Johannes B. Kerner rechnet mit Argentiniens Provokation nach dem WM-Halbfinale ab: Die Geste sei „befremdlich“ und „gehässig“.
Johannes B. Kerner rechnet mit Argentiniens Provokation nach dem WM-Halbfinale ab: Die Geste sei „befremdlich“ und „gehässig“.
Wieder einmal hat es Argentinien ins Finale geschafft. Nachdem die Mannschaft um Weltstar Lionel Messi im WM-Halbfinale gegen England in Rückstand geraten war, sorgten erneut späte Tore für einen glücklichen Ausgang für die Südamerikaner. Statt sich einfach nur über den Einzug ins Finale zu freuen, ließen sich einige Spieler im Nachgang zu einer provokanten Geste hinreißen, die Johannes B. Kerner als „befremdlich“ bezeichnet.
In der neusten Folge seines Podcasts „Kerners 11“ spricht der WM-Moderator von MagentaTV mit seinem Gast Ingo Zamperoni über das Plakat mit der Aufschrift „LAS MALVINAS SON ARGENTINAS“ - auf Deutsch: „Die Falklandinseln sind argentinisch“ -, mit dem argentinische Spieler direkt nach dem Sieg auf dem Feld feierten.
Johannes B. Kerner stört sich vor allem aus sportlicher Sicht daran, „dass sie im Moment des Sieges das machen“. Er fügt an, dass die Geste dadurch „Gehässigkeit“ und „Feindseligkeit“ signalisiere. „Das hatte so etwas Böses.“ Der 61-Jährige stellt erneut klar: „Mich hat es befremdet.“
„Der Krieg um diese Inseln liegt über 40 Jahre zurück, das Thema ist aber in Argentinien heute ganz offenbar nach wie vor tief verankert“, erklärt Kerner weiter.
Er bezieht sich auf die Schlacht im Jahr 1982 zwischen Argentinien und England um die Kontrolle der Falklandinseln, die nur 500 Kilometer von der argentinischen Küste entfernt liegen, aber von den Briten seit 1833 verwaltet werden - bis heute.
Für Ingo Zamperoni ist das Plakat „auf jeden Fall eine Grenzüberschreitung“ der Argentinier, wie er im Podcast sagt. Dass Fußball nicht komplett unpolitisch sein könne, wisse der ARD-Mann nur zu gut.
Aber: „Du hast gerade gewonnen auf unfassbare Art und Weise. Du hast deinem Land als Mannschaft mehr gegeben, als sie es sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten manchmal hätten erträumen können. Das brauchte es nicht“, zeigt der „Tagesthemen“-Moderator wenig Verständnis für die Aktion.
Zamperoni erkennt die Provokation als „Nachtreten“ in Richtung des geschlagenen Gegners. „Ich fände es auch richtig und konsequent, wenn die Fifa da - in welcher Form auch immer - irgendeine Konsequenz daraus zöge“, meint der Journalist weiter.
Die Fifa hatte nach der Partie angekündigt, den Vorfall zu untersuchen, da politische Botschaften in ihren Wettbewerben verboten sind. Konsequenzen sind bislang nicht bekannt. Das WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien findet am Sonntag, 19. Juli, um 21 Uhr (ZDF) statt.
Von Gianluca Reucher
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