Dutzende US-Zeitungsverlage, die 400 lokale Zeitungen betreiben, klagen gemeinsam gegen OpenAI und Microsoft. Laut Klage sollen die Konzerne für ihre KI-Modelle systematisch und ohne Genehmigung Inhalte der Zeitungen verwendet haben.
Dutzende US-Zeitungsverlage, die 400 lokale Zeitungen betreiben, klagen gemeinsam gegen OpenAI und Microsoft. Laut Klage sollen die Konzerne für ihre KI-Modelle systematisch und ohne Genehmigung Inhalte der Zeitungen verwendet haben.
Die großen Zeitungen haben schon geklagt, jetzt folgen die lokalen Blätter. (Bild: Zhenya Voevodina/Shutterstock)
Stellt das KI-Training mit Inhalten ohne Einverständnis der Rechteinhaber:innen eine Verletzung des Urheberrechts dar oder können sich die Anbieter auf das in den USA geltende Fair-Use-Prinzip berufen. Demnach dürfen die KI-Anbieter Inhalte verwenden, wenn sie legal erworben wurden.
120 Klagen gegen KI-Betreiber
Inwieweit das auch gilt, wenn die trainierten KI-Tools kommerziellen Zwecken dienen, darüber sind die damit befassten Richter:innen sich nicht einig. Aktuell sollen schon rund 120 Urheberrechtsklagen gegen KI-Betreiber vor US-Gerichten anhängig sein, wie die FAZ berichtet. Zu den bekanntesten klagenden Parteien gehören die New York Times, CNN und Thomson Reuters.
Jetzt haben sich fast 50 Verlage für eine Klage gegen OpenAI und Microsoft zusammengeschlossen. Die Verlage betreiben in den USA rund 400 Lokalzeitungen. Sie werfen den Anbietern von ChatGPT und Copilot vor, dass deren Entwickler systematisch und vorsätzlich ohne Genehmigung Inhalte für das KI-Training verwendet haben sollen.
KI-Firmen sollen systematisch Inhalte abgreifen
Dabei würden sie „systematisch und heimlich“ die Plattformen der Verlage durchsuchen, um Inhalte abzugreifen und auch vor Bezahlschranken nicht haltmachen, wie es in der von Bloomberg Law veröffentlichten Klageschrift heißt. Die Hinweise auf Autor:innen und Urheberschaft würden entfernt, die Inhalte von dem KI-Modell „auswendig gelernt“.
Entsprechend könnten die Inhalte schon seit Jahren auf Anfragen der Nutzer:innen wortwörtlich oder nahezu wortwörtlich wiedergegeben werden. Außerdem würden die Vorgänge immer wieder wiederholt, damit die KI-Tools auf dem Laufenden blieben.
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Verlage: Todesstoß für lokalen Journalismus
Sollten die Beklagten für diesen „Diebstahl“ der Inhalte nicht zur Rechenschaft gezogen werden, drohe der „Todesstoß für den lokalen Journalismus“ in den USA. Gefordert wird ein Schadenersatz und ein Ende der Praktiken, in denen die klagenden Verlage Urheberrechtsverletzungen sehen.
Googles neue KI-Suche geht nach hinten los
Die Lokalzeitungen sind der Ansicht, dass KI-Anbieter wie OpenAI oder Microsoft mit der Nutzung der Inhalte einen zusätzlichen Marktwert von Hunderten Milliarden US-Dollar generiert hätten, wie die FAZ schreibt. Die Verlage hätten davon aber keinen Cent gesehen.
OpenAI weist Vorwürfe zurück
OpenAI weist die Vorwürfe gegenüber Bloomberg von sich. Die Modelle würden „anhand öffentlich zugänglicher Daten trainiert“. Zudem berief sich OpenAI einmal mehr auf den Grundsatz der fairen Nutzung. Allerdings hatte OpenAI-Gründer Sam Altman bei einer Anhörung vor dem britischen Oberhaus zugegeben, dass das Training von KI-Modellen ohne die Verwendung urheberrechtlich geschützter Materialien nicht möglich wäre.