Bous, Ensdorf und Schwalbach haben den Entwurf für ihre gemeinsame Wärmeplanung veröffentlicht. Diese sieht an mehreren Orten gute Chancen für den Ausbau eines Wärmenetzes. Doch nicht jeder Hauseigentümer dürfte davon in Zukunft profitieren.
Bous/Ensdorf/Schwalbach · Bous, Ensdorf und Schwalbach haben den Entwurf für ihre gemeinsame Wärmeplanung veröffentlicht. Diese sieht an mehreren Orten gute Chancen für den Ausbau eines Wärmenetzes. Doch nicht jeder Hauseigentümer dürfte davon in Zukunft profitieren.
Fernwärme, neue Gasheizung oder doch eine Wärmepumpe? Nicht nur in Bous, Ensdorf und Schwalbach stellen sich viele Hauseigentümer die Frage, wie sie künftig heizen werden. Die drei Gemeinden haben nun den Entwurf ihrer gemeinsamen Wärmeplanung veröffentlicht.
Foto: dpa-tmn/Daniel MaurerNicht wenige Hausbesitzer stellen sich aktuell dieselbe Frage: Steige ich um auf eine Wärmepumpe? Warte ich doch lieber auf einen möglichen Ausbau des Fernwärmenetzes? Oder hole ich mir doch noch eine neue Gas- oder Ölheizung? Wenn es darum geht, wie künftig in den eigenen vier Wänden geheizt werden soll, wird es für viele meist auch schnell emotional. Dies zeigt allein die schon seit Jahren andauernde Diskussion um das Gebäude-Energie-Gesetz, welches vielen eher als „Heizungsgesetz“ bekannt ist, und das nun im neuen aber ebenfalls kontrovers diskutierten Gebäudemodernisierungsgesetz aufgehen soll.
Gemeinsame Wärmeplanung in Bous, Ensdorf und Schwalbach steht kurz vor dem Abschluss
Für viele Kommunen stellt die gesetzlich vorgeschriebene Wärmewende jedenfalls einen großen Kraftakt dar. Denn bis spätestens Mitte 2028 müssen alle Städte und Gemeinden einen sogenannten kommunalen Wärmeplan vorlegen. Dieser soll gewissermaßen als Leitfaden für den Wechsel zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung fungieren. Die drei Gemeinden Bous, Ensdorf und Schwalbach haben sich hierfür vor einiger Zeit gemeinsam auf den Weg gemacht – und stehen nun kurz vor dem Abschluss.
Mini-Solar-Anlagen mit Stecker: Auch etwas für Ihr Zuhause?
6 Bilder
Bereits in diesem Sommer – und damit zwei Jahre vor der gesetzlichen Frist – wollen die drei Gemeinden im Landkreis Saarlouis ihre gemeinsame Wärmeplanung verabschieden. Aktuell liegt der Entwurf hierfür öffentlich aus. Bis zum 18. Juni können Bürgerinnen und Bürger noch ihre Anmerkungen zu diesem einreichen, bevor der Wärmeplan in den kommunalen Gremien final beschlossen werden soll.
Doch auch dann entstünden für die Eigentümer in Bous, Ensdorf und Schwalbach noch keine gesetzlichen Verpflichtungen, was das künftige Heizen in ihren Gebäuden betritt, betont Carsten Leinenbach, der die gemeinsame Wärmeplanung der drei Kommunen koordiniert. „Der Wärmeplan ist an sich erst einmal nur ein strategisches Planungsinstrument, das sich die Potenziale vor Ort anschaut und wo ein Wärmenetz theoretisch überhaupt Sinn machen würde“, erklärt Leinenbach. Die eigentliche Umsetzung finde dann erst nach der Wärmeplanung statt und sei zudem noch von vielen weiteren Faktoren abhängig. So müsste die Errichtung eines Nah- oder Fernwärmenetzes auch wirtschaftlich machbar sein.
Wärmeplan sieht mehrere potenzielle Eignungsgebiete für künftiges Wärmenetz
Die Chancen hierfür dürften für viele Eigentümer in Bous, Ensdorf und Schwalbach jedenfalls nicht schlecht liegen. Denn die gemeinsame Wärmeplanung der drei Kommunen sieht neben mehreren Prüfgebieten auch sogenannte Eignungsgebiete vor, in denen sich die Errichtung eines neuen Wärmenetzes wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich anbieten würde. In Schwalbach sind dies beispielsweise große Teile von Griesborn oder um die bereits bestehenden Wärmenetze in Hülzweiler und Elm. In Ensdorf werden wiederum etwa der Bereich um die Provinzialstraße bis zum südlichen Gewerbegebiet, in Bous große Teile des Ortszentrums und um die Saarbrücker Straße für geeignet erachtet.
Neben Teilen von Ensdorf und Schwalbach sieht die gemeinsame Wärmeplanung auch für große Teile des Bouser Ortskerns durchaus gute Chancen für den künftigen Ausbau eines Wärmenetzes. Ob diese auch wirtschaftlich überhaupt umsetzbar sind, sollen nun entsprechende Machbarkeitsstudien zeigen.
Foto: RuppenthalFür die im Wärmeplan beschriebenen Gebiete sollen in einem nächsten Schritt nun jeweils entsprechende Machbarkeitsstudien in den kommenden Jahren erarbeitet werden, um die wirtschaftliche Realisierbarkeit zu überprüfen. Wessen Haus außerhalb dieser Prüf- und Eignungsgebiete liegt, wird laut Leinenbach hingegen sehr wahrscheinlich in der Zukunft auf dezentrale Lösungen, wie etwa eine Wärmepumpe, setzen müssen.
Gemeinden wollen auch Potenziale für klimafreundliches Heizen gemeinsam nutzen
Potenziale für klimafreundlichere Heizalternativen sind laut dem Entwurf der Wärmeplanung in Bous, Ensdorf und Schwalbach jedenfalls reichlich vorhanden. So könnte neben Luftwärmepumpen in Ensdorf etwa auch das Grubenwasser zur Wärmegewinnung genutzt werden. Aber auch Kläranlagen, Solarthermie oder die Saar selbst könnten demnach zur örtlichen Wärmewende beitragen.
Und wie den gemeinsamen Wärmeplan will man in Bous, Ensdorf und Schwalbach die Nutzung dieser Potenziale künftig ebenfalls gemeinsam angehen. Denn laut Ensdorfs Bürgermeister Jörg Wilhelmy könnten die drei Gemeinden gegenseitig von den Potenzialen des jeweils anderen profitieren, etwa beim Grubenwasser oder der Wärmegewinnung aus Kläranlagen. Dies zeige, dass das interkommunale Vorgehen bei der Wärmeplanung „die richtige Entscheidung gewesen ist“.
Der Entwurf für die Wärmeplanung in Bous, Ensdorf und Schwalbach liegt noch bis zum 18. Juni in den jeweiligen Rathäusern der drei Gemeinden öffentlich aus und ist auch online auf der jeweiligen Gemeindewebseite zu finden. Zudem soll es im Juni weitere Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit hierzu geben.