Das Saarland wird zunehmend zum Ziel für Sabotage. Doch das ist kein Grund zur Panik.
Meinung | Saarbrücken · Das Saarland wird zunehmend zum Ziel für Sabotage. Doch das ist kein Grund zur Panik.
08.10.2026 , 11:00 Uhr
Die Flugabwehrrakete IRIS-T ist in der Ukraine im Einsatz gegen russische Flugzeuge und Drohnen. Produziert wird die Rakete von Diehl Defence auch im Saarland.
Foto: Diehl Defence/PIZ Ausrüstung, Informationstechnik und NutzungUnserer Demokratie gerät zunehmend unter Druck. Das zeigt ein Blick in den Verfassungsschutzbericht des Saarlandes, das zeigt leider auch der tägliche Blick in die Nachrichten. Der Druck kommt von innen und außen. Von Extremisten, die weiter in die Parlamente dringen, von gewaltbereiten und gewalttätigen Radikalen und immer häufiger auch von Personen, die im Auftrag fremder Mächte handeln. Die versuchen mit Desinformation und Propaganda unseren demokratischen Staat auszuhöhlen. Die aber auch nicht mehr vor Gewalt zurückschrecken, wie im Falle des fehlgeschlagenen Drohnenanschlags am Flughafen Leipzig.
Auch im Saarland nimmt dieser Druck zu. Dass in unserem Bundesland immer mehr Rüstungsgüter hergestellt werden, rückt uns stärker in den Fokus von feindlichen Mächten wie Russland. Eines der wirkungsvollsten Mittel zur Abwehr russischer Flugzeuge und Drohnen in der Ukraine, die Luftabwehrrakete IRIS-T, ist mittlerweile „Made in Saarland“. Ganz bestimmt nicht zur Freude Putins und seiner Geheimdienste.
Wir sind zum Ziel geworden. Das ist wichtig zu wissen, aber kein Grund, in blinde Angst zu verfallen. Denn das wollen die, die uns und unserer Art zu Leben schaden wollen. Nicht Panik, sondern Ruhe und Vorbereitung sind jetzt geboten. Dazu zählen die weitere Aufrüstung in Deutschland zur Abschreckung von Aggressoren wie Russland, die persönliche Vorbereitung auf Krisenfälle (Stichwort: Notvorrat an Wasser und Nahrung) sowie die Vorbereitung der Wirtschaft – und hier insbesondere derjenigen Unternehmen, die wichtige Infrastrukturen wie Wasserwerke oder Kraftwerke betreiben. Die vielen Anschläge auf die Strominfrastruktur allein in diesem Jahr haben gezeigt, wie anfällig wir in Deutschland sind. Staat und Unternehmen müssen gemeinsam dieses Einfalltor für Sabotage dringend schließen.