In den USA haben sich mehrere Amazon-Mitarbeiter:innen gegen den Bau weiterer Rechenzentren ausgesprochen. Dafür werden sie jetzt offenbar vom Konzern ins Visier genommen. Wie sie sich dagegen zur Wehr setzen.
In den USA haben sich mehrere Amazon-Mitarbeiter:innen gegen den Bau weiterer Rechenzentren ausgesprochen. Dafür werden sie jetzt offenbar vom Konzern ins Visier genommen. Wie sie sich dagegen zur Wehr setzen.
Amazon ermittelt gegen die eigenen Mitarbeiter:innen wegen ihrer Meinung zu KI-Rechenzentren. (Bild: Shutterstock/Golden Shrimp)
Am 9. Juni 2026 hat der Stadtrat von Seattle eine einstimmige Entscheidung getroffen. Der Bau neuer Rechenzentren im Gebiet um die Stadt herum wird zunächst für ein ganzes Jahr gestoppt. In der Zeit des „Moratoriums“ sollen Regulierungen entworfen werden, um Bewohner:innen und die Umwelt vor den Auswirkungen der ressourcenhungrigen Rechenzentren zu schützen.
Amazon zitiert Mitarbeiter:innen zum Gespräch
Im Vorfeld der Entscheidung fand eine öffentliche Anhörung statt, wie CNBC berichtet. Anwesend waren auch fünf Amazon-Mitarbeiter:innen, die ihre Meinung zu KI-Rechenzentren kundgetan haben. Sie sprachen sich gegen den rapiden Ausbau neuer Datenzentren aus und bezeichneten die Vorhaben als „KI-Ausbau, der alle Kosten rechtfertigt“.
Im Nachgang an die Anhörung und Entscheidung wurden drei der Mitarbeiter:innen zu voneinander getrennt stattfindenden Zoom-Meetings mit einem HR-Mitarbeiter von Amazon eingeladen. Der Verantwortliche soll ihnen gesagt haben, dass er Untersuchungen bezüglich ihrer Aussagen vor dem Stadtrat anstellt, da diese zu Besorgnis innerhalb des Unternehmens geführt haben.
Laut dem Ermittlungsleiter könnten die Untersuchungen zu Disziplinarmaßnahmen führen. Einem der Amazon-Mitarbeiter:innen soll dabei sogar mitgeteilt worden sein, dass auch eine Kündigung im Raum stehen könnte. Eine Amazon-Sprecherin teilte gegenüber CNBC mit, dass es keinerlei solcher Behauptungen gegeben hätte. Es gäbe keine Pläne, die Mitarbeiter:innen zu kündigen, und Amazon würde keine Vergeltung als Maßnahme tolerieren. Die Untersuchungen finden aber tatsächlich statt.
Die Amazon-Mitarbeiter:innen haben jetzt eine Klage beim Seattle Office für Zivilrecht eingereicht. Sie werfen dem Konzern vor, gegen Gesetze zu verstoßen, die es Unternehmen verbieten, Mitarbeiter:innen wegen ihrer politischen Ideologie, Abstammung, Religion oder ihres Alters zu diskriminieren. Die Sprecher:in von Amazon teilte CNBC mit, dass es nicht grundsätzlich darum geht, dass sie ihre Meinung geäußert haben.
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Demnach sehen die Richtlinien des Unternehmens vor, dass Mitarbeiter:innen nur unter konkreten Bedingungen öffentlich in ihrer Funktion als Amazon-Mitarbeiter:innen sprechen dürfen. Die Untersuchung soll feststellen, ob beim Stadtrat der Anschein erweckt wurde, dass die Angestellten als Amazon-Vertreter:innen und nicht als Privatpersonen vor Ort sind. Darius Irani, einer der Mitarbeiter:innen, die vor dem Stadtrat gesprochen haben, sagte dazu: „Alles, was ich getan habe, war auszusagen, weil ich glaube, dass es von kritischer Wichtigkeit ist, dass die Regierung Datenzentren und KI reguliert. Arbeiter sollten in diese Konversationen involviert sein“.
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