Fünf Jahre nach dem Militärputsch eskalierte der bewaffnete Konflikt 2025 weiter.
Scam-Fabriken
Im Südosten des Landes gingen die Behörden Chinas, Myanmars und Thailands 2025 scharf und öffentlich gegen sogenannte Scam-Fabriken vor. In diesen Anlagen wurden geschätzt Zehntausende Menschen festgehalten, die unter Folter zu Online-Betrügereien gezwungen wurden.
Das US-Finanzministerium verhängte im Mai und September 2025 Sanktionen gegen die Eigentümer*innen und Betreiber*innen entsprechender Anlagen in Shwe Kokko nördlich des Township Myawaddy. Im Mai stuften die USA die Miliz Karen National Army (KNA), unter deren Kontrolle sich Shwe Kokko befand, als transnationale kriminelle Organisation ein und verhängten Sanktionen gegen den KNA-Anführer Saw Chit Thu und zwei seiner Söhne, denen Menschenhandel und Grenzschmuggel vorgeworfen wurden. Im September weiteten die USA ihre Sanktionen auf weitere KNA-Angehörige aus und auch auf Joint-Venture-, Holding- und Energieunternehmen, die mit den Aktivitäten in Shwe Kokko verbunden waren, wie z. B. die Yatai International Holding Group und ihren Eigentümer She Zhijiang, der 2022 in Thailand festgenommen worden war. Nach dem Urteilsspruch eines thailändischen Gerichts im Oktober, der im November im Berufungsverfahren bestätigt wurde, drohte She Zhijiang die Auslieferung an China. Dort waren Personen, die wegen Beteiligung an Scam-Fabriken für schuldig befunden wurden, in Gefahr, zum Tode verurteilt zu werden.
Im November 2025 verhängten die USA auch Sanktionen gegen die bewaffnete Gruppe Democratic Karen Benevolent Army und vier ihrer Anführer, weil diese die Scam-Fabriken unterstützt haben sollen.
Durch das Eingreifen der Behörden wurden zwar zahlreiche Opfer des Menschenhandels aus den Scam-Fabriken befreit und viele Verantwortliche bestraft, doch das Problem bestand weiter. Berichten zufolge war die Branche Ende 2025 nach wie vor intakt, insbesondere im Südosten Myanmars, wo die Verantwortlichen noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden waren.
Bewaffneter Konflikt
Im Januar 2025 weitete das Militär die Zwangsrekrutierung weiter aus, indem es zusätzliche Einschränkungen verhängte. Personen, die für den Militärdienst infrage kamen, mussten mehr bürokratische Hürden überwinden, wenn sie das Land verlassen wollten. Zudem wurden Strafen für diejenigen eingeführt, die sich dem Militärdienst entzogen. Deserteure berichteten, dass neue Rekruten oft an die Front geschickt werden, wo sie häufig getötet oder gefangen genommen werden. Soweit bekannt gab es weder eine Alternative zum Militärdienst – wie z. B. Zivildienst – noch die Möglichkeit, sich aus Gewissensgründen oder aus religiöser Überzeugung vom Militärdienst befreien zu lassen.
Im Bundesstaat Rakhine waren das Militär, die bewaffnete Oppositionsgruppe Arakan Army und bewaffnete Rohingya-Gruppen für Zwangsarbeit und Zwangsrekrutierung verantwortlich. Angehörige der ethnischen Gemeinschaft der Rohingya, die nach Bangladesch geflohen waren, riskierten, nach Myanmar verschleppt und dort zwangsrekrutiert zu werden. Die Arakan Army setzte vertriebene Rohingya im Norden des Bundesstaats Rakhine als Zwangsarbeitende ein. Wer sich widersetzte, musste mit Gewalt rechnen. Die bewaffnete Gruppe selbst gab an, dass sie Zivilpersonen keiner Zwangsarbeit unterwerfe, dass Kriegs- oder Strafgefangene jedoch manchmal zur Arbeit eingesetzt würden, entweder zwecks körperlicher Betätigung oder als Teil ihrer Strafe. Auch bestritt die Arakan Army Vorwürfe, die Bewohner*innen diskriminierenden Einschränkungen u. a. hinsichtlich ihrer Bewegungsfreiheit und der Sicherung ihrer Existenz zu unterwerfen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Regionalkapitel Afrika 2025 | 0 | 19.09 | 20-04-2026 |
| 2 | Sudan 2025 | 0 | 20.51 | 20-04-2026 |
| 3 | Regionalkapitel Naher Osten und Nordafrika 2025 | 0 | 12.8 | 20-04-2026 |
| 4 | Palästina 2025 | 0 | 15.26 | 20-04-2026 |
| 5 | Ukraine 2025 | 0 | 16.53 | 20-04-2026 |
| 6 | Russland 2025 | 0 | 16.53 | 20-04-2026 |
| 7 | Regionalkapitel Europa und Zentralasien 2025 | 0 | 14.63 | 20-04-2026 |
| 8 | Israel und besetztes palästinensisches Gebiet | 0 | 14.17 | 20-04-2026 |
| 9 | Eine Analyse der globalen Menschenrechtslage 2025 | 0 | 18.95 | 20-04-2026 |