Die Geschichtswerkstatt Quierschied zeigt bis zum 27. August historische Fotos, Artefakte und Dokumente – darunter ein Zeugnis aus dem Jahr 1865.
Quierschied · Die Geschichtswerkstatt Quierschied zeigt bis zum 27. August historische Fotos, Artefakte und Dokumente – darunter ein Zeugnis aus dem Jahr 1865.
Eine alte Schulbank kann bei Besuchern Erinnerungen an ihre eigene Schulzeit wecken.
Foto: Dieter SteinmannIn unserem Leben gibt es wohl kaum eine ähnlich prägende Zeit wie die, die wir in den Schulklassen dieses Landes zugebracht haben. Neben peinlichen und anderen mehr oder weniger ruhmreichen Vorfällen, den eigenen Höchstleistungen und ungenügenden Darbietungen, bleiben im Leben danach insbesondere die kuriosen Vorfälle, die Freundschaften und nicht zuletzt die mal liebenswerten, mal schrägen und witzigen Lehrkräfte – und ihre „Macken“ – in Erinnerung.
Nicht verwunderlich, dass die Vernissage zur Ausstellung „Spurensuche – 200 Jahre Schulgeschichte in Quierschied“ am vergangenen Dienstagabend für viele der Besucher zu einer nostalgischen Erinnerungsreise in die eigene Vergangenheit wurde. Gut 40 Besucher waren der Einladung der Geschichtswerkstatt Quierschied gefolgt und erfreuten sich an den Ausstellungsstücken, Informationstafeln und den zahlreichen Fotografien aus über 200 Jahren Schulgeschichte in der Gemeinde Quierschied. Nachdem sie den Rundgang durch die Ausstellung absolviert hatten, saßen noch etliche von ihnen bis in die späten Abendstunden zusammen und tauschten ihre ganz persönlichen Erinnerungen und Erlebnisse aus.
Bei leckeren Häppchen und Kaltgetränken wurde viel gelacht und noch viel mehr gelobt. Denn diese Zeitreise, die von den zehn Mitgliedern der Geschichtswerkstatt nach etwa achtmonatiger, akribischer Recherche dargeboten wurde, war nicht nur visuell anspruchsvoll. Die Menge der Schaubilder, der Informationstexte und der gesammelten Artefakte ergänzten sich stimmig.
In seiner Begrüßungsansprache ging Paul Pitsch-Steffen als Mitglied der Geschichtswerkstatt Quierschied auf das Thema Schulgeschichte im Allgemeinen ein. Er berichtete auch über einige KI-bedingte Tücken beim Zusammenstellen und Erstellen der zahlreichen Informationstafeln. Sein Resümee lautete: „In Sachen Schule sind ja heute prinzipiell alle Anwesenden als Experten zu bezeichnen, denn jeder von uns war selbst einmal Schüler und weiß damit sehr genau, was Schule ist und bedeutet.“
Jessica Heide (SPD), die Staatssekretärin im Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, nahm als Schirmherrin der Ausstellung eben diese allgemein große Bedeutung der Schule in ihren Redebeitrag mit auf. Wobei es ihr zudem eine „große Ehre war, gerade hier in meiner Heimatgemeinde Quierschied die Schirmherrschaft zu übernehmen“, wie sie sagte. Heide hatte zu ihrer Grundschulzeit, ebenso wie der amtierende Bürgermeister Lutz Maurer (parteilos) die Schulbank im Quierschieder Lasbachtal gedrückt. „In der Schule ging und geht es heute auch noch immer zum einen erst einmal um Lesen, Schreiben und Rechnen. Es geht in den Schulen aber immer auch und vor allem darum, Werte fürs Leben mitzubekommen, Freundschaften zu schließen und eine Verbindung zu dem Ort herzustellen, in dem man zur Schule geht“, wie Heide ausführte. „Meine Grundschulzeit hier im Ort hat mich geprägt, mich verbunden mit unserer Gemeinde und auch dazu gebracht, Verantwortung für den Ort zu übernehmen.“
Persönliche Worte, die bei den Besuchern ihre Wirkung nicht verfehlten, und die Lust machten auf die nostalgische Reise durch die Ausstellung. Die hält neben vielen historischen Fotos von Schulgebäuden und Klassenfotos, Informationstafeln zur zeitgeschichtlichen Einordnung und alten Artefakten wie Schulbüchern, Heften und einer alten Schulbank, einige besondere historische Raritäten bereit. So etwa ein Zeugnis der Katharina Bost aus dem Jahr 1865 und ein Aktenblatt des Preußischen Bergamtes über die Zuteilung sogenannter Deputat-Kohle (eine Naturalleistung anstelle eines Lohnes) für Lehrer zum Beheizen der Schulräume.
DieNostalgiereise in die Geschichte der Quierschieder Schulen kann noch bis Donnerstag, 27. August, jeweils zu den Öffnungszeiten der Gemeindebibliothek, erlebt werden. (loz/skm)