Das Heidebad in Schmelz ist bei vielen Menschen beliebt, jedoch auch in die Jahre gekommen. Ein neues Konzept sieht nun eine neue Nutzung für das dortige Hallenbad vor.
Schmelz · Das Heidebad in Schmelz ist bei vielen Menschen beliebt, jedoch auch in die Jahre gekommen. Ein neues Konzept sieht nun eine neue Nutzung für das dortige Hallenbad vor.
Das Heidebad in Schmelz ist beliebt aber auch in die Jahre gekommen. Um das zu ändern und die Einrichtung auch langfristig wirtschaftlich tragbar zu machen, wurde nun ein Konzept erstellt. Dieses hat vor allem für das leerstehende Hallenbad auf dem Gelände große Pläne.
Foto: Ruppenthal/Rolf RuppenthalAus finanzieller Sicht ist das Heidebad in Schmelz vor allem eines: ein dickes Minusgeschäft. Gut 600.000 Euro muss die Gemeinde jährlich über den eigenen Haushalt in die bei vielen Bürgerinnen und Bürgern beliebte Einrichtung stecken. Hinzu kommen Probleme beim Personal, wie ein aktueller Mangel an Bademeister, die nur durch den Einsatz von anderen Gemeindebeschäftigten ausgeglichen werden können. Gleichzeitig ist das Bad sichtbar in die Jahre gekommen und schiebt laut Bürgermeister Wolfram Lang einen „großen Investitionsstau“ vor sich her. Insbesondere das seit Jahren ungenutzte Hallenbad auf dem Gelände sei ein „leerer, unansehnlicher Baukörper“ geworden. Doch das soll sich nun in Zukunft ändern.
Neues Konzept für Heidebad im Gemeinderat von Schmelz vorgestellt
Um das Heidebad attraktiver und zukunftssicher aufzustellen, hat die Gemeinde sich vor einiger Zeit bereits auf dem Weg gemacht, ein entsprechendes Tourismuskonzept für die Anlage zu erstellen. Beauftragt wurde hierfür das auf Freizeit und Tourismus spezialisierte Kölner Beratungsunternehmen „ift“, dessen Vertreter Lukas Melzer das über 100-Seiten starke Konzept im jüngsten Gemeinderat vorstellte.
Das Hallenbad im Schmelzer Heidebad steht schon länger ungenutzt. Künftig könnte sich das jedoch ändern.
Foto: ift GmbHDieser machte recht schnell deutlich, dass das Heidebad nur dann zukunftssicher und vor allem wirtschaftlich tragfähig sein kann, wenn es ein ganzjähriges Angebot mit einer hohen Aufenthaltsqualität bietet. So sei das derzeitige Freibad zwar „attraktiv über alle Altersklassen hinweg“. Doch vornehmlich die Technik sei bereits in die Jahre gekommen. Und auch in Sachen Erreichbarkeit gebe es durchaus noch „Optimierungspotenzial“.
Hallenbad soll durch Sauna- und Wellnessanlage ersetzt werden
Die wesentliche Stellschraube stelle demnach das leer stehende Hallenbad dar. Eine Reaktivierung des dortigen Betriebes scheide zwar aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit aus. Doch das Gebäude soll nun „von Grund auf neu entwickelt“ werden. Die Zukunft, die das Konzept dabei für das Hallenbad sieht, dürfte gleichzeitig für Gesprächsstoff sorgen. Denn laut Melzer werde eine moderne Sauna- und Wellnessanlage als „Vorzugsvariante“ verfolgt.
Eine solche Nutzung würde nicht nur „in vielen Aspekten“ zum jetzigen Heidebad passen und gewisse Synergien mit sich bringen. Zumal im Umfeld von Schmelz „keine vergleichbaren Anlagen“ vorhanden seien, die Konkurrenzsituation also überschaubar sein dürfte. Je nach Besucherzahl könnte eine solche Sauna- und Wellnessanlage im Betrieb daher sogar ein positives, sprich für die Gemeinde wirtschaftliches Ergebnis unterm Strich erzielen, wie Melzer in seinem Vortrag hervorhob.
Mit dieser KI-generierten Visualisierung gibt das von dem Beratungsunternehmen "ift" erstellte Konzept eine Vorstellung, wie eine Sauna- und Wellnessanlage im Schmelzer Heidebad einmal aussehen könnte.
Foto: KI-generierte Visualisierung / ift GmbHDer „ift“-Vertreter machte gleichzeitig klar: Eine große Therme, wie etwa in Saarbrücken, werde nicht angepeilt. Viel mehr wolle man auf kleinere Wasserflächen setzen, da diese in der Regel auch die größten Kostentreiber seien. Ergänzend hierzu sollte ein Teil des Außenbereiches im Heidebad, etwa als „Saunagarten“, mitgenutzt werden.
Gemeinde für Umsetzung auf Fördermittel angewiesen
Ob die angedachte Sauna- und Wellnessanlage im bestehenden Hallenbad umgesetzt wird oder doch ein kompletter Neubau notwendig wird, ist laut Melzer zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht klar. Hierfür brauche es zunächst weitere Untersuchungen. Klar ist jedoch: Die hierfür notwendigen Investitionskosten dürften die ohnehin klamme Gemeindekasse mehr oder weniger sprengen. Denn im Falle eines Neubaus gehen die Gemeinde und der „ift“-Vertreter von Investitionskosten von mindestens 4,3 Millionen Euro aus. Hinzu kämen noch mal rund 115.000 Euro für die Errichtung von Wohnmobilstellplätzen im Außenbereich des Heidebades, welche im Tourismuskonzept ebenfalls als sinnvoll erachtet werden.
Bürgermeister Lang verdeutlichte im Zuge der Sitzung daher, dass die Gemeinde hierbei „ganz klar abhängig von Landes- und Bundesfördermitteln“ sei. Gleichzeitig dämpfte der Schmelzer Rathauschef die Erwartungen an eine schnelle Umsetzung des Konzeptes. „Es ist klar, dass eine solche Sauna- und Wellnessanlage jetzt nicht schon im nächsten Jahr kommt“, betonte Lang.
Rat lobt Einbindung der Öffentlichkeit in Konzepterstellung
Dennoch äußerten sich die Fraktionen im Rat durchaus positiv auf das nun vorgelegte Konzept für das Heidebad. So lobte der gemeinsame Sprecher der Ratsmehrheit aus CDU, FDP und Freier Liste, Nicolas Lorenz (CDU), die Einbindung der Bevölkerung im Zuge der Konzepterstellung. Diese konnte zuvor bei einer Online-Umfrage sowie einen im Sommer 2025 durchgeführten öffentlichen Workshop ihre eigenen Ideen für die Zukunft des Heidebades mit einbringen. Bereits hier hatte sich gezeigt, dass eine Sauna- und Wellnessanlage von einem Großteil der Menschen in Schmelz durchaus positiv gesehen wird. Das sei „gelebte Demokratie“, so Lorenz. Dennoch gelte es jetzt „dicke Bretter zu bohren“.
Und auch Hanko Zachow (Grüne), der stellvertretende Sprecher der Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und Linken, schien dem im Tourismuskonzept erarbeiteten Ideen für das Heidebad nicht abgeneigt zu sein. „Die Resonanz aus der Bevölkerung zeigt, dass unsere bisherigen Investitionen in das Heidebad richtig waren“, erklärte der Grünen-Politiker.
Um ihr Konzept für ein neues Heidebad real werden zu lassen, will die Gemeinde sich nun auf Investorensuche machen. Hierfür soll laut „ift“-Vertreter Lukas Melzer ein entsprechendes Exposé entworfen werden. Ob die Menschen im Heidebad künftig also neben schwimmen im Becken, auch bei Sauna und Wellness entspannen können, wird sich daher wohl erst in einiger Zeit zeigen.