Der DWD-Klimareport des Saar-Umweltministeriums prophezeit für die nächsten Jahrzehnte gravierende Veränderungen. Auch wenn politisch andere Themen gerade wichtiger scheinen, beim Klimaschutz darf man nicht nachlassen, meint unser Autor.
Meinung | Saarbrücken · Der DWD-Klimareport des Saar-Umweltministeriums prophezeit für die nächsten Jahrzehnte gravierende Veränderungen. Auch wenn politisch andere Themen gerade wichtiger scheinen, beim Klimaschutz darf man nicht nachlassen, meint unser Autor.
16.09.2026 , 09:00 Uhr
Der neue Klimareport der Saar-Umweltministerin prophezeit für die nächsten Jahrzehnte, dass das Klima hier fast mediterran werden könnte. Doch die Aussicht auf Palmen (Symbolbild) an der Saar wäre keine positive, der Klimawandel brächte viele massive Probleme mit sich.
Foto: dpaPalmen an der Saar: Klingt zunächst mal verlockend. Ein bisschen Südkroatien zwischen Völklingen und Saarbrücken – wer wollte da noch nach Mallorca? Man könnte Sonnenschirm und Liege ja an die Saar stellen und behaupten, der Klimawandel habe doch auch eine hübsche Seite. Nur leider kommen die Palmen nicht allein.
Seit 1881 ist die Durchschnittstemperatur hierzulande bereits um rund 2,6 Grad gestiegen, weist der neue Klimareport Saarland unmissverständlich aus. Und: 16 der 20 wärmsten Jahre seit 1881 gab’s hier erst nach der Jahrtausendwende; die acht wärmsten Jahre liegen sogar erst zwischen 2014 und 2025. Die Lage verschärft sich also zusehends und dramatisch. Das ist keine Wetterlaune mehr, kein besonders heißer Sommer, wie es von manchen Politikern gerne abgetan wird. Nach heutigen Projektionen könnte das Saarland um 2071 klimatisch Verhältnisse bekommen, wie wir sie heute aus Südkroatien kennen.
Im Reiseprospekt machte sich das wunderbar. In der Realität bedeutet es mehr Trockenheit, mehr Stress für Wälder und Landwirtschaft, mehr Hitze und auch Hitzetote und zugleich heftigere Starkregenereignisse und wachsende Schäden.
Nun kann man einwenden: Wir haben doch jetzt andere Sorgen! Wirtschaftseinbruch, Arbeitsplatzverluste, industrielle Transformation – soll man den Leuten da noch mit Klimaschutz kommen? Ja. Gerade jetzt. Denn Klimaschutz ist kein Luxusprodukt für Zeiten, in denen alle anderen Probleme gelöst sind.
Man kann Menschen, die jetzt um ihre Jobs fürchten, sicher nicht mit erhobenem Zeigefinger erklären, dass sie gefälligst an 2071 denken sollen. Aber man sollte ihnen auch nicht einreden, der Klimawandel werde schon Rücksicht auf schlechte Konjunkturdaten nehmen.
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