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VW, Riese und Müller, Aston Martin – der Newsletter „manage:mobility“

Дата публикации: 11-09-2025 04:50:00

Warum VW wieder stärker auf die eigenen Händler setzt, wieso sich teure High-Speed-E-Bikes bald durchsetzen könnten und wie der belgische Elektroradhersteller Cowboy um Rettung ringt – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

die IAA Mobility füllt mit ihrem „Open Space“ dieser Tage die Innenstadt Münchens – besonders prominent treten dort die Autohersteller auf: Porsche etwa präsentiert seinen Fans ein überdimensionales Markenlogo auf dem Wittelsbacherplatz, Mercedes schleust seine Besucherinnen und Besucher durch ein riesiges Modell des neuen Sterne-Kühlergrills.

Teuer, schnell – das funktioniert auch auf zwei statt vier Rädern, etwa mit Speed-Pedelecs des hessischen Herstellers Riese und Müller. Die Räder können auf der IAA sogar auf einer Teststrecke im Englischen Garten Probe gefahren werden. Alles Wissenswerte über die Hochgeschwindigkeitsräder und das Geschäft mit ihnen lesen Sie in einem unserer Themen der Woche:

  • Warum sich E-Bikes für mehr als 10.000 Euro bald durchsetzen könnten.

  • Warum bei VW der Elektroautoverkauf nach Teslas Vorbild scheiterte.

  • Wie der belgische E-Bike-Hersteller Cowboy um Rettung ringt.

Thema der Woche: Warum sich E-Bikes für mehr als 10.000 Euro bald durchsetzen könnten
Schneller Flitzer: Mit dem Speed-Pedelec darf man in Deutschland nicht auf Radwegen fahren

Schneller Flitzer: Mit dem Speed-Pedelec darf man in Deutschland nicht auf Radwegen fahren

Foto: Lars Schneider / PR

Zwischen 14 und 19 Kilometern pendeln deutsche Arbeitnehmer im Schnitt zur Arbeit – den meisten erscheint die Strecke zu lang, um sie mit dem Fahrrad zu bewältigen. Speed-Pedelecs, also E-Bikes, die bis zu 45 Kilometer pro Stunde fahren, könnten eine Lösung sein. Der Haken daran: Die Räder kosten schnell mal mehr als 10.000 Euro und fallen in die Kategorie „Kleinkraftrad“, deshalb gelten für sie in Deutschland besonders strenge Regeln. Mein Kollege Lutz Reiche hat sich den Markt angeschaut und mit Managern der Hersteller Riese und Müller und Stromer gesprochen. Sie hoffen auf einen baldigen S-Pedelec-Boom .

Köpfe: Martin Sander +++ John Elkann +++ Friedrich Merz
Vertriebsprofi: VWs Vertriebsvorstand Martin Sander soll das Agenturmodell beim Autohersteller abwickeln

Vertriebsprofi: VWs Vertriebsvorstand Martin Sander soll das Agenturmodell beim Autohersteller abwickeln

Foto: Nils Hendrik Mueller
  • Als eine seiner letzten Amtshandlungen als Ford-Europachef gab Martin Sander (58) 2024 den Agenturvertrieb auf. Kurz danach wurde er Vertriebsvorstand bei VW – und knipst die nächste Agentur aus. VW dreht im Verkauf seiner Elektroautos an Privatkunden in Deutschland um, die Vorstufe zum Direktvertrieb hat nicht funktioniert. Mein Kollege Christoph Seyerlein hat auf der IAA mit Sander darüber gesprochen , warum Tesla seine Autos ohne Händler verkaufen kann, VW aber nicht.

  • Ob Seniorenheim oder Verein zur Unterstützung von Drogenabhängigen darf er sich aussuchen, sicher ist: Der Fiat-Erbe und Milliardär John Elkann (49) muss ein Jahr lang gemeinnützige Arbeit leisten. Dies ist Teil eines Deals, den der Verwaltungsratschef der Autobauer Stellantis und Ferrari mit einem italienischen Gericht schloss. Außerdem verpflichteten sich Elkann und seine Geschwister zu einer Zahlung von 183 Millionen Euro an die italienischen Steuerbehörden. Hintergrund ist ein Streit um den Nachlass von Elkanns 2019 verstorbener Großmutter Marella Caracciolo, der Witwe des legendären ehemaligen Fiat-Chefs Gianni Agnelli.

  • VDA-Chefin Hildegard Müller (58) und Bundeskanzler Friedrich Merz (67; CDU) gehören nicht nur der gleichen Partei an, sie haben auch die gleiche Meinung zum Verbrennerverbot: Muss weg! In seiner Rede auf der IAA Mobility kritisierte Merz „einseitige politische Festlegungen auf bestimmte Technologien“ und forderte „mehr Flexibilität in der Regulierung“, wenn es um Verbrenner geht. Das dürfte Cheflobbyistin Müller geschmeckt haben, die schon lange für eine Kurskorrektur in der EU-Klimapolitik gegenüber der Autoindustrie plädiert.

Unternehmen: Aston Martin +++ Cowboy +++ Tesla
Aston Martin statt Bugaboo: Der Sportwagenhersteller baut jetzt auch Kinderwagen

Aston Martin statt Bugaboo: Der Sportwagenhersteller baut jetzt auch Kinderwagen

  • Formel 1, James Bond, British Racing Green – das alles assoziiert man mit dem britischen Sportwagenhersteller Aston Martin, aber doch sicher nicht … Kinderwagen? Das könnte sich in Zukunft ändern, gab der Autohersteller doch diese Woche eine Partnerschaft mit Egg bekannt , einer englischen Kinderwagenfirma. Der Kleinwagen soll mit „Leistung, Handwerkskunst, Innovation und dezentem Luxus“ daherkommen und die „Essenz von Aston Martin“ den Kleinsten zugänglich machen. Der Preis ist noch unbekannt, das Einsteigermodell von Egg beginnt allerdings bei mehr als 1000 Euro.

  • Cowboy galt als Star am E-Bike-Himmel, doch seit einiger Zeit geht dem belgischen Fahrradhersteller die Luft aus. Im August noch konnte Cowboy sich kurzfristig frisches Geld besorgen und gab eine Partnerschaft mit der französischen Rebirth Group bekannt, doch nun droht schon der nächste Platten. Mein Kollege Lutz Reiche hat aufgeschrieben, ob und wie es mit den Zweirädlern weitergeht .

  • In Europa und China hat Tesla in den vergangenen Monaten bereits an Boden verloren, nun droht für den einstigen Elektropionier auch der Heimatmarkt zum Problemfeld zu werden. Der Marktanteil von Tesla in den USA ist im August auf den niedrigsten Stand seit fast acht Jahren gefallen. Nur noch 38 Prozent der neu zugelassenen Elektroautos stammen von der Firma aus Texas. Der bevorstehende Wegfall der US-Kaufprämie für E-Autos erhöht zudem den Druck auf Tesla und andere Hersteller.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Deepdrive: Diese Regionen hängen besonders am Verbrenner

Sollten Verbrenner, wie bislang geplant, ab 2035 nicht mehr in Europa zugelassen werden dürfen, muss sich eine Vielzahl an Regionen strukturell verändern. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer Studie 36 Regionen identifiziert , deren Wirtschaft besonders stark an der Automobilindustrie und speziell am Verbrenner hängt. In Salzgitter etwa sind rund 14 Prozent aller Arbeitsplätze vom Verbrenner abhängig, im Saarpfalz-Kreis fast 9 Prozent, bundesweit sei die Beschäftigung rund um den Verbrenner seit 2021 um rund 11 Prozent zurückgegangen. Nur durch Transformation hin zu neuen Technologien könne man laut IW die Arbeitsplätze in diesen Regionen langfristig sichern.

Zahl der Woche: 100

Von den knapp 130 Elektroautoherstellern in China könnte in wenigen Jahren nur noch ein Bruchteil übrig sein. Der Marktführer BYD etwa erwartet, dass die Zahl der Anbieter in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt um etwa 100 schrumpfen könnte. Das liegt primär an dem starken Wettbewerb. Viele Hersteller können ihre Fahrzeuge nur noch mit Rabatten unters Volk bringen. „Selbst 20 Hersteller sind zu viel“, sagte Stella Li (55), Executive Vice President von BYD dazu der „Financial Times“.

Geisterfahrer der Woche: Die Kreuzfahrtbranche
Ikone der Meere: Das Bild entstand auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt, der „Icon of the Seas“

Ikone der Meere: Das Bild entstand auf dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt, der „Icon of the Seas“

Foto:

Scott McIntyre / The New York Times / Redux / laif

Spätestens mit der Coronapandemie schienen Kreuzfahrten als Reiseform überholt: Mit Tausenden Menschen eingepfercht auf einem gigantischen Klimasünder – wer würde das in Zukunft noch wollen? Viele – noch viel mehr als vor der Pandemie, wie sich herausstellte. Die maritimen Vergnügungsdampfer zogen im vergangenen Jahr laut Branchenverband Clia weltweit 34,6 Millionen Gäste an. Das sind 16,5 Prozent mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019. Mein Kollege Michael Machatschke hat sich angeschaut, wieso Kreuzfahrtkonzerne die Börse begeistern wie nie zuvor und warum der Rausch trotzdem gefährliche Untiefen hat .

Kommen Sie gut durch die Woche und Schiff ahoi! Am Freitag starten die Hamburg Cruise Days.

Ihr Theodor Harzer

­Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .

Unseren Newsletter „manage:mobility“ finden Sie auch hier auf unserer Website.

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