Der Immobilienmarkt in Deutschland bewegt sich langsam wieder in Richtung Normalität. Doch viele Eigentümer zögern, ihre Immobilien ohne Makler zu verkaufen.
Der Immobilienmarkt in Deutschland bewegt sich langsam wieder in Richtung Normalität. Doch viele Eigentümer zögern, ihre Immobilien ohne Makler zu verkaufen.
Die Immobilienmärkte in Deutschland drehen langsam, aber sicher in Richtung Normalität. Weg von den für die Finanzierung schwierigen Phasen der Zinswende. Weg von eisenharten Zeiten mit schleppenden Verhandlungen. Und weg mit Preisen, die Stufen um Stufen nach unten gingen.
Viele Eigentümer möchten 2026 daher den vorsichtigen Optimismus am Markt nutzen. Nachfragen ziehen an. Preise erholen sich. Es wird kürzer verhandelt. Gerade provisionsfreie Immobilie finden nachweislich schneller einen Abnehmer. Das gilt für Kauf- wie Mietobjekte gleichermaßen.
Trotzdem schrecken Verkäufer vor dem Verkauf in Eigenregie zurück. Angeblich zu schwierig, zu zeitaufwendig, zu viele mögliche Fehlerquellen. Dabei ist der Verkauf ohne Makler in den meisten Fällen einfacher, transparenter sowie sicherer und vor allem günstiger, als viele glauben. Was gehört auf die Checkliste von Verkäufern, die ihre Wohnung oder ihr Haus 2026 ohne Makler vermitteln wollen?
Hendrik Richter treibt als Diplom-Ingenieur der RWTH Aachen und CEO von ohne-makler eine transparente, innovative und kostengünstige Alternative zum klassischen Maklermarkt voran. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
Eine häufige Ursache für gescheiterte Privatverkäufe: überzogene Preisvorstellungen. Eigentümer steigen oft mit einem zu hohen Angebotspreis ein und verlieren wertvolle Wochen. Preisreduzierungen werden gleichzeitig auf Portalen angezeigt. Außerdem beobachten Investoren den Markt dauerhaft. Es fällt also auf, wenn ein Preis fällt.
Interessenten interpretieren das als Verhandlungsdruck und bieten entsprechend niedrig oder lassen die Finger ganz von der Immobilie, da diese “verbrannt” wirkt. Diese Thematik kennen auch Makler, die im Zweifel den Preis weiter drücken, um eine schnelle Provision zu erhaschen.
Wie man dem zuvorkommt? Ganz einfach: Wer vor der Veröffentlichung des Inserats den Immobilienwert online ermittelt, ein professionelles Exposé erstellt und sämtliche relevante Dokumente bereithält, ist erfolgreicher.
Wichtig ist, den Preis nicht zu hoch anzusetzen, sondern den zuvor ermittelten Wert zu wählen. Bei ausreichend Interesse ist es dann sogar leichter, den gesetzten Preis nach oben zu verhandeln, als eine zu hohe Forderung durchzusetzen. Auch viele Kaufinteressenten ermitteln den Marktwert. Es entsteht somit eine Transparenz, die im Business mit Immobilien schmerzlich vermisste Mangelware ist.
Extra-Tipp: Auch beim Immobilienverkauf gelten preispsychologische Effekte. Verkäufer können sich das zunutze machen, indem Sie knapp unter markanten Werten bleiben. 100.000, 500.000 oder 1 Million Euro als Beispiele.
So wirken beispielsweise 499.000 Euro deutlich attraktiver als 515.000 Euro. Das ist auch deshalb wichtig, weil viele Interessenten, bei der Suche nach Immobilien “glatte” Preise als Obergrenzen setzen und so Immobilien für beispielsweise 499.000 Euro leichter gefunden werden als welche für 501.000 Euro.
Für eine erfolgreiche Vermarktung kommt es auf eine passende, zielgruppenspezifische Ansprache an. Beim Lesen des Inserats muss sofort klar sein, wer angesprochen ist. Ein passendes Beispiel ist der Klassiker unter den Inseraten: eine Immobilie für Familien mit Nachwuchs.
Die Beschreibung als großes Haus mit großzügigem Garten und einer angrenzenden Grundschule passt für die Suche nach den eigenen vier Wänden. Die Aussage „Familientraum im Grünen“ bringt das Angebot auf den Punkt.
Dagegen klingt „charmantes Traumhaus mit viel Potenzial“ nach allem und nichts und sorgt eher für lustloses Abwinken. Wenn es besondere Merkmale gibt (hochwertige Einbaugeräte, Glasfaseranschluss, E-Ladestation usw.) gehören diese in die Beschreibung der Ausstattung. Das gilt im Übrigen für alle relevanten Details wie eine moderne Heizung, Verglasung der Fenster, Dicke der Wände und so weiter. So haben Interessenten alle Vorteile im Blick.
Auch das Erstellen eines professionellen Exposés mit hochwertigen Bildern ist ein Handwerk, das jeder lernen kann. Die wichtigen Tipps in kompakter Form:
Hinzukommt: Wer im Frühjahr bereits weiß, dass er im Winter sein Haus verkaufen möchte, schießt die Fotos im Frühjahr oder Sommer. Im Winter bei grauem Himmel wirken die Bilder häufig trister. Fotos bei Sonnenschein wecken dagegen das Interesse von Kaufinteressenten.
Es ist durchaus erlaubt, bei den Bildern digital nachzuhelfen. Aber nur dezent, damit Erwartungen und Realität nicht auseinanderfallen. Eine überambitionierte Bildbearbeitung kann sogar kontraproduktiv, weil künstlich und unauthentisch wirken.
Auch die Bilder sollten auf die Zielgruppe ausgerichtet sein. Fotos müssen Assets zeigen, mit denen sich Käufergruppen identifizieren. Man denke wieder an die Familie mit den Kleinen: Das Kinderzimmer mit einem oder zwei hochwertigen Möbeln oder der Garten mit einer Schaukel ist für diese Interessenten wichtiger als der Stadtplan mit den lautesten Bars in der Nähe.
Ein weiteres Werkzeug für den Verkauf in Eigenregie: Home-Staging. Die Kosten sind häufig überschaubar, die Effekte aber groß. Die Immobilie wird so mit passenden Einrichtungsgegenständen ausgestattet, damit die Fotos zwar neutral, aber sehr einladend wirken.
Hilfreich für beide Seiten sind außerdem aufgewertete Grundrisse und virtuelle 3D-Rundgänge. Die Grundrisse erlauben eine Vorstellung von der Zimmeraufteilung.
Mit einem 360-Grad-Rundgang bekommen Interessenten vom heimischen Laptop aus bereits ein gutes Raumgefühl und können den Zuschnitt visuell nachvollziehen. Ohne dafür vor Ort zu sein. Beides lässt sich zu sehr günstigen Preisen umsetzen und bietet enorme Vorteile: Es werden zum einen mehr Interessenten auf das Inserat aufmerksam. Das steigert die Auswahl potenzieller Käufer.
Zum anderen kanalisieren Grundrisse und virtuelle Touren durch das Haus die Kaufinteressenten. Es melden sich nur noch die Leute, zu deren Wünschen diese Immobilie wirklich passt. Das bedeutet eine enorme Zeitersparnis auf beiden Seiten, da unnötige und enttäuschende Besichtigungstermine wegfallen.
Viele private Immobilienverkäufer nutzen nur ein einzelnes Portal zur Immobilienvermarktung. Ein Fehler: Denn so werden Reichweiten verschenkt und potenzielle Käufer außen vorgelassen.
Entscheidend ist die maximale Reichweite. Denn am Ende ist der passende Käufer gesucht. Dieser muss das Inserat aber auch finden. Eine flächendeckende Präsenz auf allen großen und Immobilienportalen ist dafür erfolgsentscheidend. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass Verkaufsangebote auch in Regionen mit geringem Transaktionsvolumen schnell gefunden werden.
Bei starker Konkurrenz können zusätzlich hervorgehobene Platzierungen wie zum Beispiel oben in den Trefferlisten auf den Portalen sinnvoll sein, um mehr Reichweite zu erzielen.
Geht es ans Eingemachte, also die Besichtigung mit echten Interessenten, kann durch einfache Maßnahmen eine positive Atmosphäre geschaffen werden. Kaffeegeruch und saubere Räume gestalten die Immobile interessanter als sterile Leere.
Eine gute Vorbereitung mit diesen Schritten steigert die Erfolgschancen:
Reparaturen:
Defekte Lampen gehören ersetzt. Kaputte Griffe an Fenstern und Türen repariert. Einheitliche Klingelschilder wirken positiv, abbröckelnder Putz an Hausecken dagegen negativ.
Für Sauberkeit sorgen:
Innenräume, Garten und Terrasse sollten ordentlich aussehen und sauber sein. Das wirkt einladend.
Innenausstattung optimieren:
Freie Flächen schaffen, das „Zustellen“ durch zu viele Möbel vermeiden und Pflanzen dezent positionieren. Auch hier kann Home-Staging eine Option sein.
Wohlfühlatmosphäre schaffen:
Geruch und Temperatur können das Interesse bei der Besichtigung beeinflussen. Ausreichendes Lüften verbessert das Raumklima. Je nach Jahreszeit gehören auch beheizte Räume oder durch Rollläden bzw. Jalousien gekühlte Wohnungen dazu.
Bereits kleine Maßnahmen können zu einer besseren Präsentation beitragen. In dieser Atmosphäre fallen Gespräche und erste Verhandlungen deutlich leichter.
Viele glauben, dass nur ein Makler eine Immobilie professionell verkaufen kann. Die Realität sieht anders aus.
Speziell die vielen Hilfsmittel (Grundrissaufbereitung, 360-Grad-Kameras, kostenlose Online-Tools) erleichtern privaten Verkäufern den Verkauf ihrer Immobilie.
Wer strukturiert vorgeht, spart nicht nur die Maklerkosten, sondern hat die Kontrolle über jeden einzelnen Schritt. Private Verkäufer müssen also nicht auf Professionalität verzichten, wenn Sie den Verkauf selbst in die Hand nehmen. Ganz im Gegenteil. Aber sie sparen überflüssige Provisionen!
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