Der Friedensnobelpreisträgerin wird nach mehreren Herzinfarkten in Haft die medizinische Versorgung verweigert.
Am 6. Oktober 2023 wurde Narges Mohammadi für ihren "Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen im Iran und für die Förderung der Menschenrechte und Freiheit aller" mit dem Friedensnobelpreis 2023 ausgezeichnet.
Vor ihrem Herzinfarkt am 24. März 2026 verweigerte die Gefängnisbehörde von Zanjan Narges Mohammadi eine angemessene medizinische Versorgung, unter anderem für die anhaltenden Schmerzen in der Brust und Blutdruckschwankungen sowie für die starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Doppeltsehen, die nach der Folter oder anderen Misshandlungen, denen sie nach ihrer Verhaftung am 12. Dezember 2025 ausgesetzt war, einsetzten. Sie wurde festgenommen, als sie während der Gedenkfeier für den Rechtsanwalt Khosrow Alikordi in Mashhad friedlich ihre Menschenrechte wahrnahm. Als Narges Mohammadi nach ihrer Festnahme in einem Haftzentrum des Geheimdienstministeriums festgehalten wurde, fühlte sie sich mehrmals sehr unwohl, ihr wurde schwindlig, sie verlor das Bewusstsein und stürzte zu Boden – der Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung wurde ihr dennoch verwehrt. Informierten Quellen zufolge wurde Narges Mohammadi während der Verhöre in der Haftanstalt von den Behörden unter Druck gesetzt, schriftliche öffentliche Erklärungen abzugeben, in denen sie den am 28. Dezember 2025 begonnenen landesweiten Aufstand im Iran verurteilt. Narges Mohammadi lehnte dies ab.
Die iranischen Behörden haben Narges Mohammadi wiederholt den Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung im Gefängnis verzögert und/oder verweigert und damit ihr Leben in große Gefahr gebracht. So erlitt Narges Mohammadi am 16. Februar 2022 eine Reihe von Herzinfarkten und musste sich einer Notoperation am Herzen unterziehen, wurde aber am 19. Februar 2022 gegen ärztlichen Rat wieder ins Gefängnis gebracht. Am 11. November 2023 blockierten die Behörden erneut ihre Verlegung in ein Krankenhaus und machten dies von der Einhaltung der Verschleierungspflicht abhängig, obwohl die Ärzte Flüssigkeit um ihr Herz herum und eine bis zu 80%ige Verstopfung zweier Arterien festgestellt hatten, die eine Angioplastie erforderte. Am 16. November kam sie endlich ohne Kopftuch ins Krankenhaus, um eine Angioplastie zu erhalten, wurde aber noch am selben Tag gegen ärztlichen Rat ins Gefängnis zurückgebracht. Nach Angaben ihrer Familie wies die Krankenakte von Narges Mohammadi im Juli 2024 und September 2024 auf eine Verschlechterung ihres Zustands hin, einschließlich der Tatsache, dass ein Stent, der während einer Notoperation am Herzen im Februar 2022 in ihre Arterie eingesetzt wurde, aufgrund einer Verstopfung ersetzt werden musste, was schließlich Ende Oktober 2024 geschah. Am 3. November 2024 teilte der Rechtsbeistand von Narges Mohammadi auf X mit, dass ihre Ärzt*innen betont haben, dass sie an mehreren Krankheiten leide, die eine ständige medizinische Betreuung erforderten. Am 4. Dezember 2024 wurde die Vollstreckung der Haftstrafe gegen Narges Mohammadi vorübergehend ausgesetzt und sie kam vorübergehend aus der Haft frei. Am 12. Dezember 2025 wurde sie in Mashhad erneut willkürlich inhaftiert. Seitdem ist sie im Gefängnis.
Narges Mohammadi wird seit über 25 Jahren wegen ihrer Menschenrechtsarbeit von den Behörden der Islamischen Republik Iran ins Visier genommen und wurde schon zu zahlreichen ungerechtfertigten Gefängnisstrafen verurteilt. Ihre jüngsten Fälle von gerichtlichen Schikanen gehen auf eine Verurteilung im Mai 2021 und eine Verurteilung zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis zurück, die sich auf ihre friedliche Teilnahme an einem Sitzstreik mit anderen Gefangenen in der Frauenabteilung des Evin-Gefängnisses während einer früheren Inhaftierung im Dezember 2019 bezieht. Die Frauen protestierten gegen die rechtswidrige Tötung von Demonstrant*innen und Passant*innen während der landesweiten Proteste im November 2019. Am 16. November 2021 wurde Narges Mohammadi festgenommen, um ihre Haftstrafe anzutreten. In der Folge wurde sie in sieben weiteren Fällen verurteilt, die alle im Zusammenhang mit ihrem friedlichen Aktivismus stehen. Dazu gehören eine Verurteilung durch das Revolutionsgericht wegen Anschuldigungen im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit sowie Gefängnisstrafen und andere Sanktionen, einschließlich Auspeitschungen, und ein Strafverfahren, in dem sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Am 8. Februar 2026 teilte Narges Mohammadi einem ihrer Rechtsbeistände mit, dass die Abteilung 1 des Revolutionsgerichts in Mashhad sie wegen Straftaten im Zusammenhang mit der nationalen Sicherheit zu sieben Jahren und sechs Monaten Gefängnis und anderen Sanktionen verurteilt habe.
Die Menschen im Iran, einschließlich der Gefangenen, sind zwischen rechtswidrigen Angriffen der USA und Israels und tödlicher Unterdrückung im eigenen Land gefangen. Zwischen dem 28. Februar und dem 7. April 2026 haben die USA und Israel Zehntausende von Luftangriffen auf Ziele in ganz Iran durchgeführt und dabei die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft gezogen. Während der Angriffe berichteten Familienangehörige von Gefangenen und Menschenrechtsaktivist*innen Amnesty International, dass es in einer Reihe von Gefängnissen und Einrichtungen, in denen Gefangene untergebracht sind, zu Explosionen kam, auch in der Nähe des Gefängnisses von Zanjan. Sowohl während der Angriffe als auch seit der brüchigen Waffenruhe, die am 7. April 2026 verkündet wurde, berichten Familienangehörige von Gefangenen und Menschenrechtsverteidiger*innen, dass es in den Gefängnissen an Lebensmitteln, Trinkwasser und Hygieneartikeln mangelt. Die US-amerikanisch-israelischen Angriffe in Iran fanden statt, als die Bevölkerung noch immer von den beispiellosen Massakern der iranischen Behörden an Tausenden von Demonstrant*innen und Passant*innen im Zuge der Niederschlagung der Proteste im Januar 2026 erschüttert war. Vor diesem Hintergrund hat sich die Gefahr von Gräueltaten gegen Menschen in Iran vervielfacht, die von den Behörden im Land selbst und durch Angriffe von Seiten der US-amerikanischen und israelischen Streitkräfte verübt werden.
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