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Ford, Volkswagen, Deutsche Bahn, Tesla, Bosch, Audi, Daimler Truck: Von Untergangs-Ängsten und Unentbehrlichkeiten – der Newsletter „manage:mobility“

Дата публикации: 26-03-2026 06:03:00

Wie Ford in Europa überleben will und warum Uber einen der größten deutschen Start-up-Deals abschließt – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

während die Welt rätselt, wie lange die USA ihren Krieg in Nahost noch fortsetzen wollen und ob Donald Trump nun mit Iran verhandelt oder nicht, haben sich Ölpreise und Börsen auf einen Zickzackkurs begeben. Keimt Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende auf, sinken die Ölpreise, und der Dax springt an. Rückt der Waffenstillstand wieder in weite Ferne, steigen die Ölpreise, und der Dax büßt ein. Und die Spritpreise? Die haben es sich fürs Erste oberhalb der 2-Euro-Marke gemütlich gemacht.

Einen dürfte das besonders ärgern: Jim Farley (63). Der oberste Ford-Chef hat sich von seinem radikalen Elektrokurs verabschiedet und setzt wieder stark auf fette Verbrenner wie den F150, quasi den amerikanischen Traum eines Autos. Ford fährt auf Präsidentenkurs: America first. Dass es auch noch einen Absatzmarkt Europa gibt, scheint der Ford-Chef manchmal zu vergessen.

Womit wir bei unseren Themen der Woche angekommen wären:

  • Wie Ford in Europa gegen den Untergang kämpft.

  • Wie Uber einen der größten deutschen Start-up-Deals durchzieht.

  • Wie es auch Yvonne Bettkober von Audi wegtreibt.

Thema der Woche: Fords europäischer Niedergang

Acht Fabriken, drei Entwicklungszentren, über eine Million verkaufte Autos pro Jahr und zweistellige Marktanteile – fast 100 Jahre war Ford in Europa eine große Nummer. Mit heute noch knapp 300.000 verkauften Autos ist vom einstigen Kulthersteller nur noch ein Herstellerchen übrig geblieben, nicht zuletzt, weil die amerikanische Konzernmutter unter CEO Jim Farley (63) sich vor allem für den US-amerikanischen Heimatmarkt interessiert. Meine Kollegin Margret Hucko hat aufgeschrieben, wie der junge Stratege Christian Weingärtner (43) und der neue Europachef Jim Baumbick gegen alle Widerstände versuchen, die europäische Ford-Tradition zu retten .

Köpfe: Yvonne Bettkober ++ Hans Dieter Pötsch ++ Karin Dohm
Aufstieg zu Daimler Truck: Yvonne Bettkober verlässt Audi

Aufstieg zu Daimler Truck: Yvonne Bettkober verlässt Audi

Foto: Audi
  • Noch im Januar schrieb mein Kollege Christoph Seyerlein, dass Audis Transformationschefin  Yvonne Bettkober (51) eine Anwärterin für einen Vorstandsposten sei. Viele im Volkswagen-Konzern würden ihr diesen Sprung zutrauen. Nur zwei Monate später ist klar: Frau Bettkober hat es geschafft – nur nicht bei Audi. Ab Oktober ersetzt sie bei Daimler Truck Personalvorstand Jürgen Hartwig (58), der das Unternehmen nach 30 Jahren verlässt.

  • Aller guten Dinge sind drei: Nach bereits zwei Amtszeiten als Aufsichtsratschef der Volkswagen AG soll Hans Dieter Pötsch (74) das Kontrollgremium des Wolfsburger Konzerns auch in den ‌kommenden fünf Jahren leiten. Wie mein Kollege Michael Freitag schon im Jahr 2019 schrieb , gilt Pötsch im Konzern als unentbehrlich, er genießt das Vertrauen der Großaktionäre und soll den Konzern durch vielleicht fast so aufregende Zeiten begleiten wie vor zehn Jahren: Damals war gerade der Dieselskandal bekannt geworden.

  • Bis zu 2,4 Millionen Euro Gehalt – für knappe drei Monate Arbeit? Für die (Ex-)Finanzvorständin der Deutschen Bahn Karin Dohm (53) könnte diese Traumsumme womöglich ganz real auf ihrem Konto landen. Und das, obwohl es die Managerin geschafft hat, sich in kürzester Zeit mit dem gesamten Bahn-Vorstand zu überwerfen. Die Hintergründe zu Dohms Entgleisung haben meine Kollegen Margret Hucko und Michael Machatschke aufgeschrieben .

  • Sebastian Wolf versucht sich schon seit vielen Jahren am Aufbau einer europäischen Batteriezellenindustrie. Als er mit dem Projekt des chinesischen Herstellers Farasis in Bitterfeld nicht recht vorankam, wechselte er 2021 zu Volkswagen, im Sommer 2022 gründete man dort die Batteriezellentochter PowerCo. Jetzt hat er, zuletzt Chief Operations Officer, offenbar auch dort genug. Er wolle „eine Chance als CEO außerhalb der Volkswagen-Gruppe“ wahrnehmen, raunt er auf LinkedIn . Die PowerCo gab sich weniger geheimnisvoll: Der bisher für den Aufbau einer geplanten Gigafabrik in Kanada zuständige René Reif übernimmt die Nachfolge.

Unternehmen: Uber ++ Lufthansa ++ Bosch ++ Tesla
Pionier im Luxussegment: Blacklane-Gründer Jens Wohltorf

Pionier im Luxussegment: Blacklane-Gründer Jens Wohltorf

Foto: Fabrizio Bensch / Reuters
  • Egal ob Lufthansa, Swiss, Austrian oder Brussels Airlines, ob ITA Airways oder Edelweiss: Mit keiner dieser Fluggesellschaften werden Sie in den kommenden Monaten in den Nahen Osten reisen können. Im Zuge des Irankriegs gab Lufthansa für fast alle seine Subgesellschaften bekannt, die meisten Nahostverbindungen bis zum Herbst auszusetzen. Nur die Direktflugtochter Eurowings wählt – überraschenderweise – einen anderen Weg.

  • Während Bosch in Deutschland in den kommenden Jahren rund 22.000 Stellen abbauen wird, sorgt der schwäbische Technologiekonzern in Indien für neue Arbeitsplätze: Zusammen mit dem Autozulieferer Tata ​AutoComp Systems hat Bosch ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet mit dem Ziel, E-Achsen und E-Motoren für den indischen Markt zu entwickeln.

  • Wenn er es nicht selbst macht, dann klappt’s nicht. So oder so ähnlich begründet Elon Musk (54) schon seit Längerem Teslas Wunsch nach einer eigenen Chipfabrik. Jetzt will er sie endlich bauen, und zwar zusammen mit seinem Weltraumunternehmen SpaceX. In der sogenannten Terafab in Austin sollen Halbleiter für Autos, humanoide Roboter und Weltraumchips gefertigt werden.

  • Und, gleich noch einmal Tesla, wenn die Betriebsratswahl in die falsche Richtung laufen könnte, nimmt die Geschäftsführung Einfluss? Die Gewerkschaft IG Metall vermutet eine Behinderung der Wahlen im Werk Grünheide durch das Unternehmen – und will das Ergebnis anfechten: „Der Eindruck, dass die Wahl bei Tesla durch Drohungen beeinflusst wurde, ist zu schwerwiegend, als dies nicht gerichtlich zu klären“, erklärte die IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner (58) den ungewöhnlichen Schritt.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Zahl der Woche: 43,7

Der 18. September 2015 gehört zu den absolut düsteren Daten in der Geschichte des Automobils. Damals wurde bekannt, dass Volkswagen eine illegale Abschalteinrichtung in der Motorsteuerung seiner Dieselfahrzeuge verbaut hatte. Es war der Auftakt zu einem unvergleichlichen Wirtschaftskrimi. Später rückten auch andere Hersteller und Zulieferer in den Fokus der Ermittler – darunter Continental. Nun will der Zulieferer mit dem Kapitel weitestgehend abschließen und bittet seine Aktionäre um Zustimmung zu einem Vergleich mit ehemaligen Vorständen und den D&O-Versicherern des Konzerns. Stimmen die Anteilseigner bei der Hauptversammlung am 30. April zu, zahlen die Assekuranzen 43,7 Millionen ‌Euro aus. Gekostet hat Continental der Dieselskandal knapp 300 Millionen Euro. Dafür darf Conti dann aber endlich Abschalten vom Dieselskandal – ganz legal.

Deepdrive: Warum Elektro-Lkw billiger werden und trotzdem kaum fahren

Elektro-Lkw sind zu teuer – und zwar nicht nur wegen der Batterie. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse der Beratung ERM . Die Quintessenz: Ein erheblicher Teil des Preisaufschlags entsteht erst nach der Produktion. Hersteller schlagen bei E-Lkw deutlich höhere Margen und Gemeinkosten drauf als bei Dieselmodellen – etwa doppelt so viel. Leisten können sich das vor allem große, finanzstarke Flotten. Die vielen kleineren Speditionen bleiben außen vor – für sie sind die Fahrzeuge schlicht zu teuer. Oder auch: Alles wie gehabt bei den Elektro-Lkw.

Geisterfahrer der Woche
Die Verkehrswende muss warten: Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs dürfen BMW und Mercedes auch nach 2030 noch Verbrenner verkaufen

Die Verkehrswende muss warten: Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs dürfen BMW und Mercedes auch nach 2030 noch Verbrenner verkaufen

Foto: Uli Deck / dpa

Erleichterung in Stuttgart und München: Der Bundesgerichtshof wies am Montag eine Klage der Umwelthilfe (DUH) gegen BMW und Mercedes ab, wonach die Autobauer ab 2030 keine Verbrenner mehr hätten verkaufen dürfen, da sie sonst die ihnen zukommende Menge an klimaschädlichen Treibhausgasemissionen überschreiten würden. Laut Urteil gibt es jedoch kein vorgeschriebenes CO₂-Budget für einzelne Unternehmen, sondern nur gesetzliche Vorgaben für die Gesamtemission von Treibhausgasen. Da muss der Gesetzgeber noch mal ran, findet DUH-Geschäftsführerin Barbara Metz. Alles recht so, wie es ist, finden sie bei BMW und Mercedes.

Kommen Sie gut durch die Woche!

Ihr Theodor Harzer

­Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .

Unseren Newsletter „manage:mobility“ finden Sie auch hier auf unserer Website.

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