Die Kleinstadt geht einen neuen Weg: Eine Fördermittelmanagerin soll finanzielle Zuwendungen von Bund und Land ausfindig machen. Doch die Stelle wirft auch eine grundsätzliche Frage auf.
Fördermittel füllen nicht nur ganze Akten, sondern mitunter ganze Aktenschränke. Dabei müsste das nicht sein, würden Bund und Länder das System ändern.
Foto: Gemeinde BrüggenHückeswagen · Die Kleinstadt geht einen neuen Weg: Eine Fördermittelmanagerin soll finanzielle Zuwendungen von Bund und Land ausfindig machen. Doch die Stelle wirft auch eine grundsätzliche Frage auf.
Hückeswagen hat seit einiger Zeit eine Fördermittelmanagerin. Die Aufgabe von Nicola Böhler ist es, nach finanziellen Zuwendungen zu forschen, die dem städtischen Haushalt Entlastung bringen können. Gerade für eine Kleinstadt ist das durchaus eine interessante Personalie.
Nun ist das einerseits ein wichtiger und richtiger Schritt, den die Verwaltung mit der Einrichtung dieser Stelle gegangen ist. Werden doch viele Mitarbeiter in den Fachbereichen dadurch entlastet, weil sie neben ihren originären Aufgaben nicht mehr auch noch auf den unterschiedlichsten Kanälen nach Fördermitteln forschen müssen. Auf der anderen Seite aber ist die Stelle ein weiterer Kostenfaktor bei den Personalausgaben. Denn Nicola Böhler muss nun zumindest so viele Unterstützungszahlungen etwa von Bund und Land „ausgraben“, dass sie in der Summe ihr Gehalt abdecken. Aber unterm Strich soll ja ein dickes Plus für die Stadt dabei herauskommen.
Genau dort liegt das eigentliche Problem, über das die Kommunen bundesweit klagen. Denn das System ist grundsätzlich falsch: Warum werden die Städte und Gemeinden von Bund und Ländern nicht gleich pauschal mit ausreichend Zuwendungen ausgestattet, die sie nach eigenem Ermessen in ihre Haushalte einplanen können? Ja, die Kommunen wissen nun einmal am besten, wo und wie sie das Geld ausgeben können. Stattdessen gibt es hier einen Fördertopf und da eine Finanzspritze. Die einen Zuschüsse werden an alle verteilt, die anderen nach dem „Windhundprinzip“ – nur wer am schnellsten ist, bekommt was.
Das alles ist doch Kokolores. Denn das verbrennt einerseits viel Geld – nämlich Personalkosten in den Verteiler- und den Empfängerbehörden. Andererseits ist es ein Wust an Bürokratie. Würden Bund und Länder diese Fördermittel-Struktur einstampfen und das Geld nach einem speziellen Verfahren – etwa anhand der Einwohnerzahl – verteilen, wären die Behörden deutlich agiler, weil weniger durch die aufgeblähte Bürokratie gelähmt.