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Toter Fabian aus Güstrow: Diese 3 Zeugen belasten Gina H. stark

Дата публикации: 20-08-2026 17:00:00

Kurz vor der angekündigten Einlassung von Gina H. rücken mehrere Zeugenaussagen in den Fokus, die im Prozess besonders wichtig wurden.

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Nur noch wenige Tage, dann kommt einer der wichtigsten Tage im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow: Nach insgesamt 21 Verhandlungstagen wird sich die Angeklagte Gina H. erstmals selbst zu Wort melden und sich zu den schwerwiegenden Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern. Laut ihren Anwälten will sie am 24. August ihre Sicht auf die Ereignisse schildern und einige Dinge richtigstellen. Und da gäbe es so einiges: Unter den Zeugen, die bisher vernommen wurden, waren auch einige, die Gina H. schwer belasteten. Wir erinnern an drei Zeugenaussagen, die für die mögliche Schuld der 30-Jährigen besonders schwer wiegen.

Viele Zeugen sagten im Prozess um Fabian aus

Etliche Zeugen wurden im Prozess um den kleinen Fabian bereits gehört – und sie alle trugen mal mehr, mal weniger zur Aufklärung des Falles bei. Trotzdem bleibt die wohl wichtigste Frage im Prozess um den Mord an Fabian: Hat Gina H. den Jungen getötet oder nicht? Das ist aktuell unklar. Sechs weitere Verhandlungstage sind in dem Verfahren stand jetzt angesetzt, am 10. September 2026 soll eigentlich das Urteil fallen.

Fabian aus Güstrow: Mama Dorina klagt an! „Wie würdet ihr euch fühlen?“

Der 30 Jahre alten Gina H. wird vorgeworfen, den kleinen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 getötet zu haben. Sie soll ihn an jenem Freitag unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter gelockt und mit ihm zu einem Waldstück in der Nähe von Klein Upahl, etwa 15 Kilometer entfernt, gefahren haben. Dort tötete sie ihn am Rand eines Tümpels laut Anklage mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers. Die Ermittler glauben, dass Gina H. sich daraufhin vom Tatort entfernte, später aber zurückkehrte, um die Leiche des Jungen mit Brandbeschleuniger anzuzünden.

Fabians Mutter Dorina L. nimmt am Prozess um den Mord an ihrem Sohn als Nebenklägerin teil.

Fabians Mutter Dorina L. nimmt am Prozess um den Mord an ihrem Sohn als Nebenklägerin teil.Jens Büttner/dpa

Wie es wirklich abgelaufen ist, weiß nur der Täter oder die Täterin. Viele Zeugen versuchten, mit ihren Aussagen Licht ins Dunkel des Falles zu bringen. Einige davon belasteten Gina H. stark. Wir erinnern an drei Zeugenaussagen, die besonders deutlich für die Schuld der Frau sprechen. Bis zu einer Verurteilung gilt für Gina H. allerdings die Unschuldsvermutung.

Polizisten berichteten vom Verhalten von Gina H.

Am 14. Oktober 2025, vier Tage nach dem Verschwinden Fabians, wurde die Polizei alarmiert und zum besagten Tümpel bei Klein Upahl gerufen. Die Anruferin war Gina H. – sie gab an, die Leiche des kleinen Fabian gefunden zu haben. Mehrere Zeugen schilderten im Prozess das Verhalten der heute 30-Jährigen, als sie den Beamten den Leichnam zeigte, und berichteten von merkwürdigen Aussagen von Gina H.

Fabian aus Güstrow: Polizist packt aus! So reagierte Gina H. auf die Leiche

Bevor sie die Polizeibeamten etwa zu Fabians Leiche führte, soll sie mehrfach darauf hingewiesen haben, dass am Tümpel ihre eigenen Spuren zu finden seien, weil sie dort mit dem Hund einer Bekannten gewesen sei. Das berichtete einer der Polizeibeamten, die zuerst am Tatort waren, in seiner Vernehmung.

Er habe das zunächst nicht hinterfragt. „Im Nachhinein kam uns das ein bisschen komisch vor. Als Polizisten wissen wir sowas ja“, sagte der Polizeibeamte laut Berichten vor Gericht. „Es machte uns ein bisschen stutzig, dass das von allein kommt.“ Außerdem habe sie nicht besonders emotional auf den Leichenfund reagiert. „Was ich erwartet hatte, war eine Niedergeschlagenheit. Das hat sich vor Ort nicht so dargestellt. Beide wirkten nicht getroffen, nicht geschockt.“

Gina H. wurde an jedem der Verhandlungstage mit Fußfesseln zu ihrem Platz geführt. Ihr wird vorgeworfen, Fabian aus Güstrow getötet zu haben.

Gina H. wurde an jedem der Verhandlungstage mit Fußfesseln zu ihrem Platz geführt. Ihr wird vorgeworfen, Fabian aus Güstrow getötet zu haben.Stefan Sauer/dpa

Auch die Aussage einer Polizeibeamtin, die mit am Tatort war, machte stutzig. Sie bestätigte, dass Gina H. auf ihre eigenen Spuren am Tatort hinwies – und dass sie keine Gefühlsregung zeigte. „Ich hatte das Gefühl, sie hat versucht, durch den Satz ,Ich brauche einen Seelsorger‘ diese Emotionen, die sie nicht zeigen konnte, zu transportieren“, sagte die Polizistin. Gina H. habe nicht erschüttert gewirkt. „Sie wirkte auf mich, als hätte sie das, was sie sagt, zurechtgelegt und abgerufen.“

Handy-Daten zeigen merkwürdige Suchanfragen

Einer der wohl wichtigsten Gegenstände im Prozess um den Mord an Fabian ist das Smartphone von Gina H. Denn im Rahmen der Ermittlungen wurden auch das Gerät und die Handydaten analysiert. Im Verfahren wurden immer wieder Chatnachrichten verlesen und Sprachnachrichten abgespielt, die unter anderem Einblicke in die Beziehung zwischen Gina H. und Matthias R., dem Vater des getöteten Fabian, geben. Mit Spannung erwartet wurde aber auch die Vorstellung der Datenanalyse des Smartphones durch einen Spezialisten der Ermittlungsbehörden.

Das Smartphone war das wichtigste Kommunikationsmittel von Gina H. Im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow wurden deshalb auch immer wieder Sprachnachrichten vorgespielt und Chats verlesen.

Das Smartphone war das wichtigste Kommunikationsmittel von Gina H. Im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow wurden deshalb auch immer wieder Sprachnachrichten vorgespielt und Chats verlesen.Bernd Wüstneck/dpa

Der Kriminalbeamte sprach von rund 300.000 Interaktionen mit dem Smartphone in dem Zeitraum, in dem es untersucht wurde. Gina H. nutzte es also sehr intensiv, das Handy war für sie ein wichtiger Begleiter. Umso auffälliger, dass sie es ausgerechnet am Tag der Tat für mehrere Stunden abschaltete. Zwischen 11.22 Uhr und 12.42 Uhr war das Telefon abgeschaltet oder im Flugmodus. „Das ist ein besonderes Ereignis“, sagte der Ermittler. Auch die Tierärztin von Gina H. sagte in einer Vernehmung, dass sie sich am Tag von Fabians Verschwinden wunderte, warum Gina H. lange nicht auf eine Nachricht antwortete. Sonst habe sie immer innerhalb von acht Minuten eine Antwort bekommen.

Mord an Fabian aus Güstrow: Die gruselige Handy-Akte von Gina H.

Auch andere Dinge, die durch das Smartphone dokumentiert wurden, sind merkwürdig. So suchte Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden gezielt nach Polizeimeldungen. Am Nachmittag verschickte sie demnach außerdem Nachrichten an Freunde, in denen sie mitteilte, sie mache gerade ihr Auto sauber. Am Tag nach dem Mord googelte sie außerdem „fressen Wildschweine Menschen“ und „fressen Wildschweine tote Menschen“. Außerdem legen Nachrichten, die Gina H. verschickte, den Verdacht nahe, dass sie mit Bekannten Absprachen zu einem möglichen Alibi traf.

Tümpelzeugin wandte sich gegen Gina H.

Am wichtigsten im Prozess dürften bisher aber wohl die sogenannten Tümpelzeugen gewesen sein – drei Bekannte von Gina H., die die Angeklagte schon vor dem Fund der Leiche zum Tümpel geführt haben soll, um ihnen Fabians Überreste zu zeigen.

Am Abend vor dem offiziellen Leichenfund bat sie zunächst Christian D., mit ihr in der Gegend nach Fabian zu suchen, denn sie sei mit dem Jungen dort angeblich zum Schlittenfahren gewesen, obwohl es dort keine Hügel gibt. Christian D. ist Jäger und sollte ihr bei der Suche mit einem Nachtsichtgerät helfen. Gemeinsam fanden sie die Leiche. Vor Gericht sagte er aus, dass er im Nachhinein das Gefühl habe, Gina H. habe genau gewusst, wo sie hingehen muss. Nach dem Fund alarmierten sie nicht die Polizei.

Fabian aus Güstrow: Zeugin packt aus! Der makabre Tümpel-Plan von Gina H.

Nur Stunden später kehrte Gina H. mit ihrem Nachbarn Olaf K. zum Tümpel zurück. Ihm hatte sie erzählt, sie habe gemeinsam mit Christian D. die Leiche gefunden, sei sich aber nicht ganz sicher. Nach dem Fund passierten weitere merkwürdige Dinge: An den Tagen danach habe Gina H. ihm etwa mehrere Turnschuhe gebracht und ihn gebeten, diese bei sich aufzubewahren. Außerdem habe sie ihn mit Aussagen wie „Sagst du irgendwas, das nicht passt, dann kommen die, und dann bin ich weg“ unter Druck gesetzt. Olaf K. sprach auch davon, dass sie ihn manipuliert habe.

Am 14. Oktober 2025 wurde die Leiche des kleinen Fabian aus Güstrow an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden. Polizisten untersuchten den Tatort anschließend ausführlich.

Am 14. Oktober 2025 wurde die Leiche des kleinen Fabian aus Güstrow an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden. Polizisten untersuchten den Tatort anschließend ausführlich.Bernd Wüstneck/dpa

Die wichtigste Zeugin dürfte aber Heike M. sein, eine langjährige Freundin von Gina H. Gemeinsam mit der Angeklagten fuhr sie am Morgen des 14. Oktober 2025 zum Tümpel. Der Grund: Gina H. wollte den Fund der Leiche der Polizei melden, dabei aber offenbar nicht selbst in den Fokus der Ermittler geraten.

Also bat sie Heike M., mit ihren Hunden zum Tümpel zu kommen. Bei einem zufälligen Spaziergang sollte einer der Hunde die Leiche finden. Doch Heike M. spielte nicht mit: Schon am Tatort soll sie einem Polizeibeamten im Auto berichtet haben, dass der Fund nicht wirklich ein Zufall war, sondern ein gezielter Plan von Gina H.

Mord an Fabian aus Güstrow: Zeugin leidet unter Tümpel-Plan von Gina H.

Sie habe ihrer langjährigen Freundin schon vorher gesagt, dass sie nicht lügen werde. Auch Heike M. gab an, dass Gina H. sehr unemotional reagierte. Als die heute 30-Jährige vom Tümpel kam, habe sie gesagt: „Er ist das noch. Er sieht schlimmer aus als beim ersten Mal.“

Außerdem habe sie gefragt, ob sie die Leiche fotografieren soll, denn Heike M. ist auf einen Rollator angewiesen und konnte nicht selbst zum Tümpel hinabsteigen. Diese Dinge machten Heike M. stutzig. „Wenn ich den Kleinen da finde und ich komme da hoch und ich bin so gefühllos – das war so kalt.“

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