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Harbeth NLE-1 – Profi-Expertise für den Heimgebrauch

Дата публикации: 30-07-2026 16:00:50

Der Beitrag Harbeth NLE-1 – Profi-Expertise für den Heimgebrauch erschien zuerst auf lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN.


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Die kompakten Aktivlautsprecher NLE-1 sollen am Schreibtisch oder in kleinen Räumen für klaren, dynamischen Sound sorgen. Dafür beruft sich Hersteller Harbeth auf seine enorme Erfahrung bei der Entwicklung von Monitoren und potenten Treibern.

Mit den NLE-1 möchte Harbeth Aktivlautsprecher bieten, die sich sowohl als Monitor, wie auch in HiFi-Anwendungen einsetzen lassen.

Ich glaube es gibt kaum Lautsprecherhersteller aus England, die sich nicht als Ausstatter für die BBC bezeichnen dürfen. Der Grund warum der eigentlich als Ehrung verstandene Begriff recht inflationär benutzt werden kann, ist die Tatsache, dass der britische Rundfunk eine riesige Zahl lokaler Radio- und Fernsehstudios besitzt. Da jedes davon mindesten einen hochwertigen Monitorlautsprecher für die Überwachung des Sendebetriebs benötigt, kann der hohe Bedarf eben auch von vielen Herstellern gedeckt werden. Harbeth darf hingegen von sich behaupten, nicht nur ein paar Lautsprecher bei einem Dorfradiosender platziert zu haben, sondern essenzieller Teil der Entwicklung von HiFi-Schallwandlern zu sein. So war der Firmengründer H.D. Harwood der Chef der BBC-Abteilung für Lautsprecherentwicklung und legte so den Grundstein für viele noch heute angewendete Technologien. Anders als in der Anfangszeit des öffentlichen Rundfunks, ist gerade bei Monitoren heute aber Aktivtechnik gefragt. Doch auch dafür hat der britische Traditionshersteller natürlich etwas in petto.

Kompakte Stilikone

NLE-1 nennt sich Harbeth‘ aktive Klanglösung für das Nahfeld. Mit einem Grundriss von 17 mal 23 Zentimetern kommen sie problemlos auf Schreibtischen unter, machen aber auch auf Sideboards einen guten Eindruck und selbst für die Aufstellung auf Stativen eignen sie sich durchaus. Die Höhe von 28 Zentimetern sorgt dann für stimmige Proportionen der kompakten Lautsprecher. In Kombination mit dem eher gradlinigen Design, ergibt sich so ein angenehm dezenter Look. Dabei wirkt die NLE-1 erfreulicherweise eher modern und bricht so mit der Tradition vieler anderer britischer Lautsprecher. Passenderweise bietet Harbeth dann auch ein paar ausgefallenere Farbvarianten an. Neben den Klassikern Schwarz, Weiß und Grau darf man also auch auf Lackierungen wie Ivory Sand, Midnight Blue oder Crimson Red zurückgreifen. besonders das dunkle Racing Green unserer Testmodelle macht aber wirklich etwas her, wirkt edel und nicht zu aufdringlich. So macht die NLE-1 in jeder Umgebung einen guten Eindruck.

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Klein, formschön und in stylischen Farben erhältlich, lassen die NLE-1 sich flexibel einsetzen und sehen überall klasse aus.

Hausgemacht

Besonderen Fokus legt Harbeth auf seine Treiber. Bereits während den angesprochenen BBC-Jahren zeigte die Forschung, dass klassische Papiermembranen den Anforderungen der Rundfunkanstalt nicht gewachsen waren. In Folge entwickelte man in den späten Sechziger- und Siebzigerjahren Treiber auf Kunststoffbasis. Hier war Harbeth federführend und startete ein von der britischen Regierung gefördertes Forschungs- und Entwicklungsprogramm, unter dem Titel „Research and Development into Advanced Loudspeaker“, kurz RADIAL. Ein Name, den die Treiber der Firma auch heute noch tragen. Stabil genug um keinerlei Klangverfärbungen zu erzeugen, dabei aber leicht genug, um sich gut antreiben und kontrollieren zu lassen, sind die Polymermembranen, mit einer Mischung aus Kunststoff und Metall, der entscheidende Faktor für den Sound der Monitore. In der NLE-1 arbeitet also ein RADIAL-Tiefmitteltöner mit 110 Millimetern Membrandurchmesser und markantem Phase-Plug. Kombiniert wird dieser mit einer Hochtonkalotte im 19-Millimeter-Format. So soll der Bereich zwischen 75 und 20.000 Hertz sauber abgebildet werden.

Mit Persönlichkeit

Anstelle einer analogen Frequenzweiche mit Spulen und Widerständen, sorgt in den aktiven NLE-1 natürlich ein modernes DSP für die Aufteilung der Signale auf die beiden Treiber. Das bedeutet außerdem, dass es mehr als eine Möglichkeit gibt, die Monitore arbeiten zu lassen. Mit Hilfe eines kleinen Schalters an der Rückseite der Lautsprecher, kann der Sound nochmals zusätzlich vom Nutzer beeinflusst werden. Harbeth spricht dabei etwas eigenwillig von einem „Personality Mode“. Letztlich handelt es sich aber, wie bei vielen anderen Aktivlautsprechern auch, um eine Anpassung des Bassbereiches. In der obersten Stellung bleibt der Frequenzgang also linear, während die mittlere Einstellung den Tiefton etwas verstärkt. Eine Einstellung, die eher für eine frei Platzierung der Lautsprecher geeignet ist. Mit der dritten Stellung wird dann das Gegenteil erreicht und der Bass reduziert, um bei wandnaher Aufstellung ein mögliches Dröhnen zu verhindern. Alles kein Hexenwerk, aber ein praktisches Feature.

Der RADIAL-Treiber soll besonders verzerrungsarm agieren und sich gut kontrollieren lassen. Damit hat die verbaute 50-Watt-Endstufe also leichtes Spiel, ihm sauberen und dynamischen Klang zu entlocken.

Auf Partnersuche

Für den eigentlichen Antrieb der Zweiwegesysteme sorgen Endstufen mit 50 Watt pro Kanal, was für Lautsprecher dieser Größe und Nutzungsart absolut ausreichend sein sollte. Bei den Anschlussmöglichkeiten geben sich die NLE-1 dann etwas reduzierter und bieten je einen XLR- und einen Cinch-Eingang. Wer die Monitore also tatsächlich für das Mischen von Audiospuren am Computer nutzen möchte, ist auf ein zusätzliches Interface angewiesen. Für HiFi-Anwendungen wird dann entsprechend eine Quelle mit analogen Ausgängen und eigener Lautstärkeregelung benötigt. Für das Feintuning besitzen die beiden Lautsprecher zwar auch eigene Lautstärkeregler an der Rückseite, doch diese sind nicht für die allgemeine Nutzung, sondern lediglich für eine optimale Abstimmung auf die Quelle, oder für die Einstellung der Balance gedacht. Anschlüsse und Regler sind dann clevererweise leicht in das geschlossene Gehäuse hinein versetzt und dabei zusätzlich stark nach unten angewinkelt. So spart man nach hinten einiges an Platz.

Die Anschlussauswahl ist übersichtlich. Dafür sorgt das angewinkelte Panel für Platz und eine geringe Einbautiefe.

Feine Fassade

Sind die beiden Aktivmonitore an der gewünschten Stelle platziert, muss zunächst noch die Frontabdeckung aufgesetzt werden. Dies hat allerdings nichts mit dem üblichen, blickdichten Stoffvorhang zu tun. Stattdessen handelt es sich dabei um die eigentliche Schallwand mit sachten Waveguides für die Treiber und gerundeten Außenkanten für eine bessere Schalldispersion. Ist der magnetische haftende Vorsatz einmal mit dem Korpus der Lautsprecher verbunden, fügen sich beide optisch perfekt zusammen und die leicht geschwungenen Formen der Schallwand tragen einen großen Teil zum eleganten Eindruck der NLE-1 bei. Beim Anschluss von Quellen ist dann zu beachten, dass auf keinen Fall beide Eingänge gleichzeitig genutzt werden dürfen. Eine Quellenwahl besitzen die Monitore nämlich nicht. Harbeth empfiehlt dann die Lautstärkeregler zunächst voll aufzudrehen und erst bei Bedarf anzupassen. Unser Testmodell wird für den Einsatz als HiFi-Setup also mit einem Streaming-DAC verbunden und mit etwas Wandabstand auf Stative gestellt.

Die magentische Frontplatte ist integraler Bestandteil des Lautsprechers und kein Optik-Blender.

Beschwingte Übersicht

Schon bei einem kurzen Systemcheck mit Jackie Wilsons „Higher & Higher“ überraschen die NLE-1 mit ihrer akkuraten Bühnendarstellung. Die kraftvolle Stimme der Soul-Größe wird sehr zentral platziert und erklingt wunderbar klar. Weiter rechts tummeln sich dann die Backgroundsängerinnen und flotte Trompeten, während links Bass und Drums dynamisch nach vorne treten. Trotz dem fortgeschrittenen Alter der Aufnahme präsentieren die kompakten Aktivlautsprecher das Ganze vor einem sehr dunklen Hintergrund, wirken klar, definiert und entwickeln eine sehr schöne Lebendigkeit. Ähnlich verhält es sich bei Bilk mit ihrem gleichnamigen Album. Eine aufgeräumte Bühne trifft auf eine sehr klare Darstellung mit schöner Dynamik. Doch ein bisschen etwas fehlt hier noch. Unser NLE-1 Pärchen steht recht weit von der Wand weg und auch der Hörabstand ist zwar noch durchaus als Nahfeld zu bezeichnen, aber dennoch eher groß. Genau dafür hat Harbeth aber ja schließlich den Personality Mode Schalter implementiert.

Mit Hilfe des Personality Mode Schalters lässen sich die NLE-1 auf den Aufstellungsort oder die eigenen Vorlieben abstimmen.

Harbeth NLE-1 – Präzision in jeder Umgebung

Kurzum wird der Schalter in die mittlere Position gebracht und so die Bass Extension aktiviert. Umgehend entwickeln die kleinen Lautsprecher merklich mehr Punch im Tiefton, wirken nochmals voller und reichen etwas weiter nach unten. Davon profitieren natürlich in erster Linie Percussions wie Schlagzeuge und auch die Basslines. Gleichzeitig erscheint damit aber das gesamte Spiel noch ein wenig beschwingter und mitreißender. Platziert man die beiden NLE-1 hingegen nur wenige Zentimeter von der Wand weg, bringt hier auch die Standardeinstellung einen fülligen Tiefton mit. In der Praxis muss man also schlicht ausprobieren, wie man die Lautsprecher am besten platziert und welcher Personality Mode einem am meisten zusagt. Ich bleibe bei etwas mehr Entfernung zur Wand und leichtem Bass Boost, was dem aktuellen Album von Kadavar ausgezeichnet zu Gesicht steht. Wunderbar knackige Snares treffen auf den frischen Klang energisch angeregter Becken.

Dank geschlossenem Gehäuse ist auch eine wandnahe Platzierung wenig problematisch. Bei Dröhnen, oder fehlendem Druck, kann dann das DSP helfen.

Mit Pegel

Mit toller Impulstreue werfen die RADIAL-Treiber die Drums nach vorne, während die Bassline mit sattem Körper und einem lässigen Fluss ausgestattet wird. Die verzerrten Gitarren strahlen dazu weit in den Raum hinein um bei Soli dann akkurat die Reise der Finger über die Frets abzubilden. Die Hochtöner zeigen gerade beim Interlude-Track „The Corner of E 2nd & Robert Martinez“ ihr Können. Hier jagen die zahlreichen Synth-Zipps quer über die Bühne und werden dabei sauber aufgelöst, bevor die drückende, smoothe Bassline von „Stick it“ einsetzt. Genügend Kraft um die Prog-Metal Tracks mit dem nötigen Pegel in den Raum zu pusten besitzen die kleinen NLE-1 allemal. Kleinere Räume füllen sie problemlos aus, auch wenn sie an ihrer Leistungsgrenze dann doch irgendwann ein minimales Rauschen entwickeln. Die gute Impulsdarstellung und die schöne Räumlichkeit bleiben aber erhalten. So lässt sich Howard Shores „Lord of the Rings“ Soundtrack in epischer Größe genießen.

Der 19-Millimeter-Hochtöner sorgt für feine Auflösung und harmoniert dabei sehr gut mit dem Tiefmitteltöner.

Dauerläufer

Erfreulich breit ziehen die Nahfeldmonitore das Orchester auf. Während die Streicher dann mit ihrer schönen Fülle auf sich aufmerksam machen, überzeugen die Blechbläser mit ihrer guten Definition und einem sauberen Hochton. Insgesamt spielen die NLE-1 mit der konturierten und differenzierten Darstellung, die man von einem Monitorlautsprecher erwartet. Dazu überzeugen dann auch die Detailabbildung und Feindynamik, durch die sich das feine Vibrato von Violinen, leise Glockenspiele oder helle Holzbläser entfalten können. Diese können sich sogar noch gegen die energisch nach vorne tretenden Pauken oder die bauchig auftretenden Tubas durchsetzen, während die stimmgewaltigen Chöre den Hörer umschließen. Interessanterweise löst die Kombination von Dynamik und Detialtiefe nicht die zu erwartenden Erschöpfungserscheinungen aus. Stattdessen nimmt der lebendige Sound der Lautsprecher auch über längere Zeiträume hinweg wunderbar mit. Daran tragen auch das prinzipiell sehr ausgeglichene Spiel und die tonale Neutralität der NLE-1 ihren Teil bei.

Qualitätsprüfung

Otis Taylors „Fantasizing About Being Black“ wartet in unserem Setup mit der sonoren, kräftigen Stimme des Bluesman auf und überlässt ihr die Führung. Mit viel Feingefühl werden dann die restlichen Elemente der Tracks um das Zentrum der Bühne herum aufgestellt. Die Saiten von Gitarren erklingen mit vollem Körper, sanfte Trompeten strahlen aus dem Hintergrund nach vorne, schnelle Trommelwirbel rollen auf den Hörer zu und griffige, konturierte Banjos legen genau das richtige Timbre an den Tag. Erneut lassen es die NLE-1 dabei nicht an guter Transparenz mangeln und auch die Dynamik überzeugt ein ums andere Mal, wobei die hohe Aufnahme- und Masteringqualität des Albums, sowie die generell eher ruhigeren, fließenden Tracks ihnen natürlich entgegen kommen. Doch auch bei dynamisch komprimierten Alben packen Harbeth‘ Monitore energisch zu und selbst das dichte Metal-Gewitter von Mick Gordons „Doom“ Soundtrack fächern sie gekonnt auf und erhalten dabei den enormen Drive des Albums.

Die NLE-1 spielen größer auf als sie scheinen und überzeugen mit klarem, lebendigen Sound.

Fazit

Mit den Harbeth NLE-1 erhält man beste Monitorqualiäten ohne die typischen Nachteile. Die kompakten Aktivlautsprecher überzeugen mit toller Dynamik, feiner Auflösung und schöner Räumlichkeit. Versorgt von ihren gut dimensionierten Endstufen legen sie außerdem ein Level von Fülle und Größe in ihrer Darstellung an den Tag, dass man ihnen aufgrund ihrer Abmessungen fast nicht zutraut. Mit der effektiv umgesetzten Klangregelung können sie ihre Qualitäten außerdem sowohl am Schreibtisch, wie auch in unterschiedlichen HiFi-Anwendungen bereitstellen, wobei einzig die eher spartanische Ausstattung ein wenig an Flexibilität raubt. Auch optisch machen die Lautsprecher dann einen tollen Eindruck, bieten ein dezentes aber ansprechendes Design, eine hohe Verarbeitungsqualität und können, dank breiter Farbpalette, durchaus auch als Hingucker eingesetzt werden.

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