Noch vor der Sommerpause hätte der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS an die Börse gehen sollen. Doch Investoren zweifelten offenbar an der Bewertung. Jetzt verschiebt der Panzerbauer den Börsengang auf unbestimmte Zeit.
Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS geht vorerst doch nicht an die Börse. Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktschwankungen werde der Börsengang erst bei Wiederkehr besserer Marktbedingungen fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit.
Zuvor hatte die „Financial Times“ („FT“) berichtet, dass die Eigentümer Probleme hätten, Investoren von der geplanten Bewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu überzeugen. Banker hatten zuvor 15 Milliarden Euro für realistisch gehalten, vor einigen Monaten war sogar noch von bis zu 20 Milliarden die Rede. Laut „FT“ sind die deutschen Eigentümerfamilien aber nicht bereit, eine Bewertung von weniger als 12,5 Milliarden hinzunehmen. Ein Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.
Die Aktien des Herstellers des Kampfpanzers Leopard 2 und der Panzerhaubitze 2000 sollten im Rahmen einer Doppelnotierung an den Börsen in Frankfurt am Main und Paris platziert werden, wie das Unternehmen Ende Juni mitgeteilt hatte. Es hätte einer der größten europäischen Börsengänge im Verteidigungssektor der vergangenen Jahre werden können.
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Zuletzt hatte sich das Umfeld für Rüstungsaktien an der Börse allerdings eingetrübt. So verloren die Aktien des Konkurrenten Rheinmetall stark an Wert, weil ein Großauftrag der Bundesregierung platzte. Auch die Aktien des seit Jahresbeginn in Amsterdam gelisteten tschechischen Rüstungskonzerns CSG werden weit unter dem Ausgabepreis gehandelt. „KNDS und seine Anteilseigner werden die Bedingungen an den Kapitalmärkten weiterhin genau beobachten und sind bereit, den Börsengang wieder aufzunehmen, sobald die Marktbedingungen das erlauben“, erklärte das Unternehmen.
Die Eigentümerfamilien und der französische Staat, die je 50 Prozent der Anteile halten, wollten bei dem Börsengang je 10 Prozent abgeben. Deutschland sollte in dem Zuge 40 Prozent der Anteile an KNDS übernehmen. Die Kosten für den Anteilserwerb sollten bis zu 7,2 Milliarden Euro betragen. Die verbleibenden Anteile sollten im Zuge des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden.
Mit der Verschiebung dürfte sich somit auch der geplante Einstieg der deutschen Staatsbank KfW bei KNDS verzögern. „Die Bundesregierung respektiert die Entscheidung des Unternehmens, den Börsengang zu pausieren“, teilte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums mit. Die Bundesregierung sei aber „weiterhin daran interessiert, gemeinsam mit den französischen Partnern das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen“.
KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familien hinter Krauss-Maffei Wegmann sowie des französischen Staates. Der Konzern beschäftigt gut 11.000 Menschen und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro, Hauptsitz ist Amsterdam, die deutsche Zentrale sitzt in München.
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