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Indien 2025

Дата публикации: 20-04-2026 23:01:00

Die Menschenrechtslage in Indien verschlechterte sich gravierend, und die Behörden unterdrückten abweichende Meinungen weiterhin massiv.


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Die Behörden gingen auch 2025 gezielt gegen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Journalist*innen vor, indem sie die Zensur ausweiteten, Strafgesetze instrumentalisierten und den digitalen Raum einschränkten.

Am 24. März 2025 erstattete die Polizei des Bundesstaats Maharashtra Anzeige gegen den Comedian Kunal Kamra, weil er in seiner Stand-up-Show Naya Bharat (Neues Indien) eine "führende Persönlichkeit aus Thane" als gaddar (Verräter) bezeichnete. Der Auftritt wurde weithin als Anspielung auf Eknath Shinde verstanden, den Regierungschef von Maharashtra, der für einen politischen Umsturz in Maharashtra im Jahr 2022 verantwortlich gemacht wurde. 

Am 20. Mai 2025 entzog die Regierung der britisch-kaschmirischen Wissenschaftlerin Nitasha Kaul die sogenannte indische Staatsbürgerschaft im Ausland (Overseas Citizenship of India – OCI), ein besonderer Aufenthaltstitel. Sie hatte zuvor regelmäßig den zunehmenden Autoritarismus in Indien angeprangert. 

Vor dem Hintergrund einer immer schärferen Internetzensur wies die Regierung Social-Media-Plattformen an, Accounts zu sperren, die Kritik an der Regierungspolitik posteten. Dazu zählte auch der Account The Savala Vada, eine Seite mit satirischen Memes, die regelmäßig Beiträge über die Unterdrückung der Zivilgesellschaft und die Verfolgung religiöser Minderheiten in Indien veröffentlichte. Am 8. Juli 2025 wies die Regierung die Plattform X an, den Zugriff auf mehr als 2.000 Accounts in Indien zu blockieren, darunter der Account der internationalen Presseagentur Reuters. 

Am 9. Juli verabschiedete die Regierung des Bundesstaats Maharashtra das Sondergesetz über die öffentliche Sicherheit (Maharashtra Special Public Security Act), das unter dem Deckmantel der öffentlichen Sicherheit abweichende Meinungen kriminalisiert. Am 6. August verbot die Regierung von Jammu und Kaschmir 25 Bücher von angesehenen Journalist*innen, Historiker*innen, Feminist*innen und Friedensforscher*innen und warf ihnen vor, "Terrorismus zu verherrlichen und zu Gewalt anzustacheln". 

Journalist*innen 

Die Behörden verschärften 2025 ihr Vorgehen gegen Journalist*innen, die Korruption anprangerten oder abweichende Meinungen äußerten, indem sie Strafgesetze instrumentalisierten, um das Recht auf freie Meinungsäußerung zu untergraben. 

Am 24. März 2025 nahm die Polizei des Bundesstaats Assam den Journalisten Dilwar Hussain Mozumdar fest, weil er über eine Protestveranstaltung berichtet hatte, die sich gegen mutmaßliches finanzielles Fehlverhalten bei einer von der Regierung des Bundesstaats betriebenen Bank richtete. Der Journalist berichtete regelmäßig über die Finanzaktivitäten der Bank, zu deren Vorstand auch der Regierungschef von Assam gehörte.

Am 9. Mai 2025 nahm die Polizei der Stadt Nagpur im Bundesstaat Maharashtra den 26-jährigen Rejaz M. Siddique fest, weil er auf Instagram die Militäroperation "Sindoor" kritisiert haben soll. Er wurde unter dem UAPA-Gesetz angeklagt. 

Am 16. September stellte ein Gericht in der Stadt Gandhinagar im Bundesstaat Gujarat Vorladungen für die Journalisten Abhisaar Sharma und Raju Parulekar aus. Die Behörden legten ihnen zur Last, falsche und verleumderische Inhalte verbreitet zu haben, um dem Ruf des indischen Konzerns Adani Group zu schaden. Die Journalisten hatten den Verkauf von Grundstücken in Assam an den Konzern zu einem augenscheinlich äußerst niedrigen Preis hinterfragt. Die Adani Group hat enge Verbindungen zu der Regierungspartei BJP (Bharatiya Janata Party).

Nach der Explosion eines Autos am Roten Fort in Delhi am 10. November 2025 (siehe "Hintergrund") durchsuchte die Ermittlungsabteilung der Polizei von Jammu und Kaschmir das von der Journalistin Anuradha Bhasin geleitete Büro der Tageszeitung Kashmir Times. Dem Medium und der Journalistin wurde vorgeworfen, Inhalte verbreitet zu haben, die "Indiens Souveränität bedrohten". Drei Monate zuvor war ein von Anuradha Bhasin verfasstes Buch verboten worden. Eine schriftliche Anzeige (First Information Report) wurde nicht vorgelegt.

Menschenrechtsverteidiger*innen 

Die Behörden missbrauchten auch 2025 Antiterrorgesetze und andere drakonische Gesetze, um Menschenrechtsverteidiger*innen in Gewahrsam zu halten. 

Im Januar 2025 setzte das Hohe Gericht in Bombay die Menschenrechtler Sudhir Dhawale und Rona Wilson nach über sechs Jahren in Haft gegen Kaution auf freien Fuß. Im November entließ der Oberste Gerichtshof in Neu-Delhi Jyoti Jagtap bis zur nächsten Verhandlung gegen Kaution aus der Haft, und im Dezember ließ das Hohe Gericht in Bombay Hany Babu gegen Kaution frei. Jyoti Jagtap und Hany Babu hatten mehr als fünf Jahre in Haft verbracht. Die vier Menschenrechtler*innen zählten zu den 16 Personen, die wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an gewaltsamen Ausschreitungen während der Bhima-Koregaon-Feierlichkeiten im Jahr 2018 unter dem UAPA-Gesetz inhaftiert worden waren. Ende 2025 waren drei der "BK16"-Aktivist*innen nach wie vor ohne Gerichtsverfahren in Haft. 

Mehrere Gerichte wiesen im Laufe des Jahres die Anträge auf Freilassung gegen Kaution von Umar Khalid und mindestens fünf weiteren muslimischen Studierenden und Aktivist*innen ab. Sie befanden sich daher Ende 2025 nach wie vor in Untersuchungshaft. Ihnen wurde die Beteiligung an den gewalttätigen Ausschreitungen in Nordost-Delhi im Februar 2020 vorgeworfen, bei denen 53 Menschen getötet wurden, darunter 38 Muslim*innen.

Am 16. Mai 2025 erstattete die Polizei der Stadt Nagpur im Bundesstaat Maharashtra unter dem Vorwurf der Aufwiegelung Anzeige gegen drei Personen, weil sie das Gedicht "Hum Dekhenge" des renommierten Dichters Faiz Ahmed Faiz rezitiert hatten. Zu ihnen zählte auch Pushpa Sathidar, die Ehefrau des verstorbenen Aktivisten Vira Sathidar. 

Am 26. September nahm die Polizei von Ladakh den Aktivisten Sonam Wangchuk unter dem Nationalen Sicherheitsgesetz fest, nachdem es bei einer von ihm angeführten Protestaktion für die Eigenstaatlichkeit Ladakhs zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen war. Einen Tag vor seiner Festnahme war seiner NGO Students’ Educational and Cultural Movement of Ladakh (SECMOL) unter dGesetz über Auslandsfinanzierung (Foreign Contribution [Regulation] Act) die Lizenz entzogen worden.

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