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Harzsch Orchestra – Kompakte Komplettheit

Дата публикации: 23-08-2026 16:00:06

Der Beitrag Harzsch Orchestra – Kompakte Komplettheit erschien zuerst auf lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN.


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Die Harzsch Orchestra präsentiert im kompakten Format die optischen und akustischen Maximen der Manufaktur: dezent-reduziertes Design im Bauhaus-Stil, akkurate, natürliche und tiefreichende Wiedergabe durch harte Membranen, Bassreflex-Abstimmung und symmetrischen Weichenaufbau. Welchen High End-Hörgenuss dieses Klasse-Kombination ermöglicht, zeigt die Orchestra in unserem Test.

Die Harzsch Orchestra präsentiert sich als hochwertiger Kompaktlautsprecher mit minimalistischen Bauhaus-Design.

Die Harzsch Orchestra präsentiert sich als hochwertiger Kompaktlautsprecher mit minimalistischen Bauhaus-Design.

Immergleicher Anfang, einzigartiges Ende: Der Boxenbau beginnt bei den meisten Manufakturen mit der Suche eines Musik-Begeisterten und Technik-Versierten nach dem richtigen Lautsprecher, findet dann seine Fortsetzung in der Entwicklung des eigenen Ideal-Schallwandlers – und mündet schließlich in einer überraschend unikalen Vollendung: Obwohl viele Entwickler auf klassische Konzepte setzen, stehen am Ende des Entstehungsprozesses bei verschiedenen Herstellern ebenso verschiedene Lautsprecher – aufgrund jeweils eigener Entwicklungshistorien, technischer Ansätze und akustischer Ansprüche. Das gilt auch für Oliver Harzsch: Der Maschinenbauer und Musikenthusiast hat den Lautsprecherbau vier Dekaden als ambitioniertes Hobby betrieben. Nun führt er seine Mission, eine optimale, detailreiche Wiedergabe zu erreichen, professionell mit der High End-Manufaktur Harzsch Audio Systems fort – und präsentiert als Ergebnis aus 40 Jahren Erfahrung und Know-how-Kumulation ein kleines, aber feines Portfolio, das aus zwei Standlautsprechern und einem Kompaktschallwandler besteht. Sie alle folgen den gleichen Maximen der Manufaktur, die wir mit dem kleinsten Modell kennenlernen: der Orchestra.

Der Korpus erstreckt sich 35 Zentimeter in die Tiefe. So wirkt die Orchestra trotz ihres durchaus voluminösen Gehäuses schlank. Die Abrundung aller Ecken und Kanten des Korpus sorgen dabei für die Geschmeidigkeit der Optik.

Der Korpus erstreckt sich 35 Zentimeter in die Tiefe. So wirkt die Orchestra trotz ihres durchaus voluminösen Gehäuses schlank. Die Abrundung aller Ecken und Kanten des Korpus sorgen dabei für die Geschmeidigkeit der Optik.

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Hochwertige Anmutung, minimalistische Ästhetik

Gleich schon mit ihrem optischen Auftritt zeigt die Orchestra den für alle Modelle geltende Design-Anspruch von Harzsch: hochwertige Anmutung, minimalistisch-dezente Ästhetik im Bauhaus-Stil, klassische Formsprache mit schlanken Proportionen. Das erreicht Harzsch bei der Orchestra zuallererst durch ein Gehäuse, das 42 Zentimeter aufragt, 24 Zentimeter schmal ist und sich 35 Zentimeter in die Tiefe erstreckt. Somit bietet die Orchestra trotz des ranken Auftritts reichlich Korpusvolumen. Dezente Radien vermeiden trotz der klassischen Quader-Form harte Ecken oder Kanten. Die markanten Verrundungen beim Übergang von den Wangen zur Schallwand erhöhen dazu die optische Geschmeidigkeit. Diese Zwanzig-Millimeter Radien haben aber auch einen akustischen Zweck: Die sanften Übergänge vermeiden die sogenannte Kantendiffraktion. Damit bezeichnet man die an harten Schallwand-Kanten stattfindende Beugung und Streuung der Schallwellen, die die Chassis abstrahlen. Dadurch entstehen im Kantenbereich neue Sekundärschallquellen. Dies führt zu Interferenzen mit den ursprünglichen Schallwellen und zu einer Beeinträchtigung des gesamten Lautsprechers-Abstrahlverhaltens. Sanfte Übergänge können diesen Effekt vermeiden.

Die starke Verrundung der Front-Wangen-Übergänge sind nicht nur ein Design-Item, sondern verhindert auch Schallbeugungen, die an harten Kanten auftreten würden. Die tiefschwarze und hochglänzende Lackierung offenbart hier ihr Funkeln, das durch eingearbeitete Goldpartikel zustande kommt.

Die starke Verrundung der Front-Wangen-Übergänge sind nicht nur ein Design-Item, sondern verhindert auch Schallbeugungen, die an harten Kanten auftreten würden. Die tiefschwarze und hochglänzende Lackierung offenbart hier ihr Funkeln, das durch eingearbeitete Goldpartikel zustande kommt.

Feines Finish, massiver Korpus

Dieser sanft gerundete und wohlgestaltete Korpus ist bei unserem Testmodell nun mit einem tiefschwarzen High-Gloss-Finish veredelt. Aufgrund der Sattheit und Tiefe des Schwarztons wirkt der Lack fast noch feucht. Durch feine, in dieses Finish eingearbeitete Gold-Partikel kommt zum Hochglanz noch ein leichtes Funkeln, was die Orchestra abermals edler wirken lässt. Harzsch bietet seine Lautsprecher alternativ und ohne Aufpreis in allen RAL-Farben an und erfüllt ebenso spezielle Kundenwünsche. Zudem kann der Korpus mit verschiedenen Echtholz-Furnieren bekleidet werden – oder mit einer Folierung, falls man etwa eine Carbon-Optik wünscht. Die Gehäuse samt Finish oder Furnier lässt Harzsch von einem Schreiner aus Süddeutschland fertigen – und der liefert saubere Präzisionsarbeit. Sie reicht bis zum Inneren, denn die Orchestra besitzt in ihrem dickwandigen Gehäuse zusätzliche Verstrebungen. Sie bürgen im Verbund mit dem 25 Millimeter starken MDF-Korpus für eine hochgradige Schwingungs- und Resonanzresistenz. Dieser Materialeinsatz sorgt auch für das satte Gewicht von knapp 16 Kilo.

Bei diesem Vorab-Testmodell ist das Emblem der Manufaktur noch aufgeklebt. Beim Serienmodell wird es als verchromte Alu/Druckguss-Plakette realisiert und wie eine Intarsie in den Korpus eingelassen. Auf Wunsch wird das Emblem aber auch weggelassen.

Bei diesem Vorab-Testmodell ist das Emblem der Manufaktur noch aufgeklebt. Beim Serienmodell wird es als verchromte Alu/Druckguss-Plakette realisiert und wie eine Intarsie in den Korpus eingelassen. Auf Wunsch wird das Emblem aber auch weggelassen.

Top-Tweeter mit Beryllium-Kalotte

Auf der Schallwand besorgen nun zwei Chassis die Schallwandlung. Harzsch hat sich nach unzähligen Hörtests grundsätzlich auf Treiber mit hochgradig harten Membranen festgelegt, weil sie die gewünschte Präzision, Akkuratesse und Impulstreue bieten. In allen Harzsch-Modellen kommen sogar gleiche Tweeter und der gleiche Woofer zum Einsatz. Bei letzterem differiert allein die Anzahl, um verschiedene Auslegungen realisieren zu können. Bei der Orchestra als klassischem Zwei-Wege-Lautsprecher gesellt sich ein Woofer zum Tweeter. Den Hochton liefert ein Spitzenmodell aus SB Acoustics Spitzen-Serie Satori: Er schallwandelt mit einer Kalotte aus Beryllium. Sie kann bis rauf zu stratosphärischen 40 Kiloherz schallwandeln. Die harte, spröde und deshalb empfindliche Metallkuppel wird durch ebenso markante wie filigrane Metallbügel geschützt. Zur Optimierung der Abstrahlung ist die Membran in eine Schallführung eingelassen. Diese hochwertige, komplett in Metall realisierte Frontplatte ist zweiteilig: Dies bewirkt eine mechanische Entkopplung des inneren Rings mit dem Tweeter vom äußeren Ring für die Montage auf der Schallwand.

Im Hochton agiert ein Top-Tweeter aus SB Acoustics Spitzen-Serie Satori. Er schallwandelt mit einer ultraharten Kalotte aus Beryllium und erreicht Frequenzen bis hin zu 40 Kilohertz.

Im Hochton agiert ein Top-Tweeter aus SB Acoustics Spitzen-Serie Satori. Er schallwandelt mit einer ultraharten Kalotte aus Beryllium und erreicht Frequenzen bis hin zu 40 Kilohertz.

Spezial-Woofer mit Keramik-Konus

Ab etwa zwei Kilohertz übernimmt dann der Woofer. Er agiert in der Orchestra als Mitteltieftöner. Auch hier setzt Harzsch bei der Membran auf Härte: Sie besteht aus einer Keramik-Struktur. Der 17-Zentimeter-Treiber stammt von Accuton. Dahinter steht mit Thiel & Partner ein in High End-Kreisen hochgeschätzter Chassis-Spezialist. Die Domäne der Kölner sind komplett durchkeramisierte Membranen: Sie sind ultrahart, extrem steif, besitzen durch die Kristallgitter-Anordnung und die Porosität des Aluminiumoxids eine ungewöhnlich hohe interne Dämpfung und Resonanzarmut. Die konkave Form des Konus sorgt zudem für eine gleichmäßige und damit optimale Energieverteilung. Diese Membran ist bei unserem Modell weiß, auf Wunsch wird die anthrazitfarbene Alternativ-Version eingebaut. Im Verbund mit einem ausgezeichneten Antrieb meistert der Woofer den Mitten- und Bassbereich bis 32 Hertz. Diesen Tiefgang ermöglicht auch die Bassreflex-Abstimmung. Ihr Port ist nach unten gerichtet. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Abstrahlung und verhindert die Abstrahlung von Mittenanteilen Richtung Hörer, wie es ein frontseitiger Port vollführt.

Die Mitten und Bässe übernimmt ein 17 Zentimeter durchmessender Accuton-Treiber mit Keramik-Membran. Sie ist, wie die Beryllium-Membran des Hochtöners, extrem hart, aber auch spröde – und wird deshalb ebenfalls von einem Gitter geschützt. Wem die helle Membran zu auffällig ist, dem baut Harzsch die Woofer-Version mit anthrazitfarbener Schwingfläche ein.

Die Mitten und Bässe übernimmt ein 17 Zentimeter durchmessender Accuton-Treiber mit Keramik-Membran. Sie ist, wie die Beryllium-Membran des Hochtöners, extrem hart, aber auch spröde – und wird deshalb ebenfalls von einem Gitter geschützt. Wem die helle Membran zu auffällig ist, dem baut Harzsch die Woofer-Version mit anthrazitfarbener Schwingfläche ein.

Symmetrische Frequenzweiche

Für das perfekte Chassis-Zusammenspiel bürgt nun eine besondere Frequenzweiche: Sie ist symmetrisch aufgebaut. Die Chassis sind also nicht, wie üblich, mit ihrem Minuspol direkt gen Masse geführt, während vor dem Pluspol alle Weichenkomponenten sitzen, die dafür sorgen, dass dem Chassis nur jene Frequenzanteile zugewiesen werden, die es schallwandeln soll. Stattdessen sind die Treiber beidseitig mit den gleichen Bauteilen umgeben. Diese symmetrische Einbettung der Chassis verringert die Rückwirkung des Lautsprechers auf den Verstärker und verspricht eine sauberere Wiedergabe mit größerer Reinheit, höherer Auflösung und besserer Abbildungsgenauigkeit. Dies wird durch die Bestückung mit besten Bauteilen der Kölner Koryphäen Mundorf befördert. Für die Entwicklung dieser aufwändigen Weiche hat Harzsch die Expertise von Klangmeister in Anspruch genommen. Der renommierte, Lemgoer Schallwandler-Spezialist übernimmt auch die Fertigung dieser symmetrischen Weiche. Zu ihr führen Lautsprecher-Klemmen des Essener Experten WBT. Bei Hartsch wird nun in der Castrop-Rauxeler Manufaktur die Orchestra zusammengebaut und damit das „Made in Germany“ vollendet.

Die Orchestra ist mit Single-Wire-Anschlüssen ausgestattet. Sie stammen aus der nextgen-Serie von WBT. Zugunsten einer maximalen Klangneutralität besitzen sie einen minimale Metall-Anteil. Auf diesem Bild erkennt man besonders gut den funkelnden Effekt der in den Hochglanz-Lack eingearbeiteten Goldpartikel.

Die Orchestra ist mit Single-Wire-Anschlüssen ausgestattet. Sie stammen aus der nextgen-Serie von WBT. Zugunsten einer maximalen Klangneutralität besitzen sie einen minimale Metall-Anteil. Auf diesem Bild erkennt man besonders gut den funkelnden Effekt der in den Hochglanz-Lack eingearbeiteten Goldpartikel.

Aufstellung auf Spikes oder Stative

Die Orchestra ist für Räume bis 25 Quadratmeter ausgelegt. Erfolgt in diesem Ambiente die Platzierung auf einem Möbel, stellt man die Lautsprecher auf die mitgelieferten Spikes. Sie sorgen für eine definierte Ankopplung an den Untergrund und zugleich für jenen Abstand, der nötig ist, damit der Bassreflex-Port seine Schallanteile frei abstrahlen kann. Damit die Orchestra ohne negativen Klangeinfluss eines Möbels schallwandeln kann, bietet Harzsch ein optionales Stativ an. Dann befindet sich auch der Tweeter automatisch auf dem optimalen Niveau von 95 Zentimetern – jener Höhe, die er per se auch bei den Standlautsprechern von Harzsch aufweist. Damit die Bassreflex-Abstrahlung funktioniert, besitzt die Stellfläche des Stativs eine passende Aussparung. Die Formgebung und die Anordnung der drei Beine befördern ebenfalls die ungestörte Schallabstrahlung. Die bodenseitige Sockelplatte wird auf Wunsch des Kunden angepasst: Sie bietet entweder die gleiche Grundfläche wie das Gehäuse der Orchestra oder eine größer Ausdehnung zugunsten einer höheren Standsicherheit.

Platziert man die Orchestra auf einem Board, dienen die mitgelieferten Spikes für eine definierte Ankopplung an den Untergrund. Die Metallkegel sorgen ebenso für den nötigen Abstand zum Board, damit die Ventilierung des bodenseitigen Bassreflex-Ports funktioniert.

Platziert man die Orchestra auf einem Board, dienen die mitgelieferten Spikes für eine definierte Ankopplung an den Untergrund. Die Metallkegel sorgen ebenso für den nötigen Abstand zum Board, damit die Ventilierung des bodenseitigen Bassreflex-Ports funktioniert.

Die Harzsch Orchestra in der Praxis

Da das Stativ optional ist, starten wir den Test erst einmal allein mit der Orchestra. Wir unterfüttern sie mit den mitgelieferten Spikes und stellen sie auf unser Sideboard. Hier stehen schon der Streamer Lumin D3 und der Vollverstärker Hegel H360 als Spielpartner parat. Zum Aufstellen und Ausrichten wählen wir Patricia Barbers Song „Silent Partner“ vom Album „Modern Cool“, das als audiophiler Klassiker gilt. Der Song setzt nach einem einleitenden gemeinsamen Einsatz von Klavier, Bass und Schlagzeug schnell mit Barbers Gesang ein. Mit ihrer Stimme und der Band-Begleitung erreichen wir schnell ein stimmige und größenrichtige Abbildung – auch weil, die Orchestra es uns sehr leicht macht: Mit der Anordnung im üblichen Stereo-Triangel, bei dem Lautsprecher und Sofa ein gleichschenkliges Dreieck ergeben, und einer leichten Einwinklung hin zum Hörplatz ist die Aufstellung erledigt. So schnell die Platzierung gelingt, so schnell stellt sich nun auch der Hörgenuss ein.

Auf Stativen performen Kompaktlautsprecher am Besten: So entfällt der Schwingungs- und Resonanz-Einfluss des Mobiliars, welches zumeist nicht für eine audiophile Nutzung ausgelegt ist. Durch das optionale Harzsch-Stativ befindet sich die Orchestra dann auch auf optimalem Niveau. Der Tweeter agiert dann auf einer Höhe von 95 Zentimetern.

Auf Stativen performen Kompaktlautsprecher am Besten: So entfällt der Schwingungs- und Resonanz-Einfluss des Mobiliars, welches zumeist nicht für eine audiophile Nutzung ausgelegt ist. Durch das optionale Harzsch-Stativ befindet sich die Orchestra dann auch auf optimalem Niveau. Der Tweeter agiert dann auf einer Höhe von 95 Zentimetern.

Feinste Details

Dieser Genuss beginnt gleich mit Barbers Gesang. Die amerikanischen Jazz-Sängerin hat eine attraktive, klare, dunkel timbrierte Stimme, die sie auf ganz eigene Art einsetzt: Barber kombiniert Kühle und Distanziertheit mit Intimität und Intensität. Sie singt durchweg leise und unaufgeregt und agiert mit sehr geringem Abstand vom Mikrofon. Dadurch ist dieser Gesang zugleich irritierend und faszinierend, denn es wirkt so, als säße Barber direkt vor uns, als würde sie uns unter vier Augen eine Geschichte erzählen. Das funktioniert aber nur, wenn die Wiedergabe exzellent ist – und das ist mit der Orchestra der Fall: Barbers Stimme klingt völlig natürlich. Die Orchestra gibt dieser Stimme auch einen Körper, weil wir jedes noch so kleine Detail wahrnehmen: Schon vor dem ersten gesungenen Wort registrieren wir, wie Barber zu diesem Ton ansetzt. Am Ende ihrer ersten Phrase hören wir dann das sanfte Vibrato, mit dem sie ihrem Schlusswort eine dezente Betonung und Intensität verleiht.

Exzellente Dynamik

Bei weniger auflösenden Wiedergaben gehen solche wichtigen Details unter, dann bleibt von Barbers Gesang nur eine amorphe Stimme mit kühler Ausstrahlung – und die lässt einen dann halt auch kalt. Mit der Orchestra hingegen vernehmen wir selbst die feinsten Atmer zwischen den Zeilen, sogar Barbers Lippengeräusche, die beim Singen ganz natürlich entstehen – und hörbar sind, wenn man einer Person ganz nah ist. Mit der Orchestra erleben wir diese Intimität. Die Imagination gelingt aber nur, wenn zusätzlich zur Detaildarstellung auch die Dynamik stimmt: Nur wenn auch feinste Lautstärke-Abstufungen wiedergegeben werden, wirkt eine Stimme lebendig und real. Gerade bei Patricia Barber ist das entscheidend: Über Boxen mit geringerer Dynamikfähigkeit klingt ihr Gesang, den sie mit extrem nuancierter Pegel-Graduierung einsetzt, fast schon langweilig. Mit der Orchestra hingegen nehmen wir jede noch so feine Veränderung wahr und erleben auch die allerfeinst dosierte Innigkeit und Intensität ihrer Stimme. Das macht die Orchestra großartig!

Das optionale Stativ passt perfekt: Sein Plateau hat die gleiche Grundfläche wie der Lautsprecher. Diese Plattform besitzt im Zentrum einen Durchbruch für den bodenseitigen Bassreflexport der Orchestra. Um nicht vom Lautsprecher abzulenken, ist das Stativ in seidenmattem Schwarz lackiert. Die drei Beine ergeben zusammen die Form eines luftigen Dreiecks. Sie münden mit einer Schattenfuge im Sockel. Diese Bodenplatte ist hier etwas größer dimensioniert. Sie wird auf Wunsch aber ebenfalls auf die Grundfläche der Orchestra verkleinert.

Das optionale Stativ passt perfekt: Sein Plateau hat die gleiche Grundfläche wie der Lautsprecher. Diese Plattform besitzt im Zentrum einen Durchbruch für den bodenseitigen Bassreflexport der Orchestra. Um nicht vom Lautsprecher abzulenken, ist das Stativ in seidenmattem Schwarz lackiert. Die drei Beine ergeben zusammen die Form eines luftigen Dreiecks. Sie münden mit einer Schattenfuge im Sockel. Diese Bodenplatte ist hier etwas größer dimensioniert. Sie wird auf Wunsch aber ebenfalls auf die Grundfläche der Orchestra verkleinert.

Erfahrbare Materialität

Diese Darstellungsgüte gelingt der Orchestra auch bei den Instrumenten. Das fällt uns schnell beim Klavier auf: Barber spielt durchaus dezent, trotzdem sind über die gespielten Töne hinaus auch die Anschläge der Tasten zu hören und zu spüren. Die Orchestra vermittelt uns also Materialität: Wir können das Klavier physisch erfahren – auch in seiner Größe: Barber spielt auf einem Steinway-Flügel, dementsprechend tragend ist der Klang. Dank der exzellenten Wiedergabe erleben wir die Magie, die ein Klavier verströmt: Neben den Tönen, die Barber über die Tastatur anschlägt, hören wir auch das Mitschwingen vieler anderer der insgesamt rund 230 Saiten des Flügels, weil sie auch mithilfe des Resonanzbodens angeregt werden. So entsteht gerade bei Akkorden ein obertonreicher Klangkosmos, in dem sich Frequenzen mit der Zeit mal verstärken, mal auslöschen. So ist das Erklingen und Ausklingen ein echtes Erlebnis – zumal die Orchestra auch bei komplexen Mehrklängen alle beteiligten Töne und Ajoutierungen heraushörbar macht.

Ausgezeichnete Durchhörbarkeit

Diese Körperhaftigkeit erleben wir auch bei den anderen Instrumenten – etwa beim wunderbar dynamischen Schlagzeug, bei dem wir sogar die Borsten der Besen auf der Snare hören, oder beim Kontrabass. Den Akustik-Bass lieben Jazzer wegen seiner vielfältigen Klangcharaktere: näselnd in den hohen Lagen, gedeckt-knurrig in den mittleren Regionen, drahtig-schlackenfrei, aber trotzdem tiefreichend, tragfähig und druckvoll in den tiefen Registern. All dies zeigt uns die Orchestra – und hier beeindruckt sie uns mit ebenso definierten wie erwachsenen Basswiedergabe, die auch die tiefsten Töne mit Volumen und Kraft wiedergibt. Nun performen Kompaktlautsprecher auf Stativen stets besser, weil sie dann ohne die Schwingungen und Resonanzen eines Möbels agieren können. Deshalb stellen wir die Orchestra jetzt auf die optionalen Stative und starten „Silent Partner“ nochmals – und erleben prompt einen noch konturierteren, ausgewogeneren Bass. Von der größeren Aufgeräumtheit profitieren auch alle anderen Instrumente. So ist die schon zuvor ausgezeichnete Durchhörbarkeit nun noch besser.

Aufgeräumt: Auch rückseitig ist die Orchestra von minimalistischer Klarheit geprägt und frei von überflüssigen Verzierungen – ganz gemäß dem angestrebten Bauhaus-Ideal.

Aufgeräumt: Auch rückseitig ist die Orchestra von minimalistischer Klarheit geprägt und frei von überflüssigen Verzierungen – ganz gemäß dem angestrebten Bauhaus-Ideal.

Immersive Abbildung

Davon profitiert auch die räumliche Abbildung der Orchestra. Schon zuvor hat sie für eine herrliche offene, luftige Wiedergabe gesorgt und den Musikern sowohl in der Breite wie in der Tiefe großzügigen Raum gegeben. Nun gelingt die 3D-Abbildung aber noch eindrucksvoller: Dank der exzellenten Auflösung hören wir die Schallreflexionen des Aufnahmeraums, die die Mikrofone miteingefangen haben. So vermittelt uns die Orchestra die Räumlichkeit dieser Aufnahme – und dies gelingt nun derart überzeugend, dass wir uns mit geschlossenen Augen im ebenso berühmten wie quadratmeterreichen Studio 5 der Chicago Recording Company wähnen, während Patricia Barber und ihre Band den Song einspielen. Auch diese immersive Abbildung trägt zur Natürlichkeit der Wiedergabe bei. All diese Meriten erleben wir auch bei Musikstücken. So gelingt es der Orchestra selbst bei der mit 14 Musikern besetzten Donald Fagen-Fusion-Nummer „H Gang“, jeden Musiker hörbar zu machen. Selbst in den dicht gesetzten Bläser- und Background-Sektionen sind die kniffligen Mittelstimmen nachvollziehbar.

Beeindruckende Bass-Mächtigkeit

Auch hier fällt uns wieder der satte Bass auf – diesmal der elektrische Fünfsaiter von Freddie Washington, der nun mit Tieftstönen seiner H-Saite auch unseren Magen massiert. Die Orchestra bleibt dabei wunderbar souverän. Harzsch hat diesen Lautsprecher extra so ausgelegt, dass er bis 32 Hertz spielt. Die zweitgrößte Pfeife einer Orgel soll noch wahrnehmbar sein. Da streamen wir doch gleich mal Johann Sebastian Bachs Passacaglia und Fuge in c-Moll (BWV 582), die Hans André Stamm auf der berühmte Trost-Orgel der Waltershausener Stadtkirche ein gespielt hat: Sie besitzt gleich mehrere derartige 16-Fuß-Register. So entfaltet das Ostinato-Thema mit seinem ultratiefe Abschluss auf dem „C“ eine beeindruckende Mächtigkeit – und diese Mächtigkeit lässt uns die Orchestra imposant spüren. Selbst bei Electronica-Tracks mit synthetischen Klängen aus dem Frequenzkeller, etwa dem mit ultratiefen Synthie-Bass-Liegetönen aufwartenden „Hush“ vom dänischen Deep House-Duo Mashti & Jean von Baden, bleibt die Orchestra im Bass beeindruckend erwachsen. Chapeau!

Die Harzsch Orchestra im Hörraum: Ihn beschallt der Kompaktlautsprecher im Verbund mit dem All-in-One-Player Moon 371 bestens: Die Orchestra ist für ein Ambiente bis etwa 25 Quadratmeter ausgelegt.

Die Harzsch Orchestra im Hörraum: Ihn beschallt der Kompaktlautsprecher im Verbund mit dem All-in-One-Player Moon 371 bestens: Die Orchestra ist für ein Ambiente bis etwa 25 Quadratmeter ausgelegt.

Fazit

Die Harzsch Orchestra präsentiert im kompakten Format die Maximen der Castrop-Rauxeler Manufaktur – und glänzt hier gleich in doppelter Hinsicht. Optisch kombiniert sie dezentes Design im Bauhaus-Stil mit attraktivem High-Gloss-Finish. Akustisch brilliert der Zwei-Wege-Lautsprecher dank Beryllium-Hochtöner, Keramik-Woofer und symmetrischer Weiche mit hochgradiger Impulstreue, Präzision und Akkuratesse. Dies ermöglicht eine anspringenden Dynamik, die insbesondere im feindynamischen Bereich großartig ist. Das führt ebenso zu einer superben Auflösung mit herausragendem Detailreichtum. Daraus wiederum resultiert eine ausgezeichnete Durchhörbarkeit. Stimmen und Instrumente besitzen dabei eine exzellente Plastizität und Präsenz. Die wunderbar offene Wiedergabe punktet zudem mit großzügig-immersiver Räumlichkeit. Auch dank der gelungenen Bassreflexabstimmung verblüfft die Orchestra überdies mit einem erwachsenen, tiefreichenden und trotzdem definierten Bass. In Summe gelingt diesem Schallwandler eine außerordentlich natürliche, stimmige und homogene Wiedergabe. So liefert die Harzsch Orchestra kompakte Komplettheit auf High-End-Niveau.

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