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Fabian aus Güstrow: Mama Dorina klagt an! „Wie würdet ihr euch fühlen?“

Дата публикации: 18-08-2026 19:05:08

Kurz vor den letzten Prozesstagen spricht Fabians Mutter über die Belastungen des Verfahrens und den Umgang der Öffentlichkeit mit ihrem Schicksal.

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In der kommenden Woche wird der Prozess um den Mord an dem kleinen Fabian aus Güstrow fortgesetzt – und der Countdown zum Urteil läuft: Noch sechs Verhandlungstage sind aktuell geplant, bis das Gericht voraussichtlich am 10. September 2026 eine Entscheidung über das Schicksal der Angeklagten Gina H. fällen muss. Hat sie den Jungen getötet oder nicht? Das ist momentan noch unklar. Vor allem das Umfeld von Fabian dürfte sich freuen, wenn das Verfahren endlich ein Ende hat und wieder etwas Ruhe einkehrt. Seine Mutter Dorina schilderte jetzt, wie sie unter dem laufenden Prozess leidet.

Fabian aus Güstrow: Garten ist Ruhepol von Mama Dorina

Schon während der Sommerpause im Mordprozess um Fabian aus Güstrow meldete sich Fabians Mama Dorina in einem langen Interview zu Wort. Sie hat das Verfahren von Anfang an verfolgt, denn Dorina L. tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf.

Doch im Laufe der mehrere Wochen langen Unterbrechung zog sie sich zurück – und verbrachte unter anderem viel Zeit im Garten. „Das ist ein Ruheort für mich, um einen klaren Kopf zu bekommen“, sagte sie in einem Interview mit dem YouTube-Kanal „Jens fragt nach“.

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In dem grünen Paradies könne sie sich gut ablenken, denn hier sei es sehr ruhig, sagt Fabians Mama. „Hier ist man nicht in der Öffentlichkeit.“ Es ist ein wichtiges Stichwort: Seit Monaten schon kennt einfach jeder Dorina L. – spätestens seit ihren Auftritten vor Gericht ist ihr Gesicht deutschlandweit bekannt.

Zur Belastung wird das aber vor allem in ihrer Heimatstadt. „Güstrow ist ja nicht groß. Ich weiß, dass viele das nicht böse meinen, aber immer diese anstarrenden Blicke zu bekommen … ich kann mich hier nicht mehr frei bewegen, ohne dass man mich sieht.“

Die 30 Jahre alte Gina H. soll den kleinen Fabian aus Güstrow im Oktober 2025 getötet haben. Ob sie es wirklich war, ist aktuell unklar. Das Urteil soll am 10. September fallen.

Die 30 Jahre alte Gina H. soll den kleinen Fabian aus Güstrow im Oktober 2025 getötet haben. Ob sie es wirklich war, ist aktuell unklar. Das Urteil soll am 10. September fallen.Danny Gohlke/dpa

Natürlich habe sie das gewollt. Immer wieder hatte Dorina L. betont, dass sie als Nebenklägerin auftritt, weil sie ihrem toten Sohn ein Gesicht geben möchte. Sowohl in der Öffentlichkeit als auch und vor allem im Gerichtssaal: Gina H. solle das Gesicht der Mutter des toten Jungen vor sich haben, sagte Dorina L.

Doch längst wird sie nicht mehr nur im Gerichtssaal beobachtet. „Ich weiß, dass ihr mich erkennt“, sagt sie, gerichtet an jene Leute, die sie gern anstarren. „Aber dann guck mich an und dann mach das weiter, was du sowieso machen wolltest.“ Es sei auch nicht schlimm, wenn man sein Beileid aussprechen möchte – aber es sei schlimm, angestarrt zu werden.

Fabians Mama kann nicht alleine einkaufen gehen

Sie schaffe es deshalb beispielsweise noch nicht, allein einkaufen zu gehen. Dorina L. hat deshalb eine wichtige Botschaft für alle, die den Blick nicht von ihr abwenden können. „Versucht euch da reinzuversetzen. Möchtet ihr angestarrt werden?“ Sie selbst versuche immer viel zu reflektieren, auch bei den Aussagen einzelner Zeugen vor Gericht. „Ich versuche, das nachzuvollziehen, wie sie sich in diesem Moment gefühlt haben“, sagt Fabians Mama. „Versucht das einfach mal bei euch. Wie würdet ihr euch damit fühlen?“

Dorina L. war an fast allen Prozesstagen im Mordprozess um den Tod ihres Sohnes Fabian dabei. Nur an Tagen, an denen Bilder vom Tatort und von Fabians leiche gezeigt werden mussten, blieb sie der Verhandlung fern.

Dorina L. war an fast allen Prozesstagen im Mordprozess um den Tod ihres Sohnes Fabian dabei. Nur an Tagen, an denen Bilder vom Tatort und von Fabians leiche gezeigt werden mussten, blieb sie der Verhandlung fern.Jens Büttner/dpa

Wenn Dorina L. darüber Unmut äußert, dass sie so im Rampenlicht steht, hört sie auch immer wieder, sie habe es sich ja ausgesucht. Doch dem widerspricht sie deutlich – und unter Tränen. „Ich habe mir gar nichts ausgesucht“, sagt sie. „Ich hätte mit Fabi gern mein Leben weitergelebt, ihn in die Regionalschule begleitet, ihn die Jugendweihe erleben lassen. Manchmal verstehe ich nicht, was Leute sich einbilden.“

Jeder müsse sich selbst reflektieren, wie er oder sie damit umgehen würde. Um den Sinn zu verstehen, warum sie all das auf sich nimmt. „Fabi hat immer noch ein Gesicht. Und das soll vor allem die schuldige Person immer begreifen.“

Das wird Gina H. im Fall Fabian vorgeworfen

Ob Gina H. wirklich verantwortlich für den Tod des Jungen ist, ist aktuell noch unklar – für die 30-Jährige gilt bis zu einer Verurteilung durch das Gericht die Unschuldsvermutung. Ihr wird vorgeworfen, den kleinen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter gelockt zu haben.

Laut Anklage fuhr sie mit ihm zu einem Waldstück bei Klein Upahl und tötete ihn am Rand eines Tümpels mit mindestens sechs Messerstichen. Später soll sie seine Leiche mit Brandbeschleuniger angezündet haben, um Spuren zu vernichten.

Toter Fabian aus Güstrow: Wieder Pause im Prozess! Das ist der Grund

Seit dem 7. November 2025 sitzt Gina H. in Untersuchungshaft. Der Mordprozess im Fall Fabian aus Güstrow läuft seit Ende April. Etliche Zeugen wurden gehört, weitere Vernehmungen sind an den verbleibenden sechs Prozesstagen geplant. Wichtig wird aber vor allem der 24. August: An diesem Tag will Gina H. endlich ihr Schweigen brechen und sich zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußern.

Haben Sie den Fall Fabian aus Güstrow verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!

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