Der Dax steigt. Papiere von Bayer legen nach Neuigkeiten zum Glyphosat-Geschäft kräftig zu. Auch Rüstungs-Aktien verbuchen Gewinne. In New York gibt der Nasdaq trotz eines Kursprungs bei Meta nach.
Erholung an der Börse. Der Leitindex Dax notierte zuletzt mit einem Plus von 0,6 Prozent wieder klar über der Marke von 25.000 Punkten. Der Index der mittelgroßen Werte MDax notierte fast 0,3 Prozent höher bei 32.124 Punkten. Der Euro Stoxx 50 legte ebenfalls leicht zu. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Bayer und der Deutschen Bank mit Gewinnen von 5 und 4 Prozent.
Am Vortag hatte der Dax die 25.000-Punkte-Marke kurz vor Handelsschluss wieder übersprungen. Die Vorgaben der schwächelnden Indizes aus New York und die stockenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran könnten die Gewinne am Donnerstag eingrenzen. Im Fokus steht der US-Arbeitsmarktbericht, der damit einen Tag früher als sonst veröffentlicht wird, da der Handel an der Wall Street am Freitag feiertagsbedingt ausfällt.
Unter den Einzelwerten fielen Bayer-Aktien mit einem Aufschlag von zuletzt 5,3 Prozent auf. Der Pharma- und Agrarkonzern bündelt das US-Geschäft mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in einer eigenständigen Tochtergesellschaft namens Ruveon. Zudem stufte die Deutsche Bank die Bayer-Aktie hoch auf „Buy“. Mit einem Kurs von rund 51 Euro notiert die Aktie von Bayer damit auf dem höchsten Niveau seit 3 Jahren.
Für Bewegung sorgten ansonsten in erster Linie Kommentare von Analysten. So legten die Aktien von Adidas um 1,6 Prozent zu, nachdem die Bank JPMorgan die Bewertung der Papiere mit „Übergewichten“ im Portfolio wieder aufgenommen hat. Puma gewannen knapp ein Prozent, hier stufte JPMorgan die Aktien mit „Neutral“ ein.
Rheinmetall bügelt Verluste ausEuropäische Rüstungswerte haben am Donnerstag ihre jüngste Erholung fortgesetzt. Rheinmetall liegen inzwischen mit 1071 Euro wieder klar über der runden Marke, nachdem sie in der Vorwoche bis auf 900 Euro gesackt waren. Damit hatten sie 2026 gut 42 Prozent an Wert verloren. Inzwischen sind es etwas weniger als ein Drittel. Renk legte um 2,7 Prozent zu, Hensoldt notierte ein Plus von 4,8 Prozent.
Spannend wird es am Abend kurz nach dem Xetra-Handelsschluss, denn dann werden von Rheinmetall die letzten Signale an den Kapitalmarkt vor dem Quartalsbericht am 6. August erwartet. Sie werden umso kritischer beäugt, nachdem die Anleger in der Vorwoche der Verlust eines milliardenschweren deutschen Fregatten-Projekts geschockt hatte. Den nachfolgenden Kursrutsch haben die Aktien trotz starker Erholung immer noch nicht ganz abgeschüttelt.
Nasdaq schwächelt trotz Meta-RallyeDer Wall-Street-Index Dow Jones Industrial hat am Mittwoch nach einem Rekordhoch kaum verändert geschlossen. Die technologielastige Nasdaq-Börse gab dagegen einen Teil ihrer kräftigen Erholungsgewinne der vergangenen zwei Handelstage ab.
Der Dow, der zeitweise über 53.700 Punkte auf eine Bestmarke geklettert war, ging mit minus 0,03 Prozent auf 52.305 Punkte aus dem Tag. Unterstützt wurde er während seines Rekordlaufs nicht zuletzt von Software-Aktien. Nach einer zuletzt erneut starken Nachfrage nach Chip-Aktien, die die Nasdaq-Börse seit dem Wochenauftakt stark angetrieben hatten, wurde nun der Softwarebranche der Vorzug gegeben.
Erneut zogen Aktien mit Fokus auf das Thema künstliche Intelligenz (KI) Aufmerksamkeit auf sich, denn Meta will Kreisen zufolge ein Cloud-Infrastrukturgeschäft aufbauen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet, könnte der Zugang zu überschüssiger KI-Rechenleistung und zu KI-Modellen an externe Kunden verkauft werden.
Zudem erwäge der Techgigant, den Zugang zu „roher“ Rechenkapazität zu verkaufen, ähnlich wie andere sogenannte „Neocloud“-Anbieter, etwa CoreWeave und Nebius. Während die Meta-Aktie im Nasdaq 100 mit plus 9 Prozent von dieser Neuigkeit profitierte, büßten CoreWeave dort knapp 14 Prozent ein und Nebius als Schlusslicht 17 Prozent. Unter den Branchengrößen mit Cloudgeschäft verloren zudem Oracle 2,8 Prozent.
Die Ölpreise sind erneut im Rückwärtsgang: Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich am Donnerstag in der Spitze um rund 1,5 Prozent auf 70,63 und 67,56 Dollar je Fass.
Die Notierungen fielen den dritten Tag in Folge und lagen damit in etwa auf dem Niveau, das sie vor Beginn des Irankrieges Ende Februar hatten. Da die wichtige Wasserstraße von Hormus wieder geöffnet sei und Rohöl abtransportiert werde, wachse die Erwartung an ein Überangebot – das drücke die Preise, hieß es in einer Mitteilung von Haitong Futures.
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