Nach internen Differenzen hat Peter Wachs sein Gemeinderatsmandat für die Fraktion Freie Wähler in Quierschied niedergelegt. Hauptgrund für den Rückzug ist die Entscheidung der Partei, nicht zu den Neuwahlen der Regionalversammlung anzutreten.
Quierschied · Nach internen Differenzen hat Peter Wachs sein Gemeinderatsmandat für die Fraktion Freie Wähler in Quierschied niedergelegt. Hauptgrund für den Rückzug ist die Entscheidung der Partei, nicht zu den Neuwahlen der Regionalversammlung anzutreten.
Da lag schon länger etwas in der Luft. Zwar zeichnet es die Partei der Bundesvereinigung Freie Wähler seit ihrer Gründung im Januar 2009 aus, dass sich ihre Mitglieder eben nicht ständig einer Parteidisziplin unterordnen, und demnach etwa in Gemeinde- oder anderen Räten teils völlig konträre Meinungen vertreten. Was auch genauso von den Gründungsvätern und -müttern erwünscht war. In der Quierschieder Fraktion der Freie Wähler scheinen die inneren Differenzen zuletzt jedoch so groß geworden zu sein, dass das langjährige Gemeinderatsmitglied Peter Wachs sein Mandat zum 1. Juli niederlegte.
„Interne Reibereien und Auseinandersetzungen“
Im Gespräch mit einem Mitarbeiter der SZ nimmt Wachs diesbezüglich auch eindeutig Stellung und dabei kein Blatt vor den Mund. „Tatsächlich hatten wir in der jüngsten Vergangenheit einige interne Reibereien und Auseinandersetzungen. Letztendlich ausschlaggebend für meine Entscheidung, das Mandat im Gemeinderat niederzulegen, war dann aber die Entscheidung der Partei, zu den Neuwahlen der Regionalversammlung (RV) nicht anzutreten“, berichtet Wachs.
In der RV ist die Fraktion Freie Wähler derzeit noch mit vier Mitgliedern vertreten. Zu Peter Wachs’ Kollegen in der RV gehört mit Gernot Abrahams auch der Vorsitzende der Fraktion Freie Wähler im Quierschieder Gemeinderat. Dort war bei den jüngsten Abstimmungen bezüglich der Ansiedlung eines Netto-Verbrauchermarktes in Fischbach-Camphausen (die SZ berichtete mehrfach) aufgefallen, dass Peter Wachs und Gernot Abrahams nur selten auf gleicher Linie lagen. „Ja, es gab Differenzen mit Gernot Abrahams“, wie Wachs der SZ bestätigt. „Bezüglich der Ansiedlung des Verbrauchermarktes etwa bin ich stets der Meinung gewesen, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger dafür ist. Alle Alternativen dazu haben wir zu finden versucht. Das hat eben nicht funktioniert, und das muss dann auch irgendwann einmal so hingenommen werden.“
Was Peter Wachs nun vorhat
Der 65-jährige gelernte Bankkaufmann war im Jahr 2014 in den Quierschieder Gemeinderat eingezogen und hatte die Fraktion mit seinem Fachwissen insbesondere im Finanzausschuss vertreten. Wobei seine Stimme auch bei allen anderen Fraktionen und Parteien und in der Gemeindeverwaltung Gewicht hatte. Und immer noch hat. „Es wurde mir nach Bekanntgabe meiner Entscheidung von vielen Seiten aus dem Rat und aus der Verwaltung nahegelegt, doch bitte noch einmal darüber nachzudenken, ob ich nicht doch weitermachen möchte“, sagt Wachs.
„Das zeigt mir, dass ich wohl einiges richtig gemacht habe in der Vergangenheit und es freut mich natürlich auch, das zu hören.“ Dennoch sei die Entscheidung endgültig. „Ich bin jetzt 65 und ich denke, dass es auch Zeit wird, den jüngeren Leuten das Feld zu überlassen“, so Wachs, der sich von jetzt an verstärkt seinen Hobbys Reisen und Lesen widmen möchte.
Dank für konstruktive Mitarbeit
Derweil bedauerte der Vorsitzende der Freie Wähler Quierschied und Fraktionsvorsitzende der Freie Wähler im Quierschieder Gemeinderat, Abrahams, den Rückzug von Peter Wachs. Abrahams bedankte sich für „seinen langjährigen Einsatz, seine Loyalität und seine stets konstruktive und sachorientierte Mitarbeit.“
Als Nachrücker für Wachs wird Torsten Simmet voraussichtlich bei der nächsten Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 13. August, von Bürgermeister Lutz Maurer (parteilos) vereidigt werden. Der 50-jährige Simmet wird dann in den Werksausschuss einziehen, sein Fraktionskollege Carsten Paulus wird den frei gewordenen Finanzausschusssitz besetzen. Simmet wollte vor seiner Vereidigung zunächst keine größere Stellungnahme abgeben. „Erst einmal muss ich mir das alles in Ruhe anschauen“, sagte er der SZ. (skm/jpu)