Der Dax bewegt sich nach kräftigen Gewinnen am Vortag kaum und schließt knapp über der 25.000-Punkte-Marke. Rheinmetall notiert an der Indexspitze. In New York sind die Tech-Börsen von Gewinnmitnahmen geprägt. Der Bitcoin fällt auf den tiefsten Stand seit 21 Monaten.
Der Dax hat zum Juli-Auftakt über der 25.000-Punkte-Marke geschlossen. Der Start in die zweite Jahreshälfte verlief zwar über weite Strecken durchwachsen, doch am Ende konnte sich der Leitindex über der Tausendermarke verabschieden. Er legte 0,2 Prozent auf 25.040 Punkte zu. Für den MDax ging es sogar noch deutlicher um 0,8 Prozent auf 32.056 Zähler nach oben.
Gut kam an, dass in der katarischen Hauptstadt Doha laut Medienberichten indirekte Gespräche zwischen Vertretern der USA und des Iran begonnen haben. Vor der Mitte Juli wieder anlaufenden Saison der Unternehmensberichte muss sich der Dax nun nachhaltig über den 25.000 Punkten beweisen, denn einen Schlusskurs darüber gab es seit Mitte Juni nur einmal. Seit Tagen bewegt er sich in einer Spanne von 24.550 bis 25.200 Punkten ohne klaren Trend.
In einem Umfeld erholter Rüstungswerte hatten die Aktien von Rheinmetall mit einem Kurssprung um 6 Prozent die Nase im Dax vorn. Schon den dritten Tag in Folge nutzten Schnäppchenjäger die zuletzt gedrückten Kurse zum Einstieg. In der vergangenen Woche waren die Papiere des Rüstungskonzerns nach dem Verlust eines Bundeswehr-Großauftrags auf den tiefsten Stand seit Februar 2025 gefallen.
Ebenfalls deutlich erholt zeigten sich mit 5,1 Prozent Plus die schwergewichtigen SAP-Aktien. Im Technologiesektor setzte sich ein zuletzt gewohntes Spiel fort: Anleger schwenken an Tagen, an denen sie bei KI-Profiteuren Gewinne mitnehmen, kurzfristig auf die schwach gelaufene Softwarebranche um. In dieser geht seit geraumer Zeit die Sorge vor einer KI-Bedrohung um.
Infineon ist Dax-SchlusslichtAuf der Verliererseite standen im Dax umgekehrt so die Aktien des Chipkonzerns Infineon, die den Gewinnmitnahmen bei Branchenwerten im Mittwochshandel an der US-Börse Nasdaq folgten. Aus dem Handel gingen sie 4,6 Prozent unter ihrem Vortagsniveau. Auch andere deutsche KI-Profiteure wie Hochtief und Siemens Energy gaben nach.
Schwache Umsatzprognosen von Nike belasteten am Mittwoch die Kurse von Adidas und Puma nicht nachhaltig. In den Nike-Titeln war wohl schon viel Negatives eingepreist, wie der Dreh ins Plus des US-Konkurrenten zeigte. Dem folgten auch die beiden deutschen Konzerne mit bis zu 1,6 Prozent in die Gewinnzone.
In der zweiten und dritten Börsenreihe folgten größere Bewegungen bei Renk, Hensoldt und Nemetschek auch dem Schema gefragter Rüstungs- und Softwarewerte.
Verluste in New YorkDie jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh (56) haben die Stimmung an der Wall Street etwas aufgehellt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte am Mittwoch 0,3 Prozent höher bei 52.492 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,1 Prozent auf 7506 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 26.142 Stellen. Im früheren Handelsverlauf hatten die drei Börsenbarometer um 0,6 bis ein Prozent nachgegeben.
Warsh bekräftigte zwar das Ziel der US-Notenbank Fed, die Inflation auf zwei Prozent zu senken. Die Preisrisiken hätten in den vergangenen Wochen jedoch nachgelassen, sagte er. Dies beruhigte Anleger, die zuletzt weitere Zinserhöhungen befürchtet hatten.
Erneut zogen Aktien mit Fokus auf das Thema künstliche Intelligenz (KI) Aufmerksamkeit auf sich, denn Meta will Kreisen zufolge ein Cloud-Infrastrukturgeschäft aufbauen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet, könnte der Zugang zu überschüssiger KI-Rechenleistung und zu KI-Modellen an externe Kunden verkauft werden. Zudem erwäge der Tech-Gigant, den Zugang zu „roher“ Rechenkapazität zu verkaufen, ähnlich wie andere sogenannte „Neocloud“-Anbieter- etwa CoreWeave.
Während die Meta-Aktie im Nasdaq 100 als Spitzenwert mit plus 10 Prozent von dieser Neuigkeit profitierte, büßte das Papier von CoreWeave dort als einer der schwächsten Werte 13 Prozent ein.
Unter den Branchengrößen mit Cloudgeschäft verloren Oracle 1,0 Prozent während es Amazon gelang, ins Plus zu drehen. Auch die Aktien von Alphabet und Microsoft ließen sich nicht beeindrucken und legten zu. Meta würde - sollten die Pläne umgesetzt werden -, auch Branchengrößen wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Google Cloud mit dem neuen Geschäftsfeld Konkurrenz machen.
Nike steigt trotz schwachen AusblicksUnter den Standardwerten ging der Blick vor allem auf Nike. Der Sportwarenkonzern übertraf mit seinem Quartalsbericht trotz eines erneuten Rückgangs im chinesischen Markt überwiegend die Erwartungen. Dennoch wies der Adidas-Rivale ungeachtet eines Schubs durch die Fußball-WM auf eine insgesamt trübe Branchenstimmung hin, und Analysten zeigten sich von den Zielen für das laufende Quartal enttäuscht. Dass die Aktie trotzdem um 3,5 Prozent stieg und damit zweitstärkster Wert im Dow war, dürfte der vorangegangenen Kursschwäche geschuldet sein. Erst vor wenigen Tagen war das Papier mit 40 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 12 Jahren gesackt.
Der Bitcoin ist am Mittwoch aus seinem jüngsten Seitwärtstrend nach unten ausgebrochen und auf ein 21-Monats-Tief gefallen. Die älteste und bekannteste Kryptowährung war im frühen Handel auf der Plattform Bitstamp bis auf 57.735 US-Dollar abgesackt. Dies war der niedrigste Stand seit Mitte September 2024.
Zuletzt notierte der Bitcoin bei gut 58.600 Dollar und damit wieder innerhalb der seit knapp einer Woche geltenden Spanne zwischen 58.000 und knapp 61.000 Dollar. Anfang Juni hatte die Kryptowährung noch deutlich über 70.000 Dollar notiert.
Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Morgen um 0,4 Prozent auf 73,20 Dollar, während die Sorte WTI ebenfalls um 0,4 Prozent auf 69,75 Dollar zulegte
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