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Dirigentin Marie Jacquot: « Ich bin keine Revolutionärin, wie viele französische Musiker »

Дата публикации: 10-08-2026 09:49:41

Frau Jacquot, inwiefern hat das Tennisspielen Ihre Art zu dirigieren beeinflusst? Das Tennisspielen hat meine Art zu dirigieren zweifellos stark beeinflusst. Ich habe praktisch mit dem Dirigieren begonnen, weil mich die Armbewegungen faszinierten. Später habe ich durch das Dirigieren die Liebe zur Musik entdeckt. Die Musik war nicht unbedingt mein primäres Interesse. Ich profitiere auch […]

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Frau Jacquot, inwiefern hat das Tennisspielen Ihre Art zu dirigieren beeinflusst?
Das Tennisspielen hat meine Art zu dirigieren zweifellos stark beeinflusst. Ich habe praktisch mit dem Dirigieren begonnen, weil mich die Armbewegungen faszinierten. Später habe ich durch das Dirigieren die Liebe zur Musik entdeckt. Die Musik war nicht unbedingt mein primäres Interesse. Ich profitiere auch heute noch enorm von dem, was ich durch Tennis und den Sport im Allgemeinen gelernt habe: vor allem Disziplin, Vorbereitung, Konzentration und auf sich selbst zu hören.

Sie sind Französin, doch seit Jahren scheinen sich Ihr Leben und Ihre Karriere auf den deutschsprachigen Raum sowie auf Dänemark zu konzentrieren. Was sind die Gründe dafür?
Ich habe meine Kindheit bei Sportwettkämpfen verbracht. Das französische Bildungssystem ist extrem wettbewerbsorientiert und individualistisch: Man muss die Jüngste sein, die Beste. Man kann Musik nicht mit sportlichen Ergebnissen vergleichen, die auf spezifischen Kriterien und vor allem auf einem klaren Ergebnis beruhen: Wer hat gewonnen? Diese Mentalität konnte ich mir bei meiner musikalischen Ausbildung nicht vorstellen, und so bin ich nach Österreich gegangen, wo ich den Raum und die Zeit gefunden habe, meine musikalische Persönlichkeit zu entfalten. Schon an der Universität Wien fand ich ein förderliches Umfeld, das mich als Musikerin unterstützt hat. Und jetzt, als Dirigentin an der Kopenhagener Oper, stelle ich fest, dass Skandinavien in Bezug auf Wohlbefinden, Respekt und die Rechte jedes Einzelnen weit voraus ist.

Sie haben sowohl das symphonische Repertoire als auch Opern dirigiert. Haben Sie eine Vorliebe?
Als ich jung war, haben mich Wagners Opern fasziniert, aber die Oper lag mir nicht besonders am Herzen. Der Einstieg in die Oper in Deutschland basiert im Wesentlichen auf dem Gesangscoaching, man nennt das Korrepetitor. Das setzt voraus, dass man Opern wie Elektra, Rosenkavalier, Le Nozze di Figaro oder Carmen spielen kann. Da ich keine Pianistin war und mir diese Karrieremöglichkeiten an der Oper somit verschlossen blieben, verwandelte sich meine Liebe zu Wagner in eine Liebe zur deutschen Romantik: Brahms, Strauss, Bruckner.
Heute liebe ich die Oper ganz besonders, weil wir das Glück haben, mit verschiedenen Berufsgruppen zusammenzuarbeiten. Das erfordert großen Teamgeist, und im Idealfall, wenn wir alle unser Ego zugunsten der Inszenierung beiseitelassen können, wird es zu einem unvergesslichen menschlichen und musikalischen Erlebnis.
Das symphonische Repertoire bietet, vor allem als Leiterin eines Orchesters, die Möglichkeit, die Identität eines Orchesters neu zu gestalten und tiefer in die Interpretation der Musik einzutauchen, indem man seine Musiker kennenlernt und umgekehrt. Ich könnte mir meine Karriere ohne die Oper und die Symphonie nicht mehr vorstellen: Es ist eine Bereicherung, die es mir ermöglicht, eine bessere Musikerin und ein besserer Mensch zu werden.

Was ist Ihrer Meinung nach die größte Freude daran, ein Orchester zu leiten?
Ich würde sagen, an erster Stelle steht die Musik selbst; an zweiter Stelle jene Momente der Anmut, die uns die Musik schenkt, wenn wir gemeinsam spielen und dabei miteinander verbunden sind; und an dritter Stelle das Wissen, dass das Publikum unsere Darbietung genossen hat und dass sie die Menschen vielleicht tief berührt hat.

Marie Jacquot
(c) Werner Kmetisch

Dass Dirigentinnen Führungspositionen bekleiden, scheint heute selbstverständlich zu sein, ist aber dennoch eine relativ neue Entwicklung. Spüren Sie manchmal noch eine gewisse Zurückhaltung seitens der Orchestermusiker oder Solisten?
Ich versuche gar nicht erst, das wahrzunehmen, das beschäftigt mich nicht. Ich habe immer versucht, mich auf mich selbst zu konzentrieren und mich nicht in Spekulationen zu verlieren. Was mich an Menschen interessiert, ist das WER und nicht das WAS. Wenn ich mit jemandem spreche, ist mir sein Geschlecht egal, aber es macht mir Freude, die Persönlichkeit jedes Einzelnen zu entdecken.
Es war daher fast selbstverständlich, dass Kopenhagen für mich so positiv wirkte. Skandinavien ist in dieser Frage – und in vielem anderen auch – weit voraus. Natürlich bin ich immer noch ein Mensch, und besonders unangebrachte Verhaltensweisen oder Bemerkungen treffen mich manchmal. Je nach meiner Energie ignoriere ich sie oder wehre mich dagegen, aber letztendlich bin ich nicht für die Kleinlichkeit dieser Menschen verantwortlich. Das Leben ist zu kurz, es ist wichtig, sich seine Kämpfe gut auszuwählen. Meinen Kampf für die Rechte der Frauen versuche ich durch das, was ich bin und was ich tue, zum Ausdruck zu bringen.

Bevor Sie mit dem Dirigierstudium begonnen haben, haben Sie Posaune studiert. Warum diese Wahl?
Wie alles, womit ich in meiner Jugend angefangen habe, ging es von Freude und Faszination aus. Es ist sehr wichtig, Musik – und vor allem Musik von hoher Qualität – sowie Leidenschaft in Städte zu bringen, die keinen Zugang dazu haben. Das Pariser Blechbläserorchester, bestehend aus den besten Musikern Frankreichs, kam zu einem Konzert nach Chartres, der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Der Posaunist spielte ein Solo aus dem Film Batman, und ich sagte zu meiner Mutter, während ich mit dem Finger darauf zeigte: « Ich möchte dieses Instrument spielen.“ Von da an begann ich, in einer Blaskapelle zu spielen, und ich erkannte die Kraft des Teamspiels – ich, die ich mich bis dahin auf eine Einzelsportart konzentriert hatte.

Kommen wir zurück zu Frankreich. Ich habe den Eindruck, dass Frankreich trotz Monteux, Munch, Boulez und anderer weniger international renommierte Dirigenten hervorbringt als andere Länder. Sofern Sie mir nicht das Gegenteil sagen, worin liegen die Gründe dafür?
Ich denke, das französische Bildungssystem ist im Allgemeinen zu sehr auf individuelle Leistungen ausgerichtet und zudem zu stark pyramidenförmig aufgebaut. Meine größte Überraschung bei meiner Ankunft in Wien war, dass sich Schüler und Lehrer mit Sie ansprechen und dass dort ein gegenseitiger Respekt herrscht, der auf Austausch basiert. Dieser gegenseitige Respekt, der auf Austausch und nicht auf Befehl basiert, ist aus meiner Sicht die Grundlage für eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Orchester.
Das Bild des großen Maestros Böhm, Toscanini, Karajan und vieler anderer entspricht weder den Erwartungen der Gesellschaft noch denen der Mehrheit der Orchestermusiker. Das ist einer der Gründe, warum skandinavische Dirigenten so geschätzt werden: Sie hatten das Glück, unterstützt und nicht beneidet zu werden, und können daher die Muster, die sie erlebt haben, reproduzieren und weitergeben.
Georges Prêtre ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür: Er war einer der weltweit gefragtesten französischen Dirigenten in Wien, Mailand und New York, und doch bei uns relativ wenig anerkannt – und das auch erst spät. Dieses Schicksal teilte er mit Pierre Boulez. Ich glaube, das sagt viel über unser Verhältnis in Frankreich zu jenen aus, die aus dem Rahmen fallen oder einen weniger institutionellen Weg einschlagen.

Was erwarten Sie von Ihrer Position in Köln?
Ich bin kein Mensch, der erwartet. Mit dem Erwarten kommt meist die Enttäuschung. In Köln möchte ich die klangliche Identität des Orchesters verfeinern und dem Publikum Konzerte von außergewöhnlicher Qualität bieten. Von da an wird sich die Geschichte schreiben – oder auch nicht. Ich möchte jedem einen Platz und ein Umfeld bieten, in dem er seine Individualität und seine Kunst zum Ausdruck bringen kann, während er gleichzeitig der Gruppe und der Musik dient.

Welchem Repertoire werden Sie den Vorrang geben? Es scheint, als interessierten Sie sich für ein breites Spektrum an Musikstilen. Sind Sie nicht der Meinung, dass sich ein Dirigent auf einen bestimmten Bereich spezialisieren sollte?
Obwohl ich gebürtige Französin bin, habe ich den größten Teil meiner musikalischen Ausbildung in Österreich verbracht und den Beginn meiner beruflichen Laufbahn in Deutschland. Es wäre daher ein Versäumnis, unsere Stärken nicht in den Vordergrund zu stellen, die zweifellos in der deutschen Romantik liegen: Wir haben diese Ära übrigens mit einer Aufnahme von Bruckners 7. Symphonie  eingeleitet, die auf YouTube verfügbar ist.
Zweifellos verdanke ich es auch der zeitgenössischen Musik, dass ich meinen Beruf ausüben darf, was gut zur Geschichte des WDR-Sinfonieorchesters passt, das eine Vielzahl zeitgenössischer Werke uraufgeführt hat, insbesondere von Stockhausen, Henze, Kagel und anderen.
Es ist mir wichtig, dem Publikum auch Raritäten vorzustellen, um seine Neugier zu wecken und seinen Musikgeschmack zu erweitern.
Ja, tatsächlich reicht mein Repertoire von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik, was eine enorme Bereicherung darstellt. Das Verständnis der Barockmusik ermöglicht es mir beispielsweise, die Wiener Klassik auf eine andere Art und Weise anzugehen. Diese Bereicherung ist äußerst förderlich für die Entwicklung: Sie gibt mir mehr Werkzeuge an die Hand, um die schönstmögliche Skulptur zu schaffen.
Ich bin jemand, der die Tradition und die Errungenschaften der Vergangenheit schätzt, denn sie eröffnen den Zugang zu anderen Möglichkeiten. Ich bin im Herzen kein Revolutionär, wie es viele französische Musiker sind; ich möchte die Tradition nicht brechen, sondern weiterentwickeln.

Was sind die Ziele und Meilensteine, die Sie in Zukunft erreichen möchten?
Die Zukunft ist ein Konzept, das mir nichts sagt. Für mich zählt nur das ‘Hier und Jetzt’. Seit ich von meiner Leidenschaft leben kann, bin ich sehr dankbar für all die Chancen, die sich mir geboten haben und die mich zu der Person gemacht haben, die ich heute bin. Ich versuche nicht, jemand zu werden, sondern jemand zu sein. Ich wünsche mir, den Menschen durch Musik Freude zu bereiten.

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La cheffe française Marie Jacquot est chef d’orchestre du Théâtre royal du Danemark, Premier chef d’orchestre invité Wiener Symphoniker et, à partir de la saison 2026/27, Directeur musical de l’Orchestre symphonique de la WDR. Elle a d’abord été encouragée à développer son talent pour le tennis. À 15 ans, elle s’est décidée pour la musique. Après des études de trombone à Paris, Marie Jacquot a étudié la direction d’orchestre à Vienne et à Weimar. Rémy Franck a fait cette interview avec elle.

Madame Jacquot, en quoi la pratique du tennis a-t-elle influencé votre façon de diriger ?
Le tennis a sans aucun doute grandement influencé ma façon de diriger. J’ai pratiquement commencé à diriger car j’étais fascinée par les mouvements des bras. J’ai développé plus tard l’amour de la musique à travers la direction d’orchestre. La musique n’était pas nécessairement mon intérêt premier. Je garde aujourd’hui encore énormément de choses que j’ai apprises grâce au tennis et au sport en général : principalement la discipline, la préparation, la concentration et l’écoute de soi.

Marie Jacquot
(c) Werner Kmetitsch

Vous êtes Française, mais depuis des années, votre vie et votre carrière semblent se concentrer sur les pays germanophones, plus le Danemark. Quelles en sont les raisons ?
J’ai passé mon enfance dans les compétitions sportives. Le système éducatif français est extrêmement compétitif et individualiste : nous devons être le plus jeune, le meilleur. On ne peut pas comparer la musique à des résultats sportifs, qui reposent eux sur des critères spécifiques et surtout sur un résultat clair : qui a gagné? Je ne pouvais pas concevoir cette mentalité dans mon apprentissage musical, et je suis partie en Autriche, où j’ai trouvé l’espace et le temps de développer ma personnalité musicale. J’ai déjà trouvé à l’Université de Vienne un environnement propice, qui m’a soutenue en tant que musicienne. Et je me rends compte maintenant, entant que cheffe à l’Opéra de Copenhague, que la Scandinavie est bien en avance en ce qui concerne le bien-être, le respect et les droits de chacun.

Vous avez dirigé le répertoire symphonique et l’opéra. Avez-vous une préférence ?
J’ai été fascinée par les opéras de Wagner lorsque j’étais jeune, mais je ne tenais pas l’opéra particulièrement à cœur. Les portes d’entrée à l’opéra en Allemagne sont essentiellement basées sur le coaching vocal, on appelle cela Korrepetitor. Cela demande de pouvoir jouer des opéras comme Elektra, Le Chevalier à la rose, Les Noces de Figaro ou Carmen. Comme je n’étais pas pianiste, et que ces possibilités de faire carrière à l’opéra m’étaient donc fermées, mon amour pour Wagner s’est transformé en un amour pour le romantisme germanique : Brahms, Strauss, Bruckner. À présent, j’aime l’opéra tout particulièrement car nous avons la chance de travailler avec différents corps de métier. Cela demande un grand esprit d’équipe, et dans le cas idéal où nous pouvons tous laisser notre ego de côté pour le bien de la production, cela devient une expérience humaine et musicale inoubliable. Le répertoire symphonique, surtout en tant que responsable d’un orchestre, donne la possibilité de remodeler l’identité d’un orchestre et d’aller plus profondément dans l’exécution de la musique, en connaissant ses musiciens et vice versa. Je ne pourrais plus imaginer ma carrière sans l’opéra et le symphonique : c’est un enrichissement qui me permet de devenir une meilleure musicienne et une meilleure personne.

Quel est, selon vous, le plus grand plaisir de diriger un orchestre ?
Je dirais, en premier lieu, la musique elle-même; en second lieu, ces moments de grâce que nous apporte la musique lorsque nous jouons ensemble, reliés et connectés les uns aux autres; et en troisième lieu, savoir que le public a apprécié et que notre interprétation a peut-être touché des gens profondément.

Le fait que des cheffes d’orchestre accèdent à des postes de responsabilité semble aujourd’hui acquis, mais c’est assez récent quand même. Percevez-vous encore parfois une certaine réticence de la part des musiciens de l’orchestre ou des solistes ?
Je ne cherche pas vraiment à le percevoir, ce n’est pas ce qui occupe mon esprit. J’ai toujours essayé de rester concentrée sur moi-même et de ne pas me perdre dans des hypothèses. Ce qui m’intéresse chez les personnes, c’est le QUI et non le QUOI. Quand je parle avec quelqu’un, je me fiche de son genre, mais j’ai plaisir et joie à découvrir la personnalité de chacun. Il était donc presque normal que Copenhague résonne si positivement pour moi. La Scandinavie est bien en avance sur cette question, et bien d’autres encore. Bien sûr, je reste humaine, et des comportements ou des remarques particulièrement déplacés me touchent parfois. En fonction de mon énergie, je les ignore ou je les combats, mais au final, je ne suis pas responsable de la petitesse de ces personnes. La vie est trop courte, il est important de choisir ses batailles. Mon combat pour les droits des femmes, j’essaie de le faire passer par ce que je suis et ce que je fais.

Avant de commencer l’étude de la direction d’orchestre, vous avez étudié le trombone. Pourquoi ce choix ?
Comme tout ce que j’ai commencé lorsque j’étais jeune, cela est parti de joie et de fascination. Il est très important de pouvoir apporter la musique, et surtout la musique de grande qualité, et la passion, dans les villes qui n’y ont pas accès. L’Orchestre de cuivres de Paris, composé des meilleurs musiciens de France, est venu donner un concert à Chartres, la ville où j’ai grandi. Le tromboniste a joué en solo la musique du film Batman, et j’ai dit à ma maman en pointant du doigt : « Je veux jouer de cet instrument. » À partir de là, j’ai commencé à jouer en orchestre d’harmonie, et j’ai compris la force du jeu d’équipe, moi qui jusqu’alors étais concentrée sur un sport individuel.

Marie Jacquot
(c) Werner Kmetisch

Revenons à la France. J’ai l’impression que malgré les Monteux, Munch, Boulez et autres, la France produit moins de chefs d’orchestre de renommée internationale que d’autres pays. À moins que vous me disiez le contraire, quelles en sont les raisons ?
Je pense que le système éducatif français, en général, est trop basé sur les performances individuelles, et qu’il est également trop pyramidal. Ma plus grande surprise, en arrivant à Vienne, a été de voir qu’élèves et professeurs se vouvoient, et qu’il y règne un respect mutuel basé sur l’échange. Ce respect mutuel basé sur l’échange, et non sur le dictat, est de mon point de vue la base d’une collaboration possible avec un orchestre. L’image du grand maestro Böhm, Toscanini, Karajan et bien d’autres, ne correspond plus aux attentes de la société, ni aux attentes de la majorité des musiciens d’orchestre. C’est l’une des raisons pour lesquelles les chefs scandinaves sont autant appréciés : ils ont eu la chance d’être soutenus et non jalousés, et peuvent donc reproduire et retransmettre les schémas dont ils ont fait l’expérience. Georges Prêtre en est un exemple frappant : l’un des chefs français les plus demandés au monde à Vienne, à Milan, à New York et pourtant relativement peu reconnu chez nous, et seulement tardivement. Il partageait ce sort avec Pierre Boulez. Je crois que cela en dit long sur notre rapport, en France, à ceux qui sortent du cadre ou qui choisissent une voie moins institutionnelle.

Qu’attendez-vous de votre position à Cologne ?
Je ne suis pas quelqu’un qui attend. Dans l’attente arrive en général la déception. À Cologne, je souhaite affiner l’identité sonore de l’orchestre et offrir au public des concerts d’une qualité exceptionnelle. À partir de là, l’histoire s’écrira, ou pas. Je souhaite donner à chacun une place et un climat propices pour pouvoir exprimer son individualité et son art, tout en servant le groupe et la musique.

Quel répertoire allez-vous privilégier? On dirait que vous vous intéressez à un large éventail de styles musicaux. Ne pensez-vous pas qu’un chef d’orchestre devrait se spécialiser dans un domaine particulier ?
Bien que Française de naissance, j’ai passé la plus grande partie de mon éducation musicale en Autriche, et le début de ma carrière professionnelle en Allemagne. Ce serait donc un manquement de ne pas mettre en avant nos points forts, qui sont sans aucun doute le romantisme germanique : nous avons d’ailleurs entamé cette ère avec un enregistrement de la 7ᵉ Symphonie de Bruckner, disponible sur YouTube.
C’est aussi, sans aucun doute, grâce à la musique contemporaine que j’ai la chance d’exercer mon métier, ce qui correspond bien à l’histoire du WDR Sinfonieorchester, qui a créé un très grand nombre d’œuvres contemporaines, notamment de Stockhausen, Henze, Kagel, et d’autres. Il est important pour moi de présenter aussi au public des raretés, afin d’éveiller sa curiosité et d’élargir son goût musical.
Oui, effectivement, mon répertoire s’étend de la musique baroque à la musique contemporaine, ce qui est un enrichissement énorme. Par exemple, la compréhension de la musique baroque me permet d’aborder le Wiener Klassik d’une autre manière. Cet enrichissement est extrêmement propice au développement : il me donne davantage d’outils pour créer la plus belle sculpture possible.
Je suis quelqu’un qui chérit la tradition et les accomplissements du passé, car ils ouvrent l’accès à d’autres possibilités. Je ne suis pas révolutionnaire dans l’âme, comme le sont beaucoup de musiciens français, je ne veux pas casser la tradition, je veux la développer.

Quels sont les objectifs et les étapes importantes que vous souhaitez atteindre à l’avenir ?
L’avenir est un concept qui ne me parle pas. Tout ce qui compte, c’est ‘ici et maintenant’. Depuis que j’ai eu la possibilité de vivre de ma passion, je suis profondément reconnaissante de toutes les opportunités qui se sont présentées et qui ont construit la personne que je suis aujourd’hui. Je n’essaie pas de devenir quelqu’un, j’essaie d’être quelqu’un. Je souhaite avoir la possibilité de donner du bonheur aux gens à travers la musique.

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