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+++ Ukraine-Krieg +++: Russland meldet Drohnenangriff auf belarussischen Bus – Ukraine dementiert

Дата публикации: 02-07-2026 14:06:00

Selenskyj: Gespräche zwischen Umjerow und Trump-Schwiegersohn Kushner +++ Klitschko spricht von schwersten Angriffen seit Kriegsbeginn +++ Der Newsblog.

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Ukraine: Russland meldet Drohnenangriff auf Bus in Belarus – Kiew dementiert Live-Blog Selenskyj: Gespräche zwischen Umjerow und Trump-Schwiegersohn Kushner +++ Klitschko spricht von schwersten Angriffen seit Kriegsbeginn +++ Der Newsblog. 02.07.2026 - 20:32 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die belarussische Grenze zur Ukraine: Der Drohnenangriff hat sich russischen Angaben nach am Grenzübergang Krasny Kamen in der Region Brjansk ereignet. Foto: dpa

Selenskyj drängt auf eigene Produktion für Patriot-Raketen

Nach dem massiven russischen Angriff mit mehr als 20 Toten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew drängt Präsident Wolodymyr Selenskyj auf eine eigene Produktionsstätte für Patriot-Raketen. Um wirklich Leben schützen zu können, brauche die Ukraine eine eigene Produktion, sagte Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft. Er sprach von einer europäischen Produktion in der Ukraine oder mit Partnern gemeinsam und stellte den USA in diesem Fall auch Unterstützung bei Einsätzen in Aussicht.  

Der Westen hatte der Ukraine für die Flugabwehr Waffen wie US-amerikanische Patriot-Systeme oder die deutschen Iris-T-Komplexe geliefert. Doch die Raketen für solche Flugabwehrsysteme sind teuer und rar. Durch den von US-Präsident Donald Trump begonnenen Iran-Krieg ist das Defizit an solchen Raketen noch größer geworden. Selenskyj hofft darauf, dass die USA der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen in Lizenz erlauben.

EU geht gegen russische Schattenflotte vor - Kamerun reagiert

Wegen eines härteren Vorgehens der EU gegen die russische Schattenflotte streicht Kamerun 39 Tanker aus seinem Schiffsregister. Die Regierung des Landes teilte mit, ihre Flagge werde missbräuchlich verwendet. Moskau verurteilt das Vorgehen der EU. Brüssel bereitet für Mitte Juli weitere Sanktionen vor, die sich gegen die Schattenflotte richten. Die EU-Marinemission IRINI kann seit Anfang Juni Schiffe im Mittelmeer anhalten und durchsuchen, die im Verdacht stehen, unter Umgehung von Sanktionen russisches Öl zu transportieren. Russland nutzt für die Transporte eine sogenannte „Schattenflotte“ aus älteren Schiffen, die oft unter der Flagge anderer Staaten wie Kamerun fahren, um ihre Herkunft zu verschleiern.  

Untersuchungsausschuss zu Nord Stream 2 beendet

Rund vier Jahre lang wurde darüber gestritten, welche Rolle die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns beim Bau der Pipeline Nord Stream 2 und bei der Gründung der Klimaschutzstiftung MV hatte. Am Donnerstag wurde der über 900-seitige Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses im Schweriner Landtag angenommen; mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von SPD und Linke sowie allen übrigen Fraktionen. Die FDP-Gruppe enthielt sich.  „Die Arbeit in diesem Ausschuss war intensiv und kontrovers“, sagte der Ausschussvorsitzende Sebastian Ehlers (CDU). 

Rund 90 Zeuginnen und Zeugen sowie fünf Sachverständige seien vernommen worden.  Der Untersuchungsausschuss ward im Mai 2022 eingesetzt worden – rund drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Er sollte herausfinden, wer die Idee zur Stiftungsgründung hatte und ob die Landesregierung möglicherweise russischer Einflussnahme unterlag.

Trump bezeichnet Deutschlands Nato-Ausgaben als „lächerlich“

Kurz vor dem Nato-Gipfel in Ankara teilt US-Präsident Donald Trump erneut gegen Deutschland und andere Verbündete aus. Er bezeichnete deren Beiträge für das Verteidigungsbündnis in einem Post auf der Plattform Truth Social als „lächerlich“. Damit baut Trump Druck auf die Nato-Alliierten vor dem Gipfel auf, der am 7. und 8. Juli in der Türkei abgehalten wird.  Trump listete in seinem Post mehrere Länder, darunter Großbritannien und Italien, sowie Finanzzahlen auf. Diese ähneln einem Nato-Bericht für das Jahr 2025 zu Verteidigungsausgaben, Trump nannte aber keine genaue Quelle.  

Zu Deutschland machte er keine konkreten Angaben, schrieb aber, dass dessen Beiträge angeblich deutlich niedriger seien. Wie Trump zu dieser Annahme kommt, blieb unklar. Denn wie aus dem Nato-Jahresbericht hervorgeht, lag Deutschland 2025 bei den Verteidigungsausgaben an Position zwei. Deutschland steigerte seine Ausgaben nach den inflationsbereinigten Vergleichszahlen gegenüber 2024 um mehr als 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro.

Journalist in Belarus zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in Belarus hat den Journalisten Kiryl Pasniak zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Wie der belarussische Journalistenverband am Donnerstag mitteilte, wurde der 49-Jährige für schuldig befunden, sein Land diskreditiert und eine extremistische Organisation gegründet zu haben. Dabei handelt es sich um Vorwürfe, die die Behörden in Belarus immer wieder in Stellung bringen, um gegen kritische Stimmen vorzugehen. Pasniak wurde zudem zu einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 7.500 Euro verurteilt.  Pasniak betreibt ein beliebtes Polit-Format, dessen Folgen er auf der Plattform YouTube veröffentlicht. Festgenommen wurde er im September 2025. 

Nach Angaben seiner Ex-Frau Elena ist er hinter Gittern schwer erkrankt, litt unter anderem an einer Lungenentzündung und Covid-19. Er sei in kritischem Zustand in ein Gefängniskrankenhaus verlegt worden, sagte sie.  Menschenrechtsaktivisten betrachten Pasniak als politischen Gefangenen.

Insider: Händler verkaufen indisches Benzin an Russland

Benzin aus der indischen Raffinerie Nayara Energy wird zwei Insidern zufolge von Händlern an Russland verkauft. Der russische Ölkonzern Rosneft hält 49 Prozent an Nayara. Indiens Ölminister Hardeep Singh Puri erklärt, indische Unternehmen verkauften keinen Treibstoff direkt an Russland. Es sei jedoch möglich, dass Moskau diesen über Zwischenhändler beziehe. Eine Stellungnahme von Nayara liegt zunächst nicht vor. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Mittwoch unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Branchenvertreter, es seien mindestens 60.000 Tonnen Benzin von Indien nach Russland verschifft worden. Einer weiteren mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge seien zwei Tanker mit jeweils 30.000 bis 40.000 Tonnen auf den Weg gebracht worden.  

Insider: Drohnenangriffe treiben russische Ölexporte auf Rekordhoch

Die Ölexporte aus den westlichen Häfen Russlands erreichen Insidern zufolge wegen der anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien ein Rekordhoch. Im Juni seien fast drei Millionen Barrel pro Tag verschifft worden, und auch im Juli dürfte dieses Niveau gehalten werden, sagen drei mit dem Vorgang vertraute Personen aus der Branche. Da die Angriffe die heimischen Raffineriekapazitäten einschränkten, sei Moskau gezwungen, mehr Rohöl zu exportieren, um eine Drosselung der Förderung zu vermeiden.

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Anlagen der Rohölverarbeitung: Die Ölexporte aus den westlichen Häfen Russlands erreichen Insidern zufolge wegen der anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien ein Rekordhoch. DPA

Nato-Kommandeur: Europäer füllen US-Lücken in Verteidigungsplänen

Die europäischen Nato-Verbündeten haben die durch den US-Abzug entstandenen Lücken in den Verteidigungsplänen der Allianz weitgehend geschlossen. Das erklärt der Nato-Oberbefehlshaber, US-General Alexus Grynkewich, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. In den wenigen Bereichen, in denen es noch keine gleichwertigen Fähigkeiten gebe, prüfe die Allianz Alternativen mit gleicher Wirkung. Reuters hatte unter Berufung auf Nato-Kreise berichtet, dass das Bündnis dies auf dem Gipfel in Ankara in der kommenden Woche offiziell bekanntgeben will.

Selenskyj: Gespräche zwischen Umjerow und Trump-Schwiegersohn Kushner

Der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, haben in den vergangenen zwei Tagen Gespräche geführt. Das erklärt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch an einem der Schauplätze russischer Angriffe in Kiew. 

Selenskyj hoffe zudem, dass Kushner und der US-Gesandte Steve Witkoff die Ukraine besuchen werden, obwohl die von den USA unterstützten Friedensbemühungen seit Monaten stocken. Er hoffe darüber hinaus auf ein Treffen mit Trump am Rande des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara in der kommenden Woche, sagt Selenskyj weiter.

Russland: Drohnenangriff auf belarussischen Bus – Ukraine dementiert

Bei einem mutmaßlichen ukrainischen Drohnenangriff sind in einem belarussischen Reisebus im russischen Grenzgebiet zwei Menschen verletzt worden. Der Vorfall habe sich am Grenzübergang Krasny Kamen in der Region Brjansk ereignet, wie staatliche Medien des Landes unter Berufung auf die Regionalregierung berichten. Bei den Verletzten handele es sich um die beiden Fahrer des Busses, der auf dem Weg von Minsk in den Badeort Anapa am Schwarzen Meer war. Die Ukraine weist die Vorwürfe zurück. Der Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, spricht von einer Provokation Moskaus und einer Operation unter falscher Flagge.

Bericht: Russische Drohnen spionierten monatelang in Europa

Drohnen über Flughäfen, Militärbasen und sogar Einrichtungen der nuklearen Teilhabe: Der Analyse einer britischen Denkfabrik zufolge hat Russland ein Dutzend Nato-Staaten über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren weitgehend unbehelligt mit einer Drohnenkampagne überzogen. Gestartet wurden die unbemannten Flugobjekte demnach von Tankern der russischen Schattenflotte, Frachtern in Küstennähe und kleineren Wasserfahrzeugen.  

In dem Bericht des International Institute for Strategic Studies (IISS) werden 144 Vorfälle in 13 Ländern zwischen August 2024 und Februar 2026 beleuchtet. Obwohl nicht jeder einzelne Vorfall von Moskau ausgegangen sein dürfte, sehen die Experten ein klares Muster, heißt es in einer Mitteilung zu der Analyse. Offiziell bestätigt habe das bisher aber keine westliche Regierung.

EU-Verbot von Russia Today Inhalten auch für kostenlose Websites

Das EU-weite Verbot, Inhalte des Senders Russia Today zu verbreiten, gilt einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zufolge auch für kostenlos zugängliche Websites. Es sei unerheblich, ob die Verbreitung im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit erfolge, hieß es aus Luxemburg. 

Hintergrund ist ein Strafverfahren in Deutschland gegen drei Menschen. Ihnen wird vorgeworfen, wiederholt Videos des Senders RT – Russia Today Germany auf der eigenen Internetseite veröffentlicht zu haben. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erließ die EU 2022 gegenüber „Betreibern“ das Verbot, solche Inhalte zu verbreiten.

Auswärtiges Amt: Putin setzt weiter auf Terror

Die Bundesregierung verurteilt die jüngsten russischen Luftangriffe auf Kiew und weitere Teile der Ukraine „auf das Schärfste“. „Die erschütternden Bilder der Zerstörung aus der letzten Nacht zeigen einmal mehr: Russland setzt seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit unverminderter Brutalität fort“, erklärt ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. 

Russlands Präsident Wladimir Putin zeige „keinerlei Verhandlungsbereitschaft“, heißt es weiter. „Er setzt weiter auf Raketen- und Drohnenterror gegen die Bevölkerung, während Russland an der Front enorme Verluste bei seiner Aggression gegen die Ukraine erleidet.“ Deswegen erhöhe Deutschland mit seinen Partnern weiter den Druck auf Russland. „Wir setzen unsere Unterstützung für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf fort. Um diese Unterstützung wird es auch kommende Woche auf dem Nato-Gipfel in Ankara gehen.“

Litauen plant Aufhebung von Verfassungsverbot für Atomwaffen

Litauens Präsident Gitanas Nauseda zufolge einigen sich die Parlamentsparteien auf einen Plan zur Aufhebung des verfassungsrechtlichen Verbots von Atomwaffen auf litauischem Boden. „Die geopolitische Lage verschlechtert sich“, sagt Nauseda. Die Verfassung sei unter völlig anderen geopolitischen Umständen geschrieben worden. Es gebe zwar keine unmittelbaren Pläne, Atomwaffen in Litauen zu lagern. Die Aufhebung der Bestimmung solle jedoch sicherstellen, dass das Land bei einer Änderung der Sicherheitslage handlungsfähig bleibe.

Kiews Bürgermeister Klitschko spricht von  schwersten Angriffen seit Kriegsbeginn

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko hat am Donnerstagmorgen von den „verheerendsten Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt“ seit Kriegsbeginn gesprochen. Auf dem 

Kurznachrichtendienst Telegram schrieb er

: „Es war eine schreckliche Nacht für Kiew. Der massive Feindangriff traf die Hauptstadt mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen.“ Insgesamt gebe es bislang mindestens 13 Tote und fast 90 Verletzte. Er rief für Freitag einen Trauertag in der Hauptstadt aus: Die Flaggen sollen auf Halbmast gesetzt werden, jegliche Unterhaltungsveranstltungen sind verboten.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland bei dem Angriff 74 Raketen und 496 Drohnen ein. Die Luftabwehr habe die meisten davon abgeschossen, jedoch hätten 25 ballistische Raketen und zwölf Drohnen insgesamt 33 Ziele getroffen. Mehrere Wohnhäuser wurden zerstört. Die Rettungshelfer suchen weiter nach Toten und Verletzten unter den Trümmern.

EU-Außenbeauftragte Kallas will neue Russland-Sanktionen vorschlagen

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat nach den jüngsten russischen Angriffen auf Kiew und andere ukrainische Städte neue Sanktionsvorschläge angekündigt. „Heute werde ich als Reaktion auf die Angriffe vorschlagen, weitere Einrichtungen und Unternehmen zu sanktionieren, die den russischen militärisch-industriellen Komplex unterstützen“, teilte sie mit. Auf der Plattform X schrieb sie: „Je stärker Moskau Zivilisten angreife, desto mehr Sanktionen müssen verhängt werden.“


„Verurteilungen allein werden die Angriffe auf Kiew nicht stoppen“, erklärte Kallas. „Nur eine anhaltende militärische Unterstützung der Ukraine und ein erhöhter Druck auf Moskau können das erreichen.“ Man werde den Preis für Russland weiter erhöhen, bis Moskau verstehe, dass es diesen Krieg nicht gewinnen könne. Details zu den neuen Sanktionsvorschlägen nannte Kallas zunächst nicht.

Ukraine attackiert Raffinerie an der Wolga

Die Ukraine hat eine Raffinerie in der Wolgaregion Nischni Nowgorod angegriffen. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Gouverneur des russischen Gebiets, Gleb Nikitin, indirekt, als er bei Telegram von „unbedeutenden Schäden an einem Industrieobjekt und an mehreren Wohnhäusern“ durch herabfallende Drohnentrümmer schrieb. Seinen Angaben nach ist durch den Angriff ein Mensch ums Leben gekommen und vier weitere wurden verletzt.

In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen einen Brand, der von der Ölraffinerie in Kstowo, einer Stadt etwa 30 Kilometer südöstlich von Nischni Nowgorod, stammen soll. Die zum Ölkonzern Lukoil gehörende Verarbeitungsanlage ist eine der größten in Russland. 

Russland: Toter bei ukrainischem Drohnenangriff in Nischni Nowgorod

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die zentralrussische Region Nischni Nowgorod ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Mensch getötet worden. Zudem seien vier Personen verletzt und eine Industrieanlage beschädigt worden, teilt Regionalgouverneur Gleb Nikitin mit. 

In der Region, die Hunderte Kilometer von der Front in der Ukraine entfernt liegt, befindet sich unter anderem die Norsi-Ölraffinerie, die zu den größten Raffinerien in Russland gehört. Die Anlage wurde bereits wiederholt von der Ukraine attackiert. 

Die Ukraine hat zuletzt ihre Angriffe auf Ziele tief in Russland verstärkt und dabei vor allem die Energie-Infrastruktur ins Visier genommen. Dies führte zu Treibstoffengpässen in Russland, wodurch der drittgrößte Ölproduzent der Welt zu Benzinimporten gezwungen wurde.

Russischer Angriff mit 74 Raketen und fast 500 Drohnen – mindestens 17 Tote

Russland hat bei seinem Großangriff in der Nacht nach Angaben der Ukraine 74 Raketen und 496 Drohnen eingesetzt. Die Luftabwehr habe davon zwar 48 Raketen und 476 Drohnen abfangen können, teilt die ukrainische Luftabwehr mit. 25 Raketen und zwölf Drohnen seien aber an 33 Stellen eingeschlagen. Hauptziel des Angriffs sei die ukrainische Hauptstadt Kiew gewesen. 

Nach Angaben der Behörden in der ukrainischen Hauptstadt wurden dabei mindestens 17 Menschen getötet. 34 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Nach einem Direkttreffer seien die ersten sechs Stockwerke eines großen Wohnhauses eingestürzt. Unter den Verletzten seien auch Rettungskräfte einer Ambulanzstation.

Der Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, erklärte, Wohngebäude seien getroffen worden, in einem Hotel im Stadtzentrum sei ein Brand ausgebrochen. Im gesamten Stadtgebiet seien etwa drei Dutzend Orte beschädigt worden. Ein Reuters-Augenzeuge berichtete von mehreren schweren Explosionen. Das russische Verteidigungsministerium sprach von Vergeltung für ukrainische Angriffe auf die zivile Infrastruktur. 

Denkfabrik: Russische Verluste steigen schneller als die der Ukrainer

US-Kriegsexperten zufolge haben die ukrainischen Verteidiger im Abwehrkampf gegen Russland zuletzt bemerkenswerte Erfolge erzielt und die Verluste des Gegners stark in die Höhe getrieben. Laut einem Lagebericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) machen der russischen Armee neben ihrer stotternden Bodenoffensive und vereinzelten Geländegewinnen der Ukrainer vor allem die zunehmenden Gefallenenzahlen in den eigenen Reihen zu schaffen.

Insgesamt seien seit Kriegsbeginn im Februar 2022 rund zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden, heißt es in dem Bericht – allein 1,4 Millionen davon auf russischer Seite. Während das Verhältnis zwischen russischen und ukrainischen Verlusten die meiste Zeit über bei 2:1 oder 3:1 gelegen habe, sei es im ersten Halbjahr 2026 schätzungsweise auf 8:1 gestiegen. Hauptgrund dafür sei der verstärkte und äußerst wirkungsvolle Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.

Die Gesamtzahl der russischen Gefallenen gab CSIS mit 400.000 bis 450.000 an, auf ukrainischer Seite seien es 125.000 bis 150.000. Ende Januar hatte die Bilanz noch bei etwa 325.000 getöteten Russen und 100.000 bis 140.000 Ukrainern gestanden. Inzwischen übersteige die monatliche Zahl der russischen Verluste auch die der Neurekrutierungen, hieß es weiter.

Russland fliegt heftige Luftangriffe auf ukrainische Städte

Mehrere Städte in der Ukraine sind zur Zielscheibe einer außergewöhnlich heftigen Angriffswelle mit russischen Kampfdrohnen, Raketen und Marschflugkörpern geworden. Aus der Hauptstadt Kiew wurden am Abend und in der Nacht Explosionen und Verletzte gemeldet. Mehrstöckige Gebäude – darunter ein Hotel – seien in Flammen aufgegangen und Wohnhäuser komplett zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“. Demnach setzten die Angreifer Dutzende Raketen und Marschflugkörper ein.

Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst nicht überschaubar, die ersten Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Im Bericht des „Kyiv Independent“ war von einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn die Rede. Verängstigte Bewohnerinnen und Bewohner Kiews suchten demnach in U-Bahn-Stationen Zuflucht. Viele von ihnen hätten dort Zelte aufgeschlagen, um die Nacht vor Luftangriffen geschützt unter der Erde zu verbringen, hieß es.

Fünf Verletzte bei russischem Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew

Bei einem schweren russischen Angriff mit Drohnen und Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Donnerstag mindestens fünf Menschen verletzt worden. Zudem wurden mehrere Wohngebäude getroffen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. 

In einem beschädigten neunstöckigen Wohnhaus seien Menschen eingeschlossen, das Dach eines weiteren Hochhauses stehe in Flammen. Klitschko zufolge wurde Kiew auch mit ballistischen Raketen angegriffen. Einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters zufolge waren in der Stadt mehrere Explosionen zu hören.

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U-Bahn-Stationen als Bunker: In Kiew suchen die Menschen wieder Schutz vor russischen Angriffen. Alina Smutko/ Reuters

Ukraine: Russische Drohnen greifen Kiew an – Brand in Innenstadt

Russische Streitkräfte greifen erneut die ukrainische Hauptstadt Kiew mit Drohnen an. Augenzeugen erklären Reuters, dass durch den Angriff ein Feuer in einem Gebäude am zentralen Schewtschenko-Boulevard ausgebrochen ist und das Dach in Flammen steht. Rettungskräfte seien zum Einsatzort ausgerückt, teilt Kiews Bürgermeister Witali Klitschko mit. 

Ihm zufolge sind Trümmerteile von Gebäuden im Stadtzentrum sowie in einem nordöstlichen Vorort zu Boden gestürzt. Ein weiterer Augenzeuge berichtet von Explosionen in den westlichen Bezirken der Hauptstadt.

AP zählt mehr als 50 Angriffe auf russische Energieanlagen seit März

Die Angriffe des ukrainischen Militärs auf russische Energieanlagen machen sich zusehends bemerkbar. Die Nachrichtenagentur AP ermittelte in einer Zählung der seit März gemeldeten Fälle mehr als 50 Angriffe auf Ölraffinerien, Lager, Terminals und andere Energieinfrastruktur in Russland und auf der völkerrechtswidrig annektierten Krim. In vielen Fällen wurde eine Anlage mehrfach attackiert, so etwa eine Ölraffinerie in der Schwarzmeerstadt Tuapse, die Berichten zufolge viermal getroffen wurde.

Gary Peach, Ölmarktanalyst beim Fachinformationsdienst Energy Intelligence, sagte der AP, die Menge des im Juni von Russland zu Treibstoff verarbeiteten Rohöls sei im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 3,95 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen. Das sei der niedrigste Wert in 20 Jahren. „Die Ausfälle sind außergewöhnlich.“ Die Produktion von Benzin etwa sei um 17 Prozent auf 850.000 Barrel täglich zurückgegangen, sagte Peach. Das liege weit unter dem Bedarf für den heimischen Markt.

Chris Weafer, Chef der Beratungsfirma Macro-Advisory, schätzt, dass etwa ein Drittel der russischen Ölraffineriekapazität außer Betrieb ist. Weil Raffinerien das Ausmaß der Schäden nicht öffentlich bestätigten, beruhe das aber auf anekdotischen Hinweisen und Quellen aus der Ölbranche, sagte Weafer. Die Ausfälle träfen Russland zu einem kritischen Zeitpunkt. Mit Beginn der landwirtschaftlichen Saison und insbesondere der Erntezeit steige die Nachfrage.

HB Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige

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