auf drei Insider:innen berichtet, hatte das Unternehmen Ende letzten Jahres eine Delegation nach New York geschickt, um im Gespräch mit Mitarbeiter:innen der Gouverneurin Kathy Hochul eine Idee zu unterbreiten: Im Gegenzug für die Zulassung der Robitaxis wollte Waymo demnach rund 20 Millionen Dollar bereitstellen, um Taxifahrer:innen und andere durch die Technologie verdrängte Arbeitnehmer:innen zu unterstützen. Der Vorschlag konnte aber offenbar nicht überzeugen.
Nicht nur New Yorks neuer Bürgermeister Zohran Mamdani signalisierte, dass er auf der Seite der Taxifahrer:innen steht – auch Hochul musste ihren Vorschlag, die autonomen Autos im Bundesstaat zuzulassen, aufgrund zu starker Gegenwehr Anfang des Jahres wieder zurückziehen. Waymos Testgenehmigung für New York City lief am 31. März aus. Die Fahrzeuge sind laut der New York Times dort zwar weiterhin unterwegs, um Daten zu sammeln, werden dabei aber vollständig von Menschen gesteuert. Hinzu kommen technische Rückschläge: Erst kürzlich musste Waymo fast 3.900 Robotaxis zurückrufen, da ein Softwareproblem dazu führte, dass die Fahrzeuge ungebremst in gesperrte Autobahnbaustellen einfuhren.
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Waymo setzt auf den FOMO-Effekt
US-Wähler:innen stehen neuen Technologien zunehmend kritisch gegenüber. Laut der New York Times befürchten sie steigende Energiekosten und wirtschaftliche Instabilität. Waymo muss sich daher nicht nur mit verkehrspolitischen Fragen auseinandersetzen, sondern auch mit allgemeinen Ängsten. Die Strategie des Unternehmens bleibe trotzdem unverändert: „Wir wollen den Menschen und Regierungen dort entgegenkommen, wo sie stehen. Und wir wissen, dass einige von ihnen mehr Zeit brauchen werden als andere”, so Justin Kintz gegenüber der New York Times. Er ist der globale Leiter für öffentliche Politik bei Waymo. „Aber wir halten an unserer Strategie fest. Wir sind entschlossen, Vertrauen zu gewinnen.“ Der langfristige Plan des Unternehmens ziele darauf ab, durch positive Erfahrungen in anderen Städten Druck auf lokale Gesetzgeber:innen auszuüben: Jedes Mal, wenn jemand aus New York in einer anderen Stadt mit Waymo fahre, steige die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Zulassung auch in ihrer Heimat fordern.
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