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Trotz Ausbau: Warum nicht jeder Haushalt in Schwalbach einen Glasfaseranschluss erhält

Дата публикации: 22-04-2026 18:07:33




In Schwalbach läuft wie an vielen anderen Orten im Saarland der Glasfaserausbau. Bereits jetzt steht jedoch fest, dass nicht jeder dort einen entsprechenden Anschluss erhält. Warum das so ist und wie viele Haushalte hiervon betroffen sind.



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Trotz Ausbau Warum nicht jeder Haushalt in Schwalbach einen Glasfaseranschluss erhält

Schwalbach · In Schwalbach läuft wie an vielen anderen Orten im Saarland der Glasfaserausbau. Bereits jetzt steht jedoch fest, dass nicht jeder dort einen entsprechenden Anschluss erhält. Warum das so ist und wie viele Haushalte hiervon betroffen sind.

Schnelles Internet auch auf dem flachen Land – viele Menschen hoffen dafür auf Glasfaser. Doch auch wenn der Ausbau in der eigenen Gemeinde stattfindet, heißt das nicht, dass auch jeder einen entsprechenden Anschluss sofort und günstig erhalten kann.

Schnelles Internet auch auf dem flachen Land – viele Menschen hoffen dafür auf Glasfaser. Doch auch wenn der Ausbau in der eigenen Gemeinde stattfindet, heißt das nicht, dass auch jeder einen entsprechenden Anschluss sofort und günstig erhalten kann.

Foto: Michael Reichel/dpa/Michael Reichel

Schnelles Internet, auch auf dem Land – viele Menschen im Saarland setzen dafür ihre Hoffnung auf den Glasfaserausbau. Zuletzt machte dieser jedoch häufig mit verschiedensten Problemen und Verzögerungen von sich reden. Und selbst dort, wo der Glasfaserausbau größtenteils reibungslos vorangeht, wird der Traum von schnellem Internet wohl nicht für jeden in den kommenden Jahren erfüllt werden können.

Rund 60 Haushalte erhalten in Schwalbach keinen Glasfaseranschluss trotz dortigem Ausbau

Alleine in der Gemeinde Schwalbach sind es mindestens 60 Haushalte, die vorerst nicht an das dort entstehende Glasfasernetz angeschlossen werden. Dies geht aus einer Antwort der Gemeindeverwaltung auf eine entsprechende Anfrage der dortigen SPD-Fraktion im Gemeinderat hervor.

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Foto: Andrew Matthews/PA Wire/dpa/Andrew Matthews

Dass die betroffenen Haushalte trotz des derzeit laufenden Glasfaserausbaus in der Gemeinde durch die Deutsche Glasfaser nicht von diesem profitieren können, liegt unter anderem an deren Lage. In vielen Fällen handelt es sich demnach um „Einzellagen in Außenbereichen“, wie das Unternehmen auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. Ein Anschluss dieser Objekte sei im Zuge des eigenwirtschaftlich vorangetriebenen Ausbaus „nicht darstellbar“. Sprich: Da die Deutsche Glasfaser den Breitbandausbau in der Gemeinde auf eigene Kosten vorantreibt, müssen sich die Kosten hierfür für das Unternehmen am Ende auch wieder rechnen.

Warum nicht jeder Haushalt ans Glasfasernetz angeschlossen wird

Um dies sicherzustellen, werden im Zuge des eigenwirtschaftlichen Ausbaus sogenannte Polygone definiert, also die Bereiche, in denen der Glasfaserausbau nach und nach umgesetzt werden soll. „In der Regel sind dies die verdichtet bebauten Ortslagen“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Glasfaser hierzu auf Nachfrage. Der genaue Zuschnitt dieser Polygone wird im Vorfeld demnach durch verschiedenste Faktoren beeinflusst, etwa die Art und Form der vorhandenen Straßen, der Bebauung, oder ob in dem anvisierten Gebiet mehr Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser existieren.

Die dadurch definierten Polygone sind laut dem Unternehmen wiederum die „Grundlage des Kooperationsvertrages und definieren auch das Vermarktungsgebiet in der Gemeinde“. Dies sei laut dem Unternehmenssprecher „kein Spezifikum von Schwalbach, sondern ein übliches Vorgehen von Deutsche Glasfaser im eigenwirtschaftlichen Ausbau“.

SPD Schwalbach fordert Gemeinde zu mehr Tempo bei Fördermitteln für unwirtschaftliche Anschlüsse auf

Gemessen an den mehr als 8000 Haushalten, die in Schwalbach vom Breitbandausbau profitieren sollen, ist der Anteil von 60 Haushalten, die hierbei nicht berücksichtigt werden, zwar eher schon im Bereich „Einzelfälle“ zu verorten. Die Schwalbacher SPD fordert die Gemeinde dennoch zu mehr Tempo bei der Beantragung von entsprechenden Fördermitteln für „unwirtschaftliche“ Glasfaseranschlüsse auf. Dadurch, dass einzelne Anwesen nicht als wirtschaftlich im Zuge des Glasfaserausbaus eingestuft werden, würde den Eigentümern teils hohe Eigenkosten für einen entsprechenden Breitbandanschluss entstehen.

Gleichzeitig stünden durch das Land und den Bund Förderprogramme bereit, die einen Großteil der Kosten übernehmen würden. Während andere Kommunen diese schon länger nutzen, würde die Schwalbacher Gemeindeverwaltung eine entsprechende Antragsstellung bisher nur prüfen. „Es reicht nicht, das Problem nur zu prüfen. Die Fördermittel liegen auf dem Tisch – jetzt muss die Gemeinde endlich handeln“, fordert der Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat, Martin Woll, in einer entsprechenden Pressemitteilung. Demnach dürfe niemand „beim Glasfaserausbau abgehängt werden, nur weil es sich für den Anbieter nicht rechnet“.

Gemeinde verweist auf Verzögerungen beim Ausbau

Im Schwalbacher Rathaus betont man wiederum, dass das Thema und die Fördermöglichkeiten für sogenannte unwirtschaftliche Glasfaseranschlüsse im Rahmen der Gigabitförderung „bekannt und präsent“ seien. Auch wolle man hier die „maximal möglichen Fördermittel“ erzielen. Laut dem Schwalbacher Bürgermeister Markus Weber (parteilos) sei die Gemeinde hierfür seit dem Jahresanfang in entsprechenden Gesprächen mit dem Egosaar. Dieser steht den Kommunen im Saarland beim Thema Glasfaser beratend zur Seite und unterstützt diese bei der Beantragung von entsprechenden Fördermitteln.

Dass die Gemeinde bisher noch keine Fördermittel beantragt habe, liege demnach auch an Verzögerungen beim Glasfaserausbau. So habe es zuletzt einen Wechsel der bauausführenden Firma vor Ort gegeben, wie Weber betont. Darüber hinaus habe sich der eigenwirtschaftliche Breitbandausbau durch die Deutsche Glasfaser bis zum Jahresende 2025 noch in einem „frühen Stadium“ befunden, sodass zunächst die Bauarbeiten abgewartet werden sollten.

Anfang April habe die Gemeinde laut Weber die entsprechenden Fachberaterleistungen ausgeschrieben, die für einen korrekten Förderantrag vonnöten sind. Die Vergabe hierfür soll wiederum Anfang Mai im zuständigen Bauausschuss erfolgen. Parallel hierzu wolle man seitens der Gemeinde die Schwalbacher Bevölkerung informieren.

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