Jürgen Klopp packt beim DFB sofort an: Mit Parkplatz, klarer Ansage und großem Plan will er den Verband umkrempeln – weit über die Hauptaufgabe des Bundestrainers hinaus.
Jürgen Klopp packt beim DFB sofort an: Mit Parkplatz, klarer Ansage und großem Plan will er den Verband umkrempeln – weit über die Hauptaufgabe des Bundestrainers hinaus.
Jürgen Klopp war ganz aus dem Häuschen. Ein eigener Parkplatz! Sogar mit Namensschild! Was da auf den neuen Bundestrainer am DFB-Campus in Frankfurt wartet, war ihm wohl noch nicht bewusst.
Klopp versprach aber: Auf diesem Parkplatz „da wird ab und zu ein Auto draufstehen. Das kann ich schon mal sagen.“
Bedeutet: Klopp packt jetzt an. Klopp ist bereit, den deutschen Fußball zu retten. Und dafür muss er viel mehr als nur Bundestrainer sein.
Von den DFB-Mitarbeitern wurde er an seinem ersten Tag am Campus herzlich empfangen. „Alle haben sich gefreut“, berichtete er auf seiner Vorstellungs-Pressekonferenz am Freitagvormittag. „Ob das immer so sein wird… da bin ich mir nicht so sicher“, räumte er ein.
„Wenn unter dem Stein 'was Gutes ist, dann legen wir den Stein wieder drauf und wir machen es wie vorher. Wenn unter dem Stein 'was ist, was angepasst werden muss, dann machen wir das.“
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Dass es nicht reicht, nur den Bundestrainer auszutauschen, um das deutsche Flaggschiff namens Nationalelf wieder auf Kurs zu bringen, da stimmte Klopp ausdrücklich zu.
Man müsse „ganz viele andere Dinge“ ändern, so der 59-Jährige. Dafür brauche es Leute, die sich darum kümmern, diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Ein paar „Leute“ bringt er mit, wie seine drei Co-Trainer Peter „Piet“ Krawietz und Pepijn Lijnders sowie Ex-BVB-Star Sven Bender. Aber auch sein langjähriger Berater Marc Kosicke stößt in externer Funktion zum Team. Klopp bezeichnete ihn als seinen „Co-Trainer für Strategie, Entwicklung und Innovation.“
Kosicke soll dabei helfen, den DFB zukunftsfähig zu machen – und damit die Nationalmannschaft langfristig und nachhaltig erfolgreich.
Klopp reißt den deutschen Fußball an sich – das kann er sich mit seinem Ruf und seiner Vita in der derzeitigen Situation des Verbandes erlauben. Der DFB ist ihm ausgeliefert. Aber es braucht eben diesen Veränderer, der jetzt anpackt.
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Dabei will er nicht als Alleinherrscher agieren, er wolle nicht für andere entscheiden, sondern „jeden dabei unterstützen, die bestmögliche Entscheidung zu treffen“.
Seine neue Aufgabe fängt nicht bei der Nominierung des Kaders an und hört mit der Abschluss-Pressekonferenz eines Länderspiels auf. Klopp will als Bundestrainer nicht nur die Verantwortung für die A-Nationalmannschaft der Herren übernehmen – er versteht die Aufgabe auch als Verantwortung gegenüber dem gesamten deutschen Fußball.
„Ich war noch nie ein Trainer, der einfach nur vorbeikommt und die Jungs durchbewegt und dann nach Hause fährt, wenn das Training rum ist. Ich habe mich schon immer um die Dinger, die im Verein abgelaufen sind, gekümmert. Ich habe mich immer verantwortlich gefühlt, den Fans des Vereins meine ganze Kraft zur Verfügung zu stellen. Jetzt ist es ein Verband, ein Land. Ich fühle mich auch allen deutschen Fans verpflichtet.“
Wie das am Ende aussieht? Schauen Sie sich nur die Abschiedsbilder aus Mainz, Dortmund oder Liverpool an. An jedem bisherigen Standort hat er weit mehr hinterlassen als sportliche Erfolge. Er selbst habe „dreimal erlebt, wie erfolgreicher Fußball eine Stadt verändern kann“. Er ist überzeugt, „dass erfolgreicher Fußball tatsächlich auch ein Land verändern kann“.
Präsenz ist ihm wichtig – in erster Linie für die Spieler, aber auch für die Fans und Medien. Ob das einen Besuch im Stadion bedeutet, oder ob es heißt, mit seinem Wagen das Namensschild an seinem Parkplatz zu verdecken: Klopp packt jetzt an – und er will weit mehr als nur Bundestrainer sein.
Im Video: 69 Minuten lang überstrahlt Klopp alles,regionOfInterest=(320,180)&hash=3eca010aff9f205408eba3424c8425e7223abf3a8dca4282aad7961c8de006c1)
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FOCUS Online
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