Die Fifa plant, Anteile an ihren Turnieren wie der WM zu verkaufen. Die Uefa reagiert scharf. Aber das sind zunächst nur schöne Worte. Es braucht Taten.
Die Fifa plant, Anteile an ihren Turnieren wie der Weltmeisterschaft zu verkaufen. Die Uefa reagiert mit brüsker Ablehnung. Aber das sind zunächst nur schöne Worte.
Überraschend kann das Vorhaben nach obszöner Geldvermehrung nie kommen. Schließlich reden wir von der Fifa, dem nimmersatten Fußball-Weltverband. Und doch ist „eine Grenze überschritten“, die niemals überschritten hätte werden dürfen, wie die europäische Fußball-Union Uefa in einer scharfen Replik mitteilte.
In der „Times“ sprach ein namentlich nicht genannter Insider von einer „Atombombe“ für den Weltfußball. Und gegen Infantinos Atombombe hilft nur Europas nukleare Notbremse.
„Die Seele und die Führung des Fußballs sind keine Handelsware“, verkündete die Uefa zwar und betonte, niemand sei „Eigentümer des Fußballs“. Das sind schöne, starke, natürlich richtige Worte. Aber pathetische Reden über die Totengräber des Fußballs lassen sich leicht schwingen. Am Ende braucht es Taten, keine (leeren) Drohkulissen.
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Wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ meldete, denkt die Uefa tatsächlich an einen radikalen Schritt: den Boykott aller Fifa-Turniere. Das würde eine WM ohne traditionelle Schwergewichte wie Frankreich, Spanien, England und Deutschland bedeuten.
Europa bildet den Kern des Fußballs, schon immer und 2026 wieder: sechs der acht WM-Viertelfinalisten waren europäisch. Insofern würde ein Fernbleiben einerseits den Wettbewerbswert mindern und andererseits eine finanzielle Säule der Fifa angreifen. Ohne die besten Teams und Spieler verlöre eine WM dramatisch an Reiz wie Reputation. Also an Interesse. Und damit an potenziellen Erlösen. Bei allem Expansionsstreben ist der europäische Markt für den Fußball weiterhin elementar.
Zugleich fließen die opulenten Ströme auch in die andere Richtung: Teams, Verbände und Klubs profitieren vom Fifa-Gigantismus. Ob eine Weltmeisterschaft – mit 48 oder 64 Teilnehmern, jedes vierte oder zweite Jahr, in drei, fünf oder x Austragungsländern – wirklich ohne europäische Beteiligung stattfände, ist momentan nur ein Szenario. Seien wir nicht naiv: ein unwahrscheinliches.
Realistischer erscheint eine Konsequenz für die Klub-WM 2029. Sollen die Uefa-Abgesandten doch mal sagen: Nein danke, Gianni. Nicht mit uns. Aber auch dafür muss der Beweis erst erbracht werden.
„Ohne EU-Länder wäre WM nichts wert”
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