Das überraschende Aus für die großen Solarpark-Pläne des norwegischen Energieunternehmens Statkraft hat in Schmelz für breite Ernüchterung gesorgt. Sowohl der Bürgermeister als auch die im Gemeinderat vertretenen Parteien zeigen sich enttäuscht. Doch auch so mancher Vorwurf in Richtung Bundespolitik wird laut.
Schmelz · Das überraschende Aus für die großen Solarpark-Pläne des norwegischen Energieunternehmens Statkraft hat in Schmelz für breite Ernüchterung gesorgt. Sowohl der Bürgermeister als auch die im Gemeinderat vertretenen Parteien zeigen sich enttäuscht. Doch auch so mancher Vorwurf in Richtung Bundespolitik wird laut.
Ein bis zu 80 Hektar großes Solarfeld, welches genügend Strom für bis zu 30 000 Haushalte im Jahr produzieren könnte, wollte der norwegische Energieriese „Statkraft“ in der Gemeinde Schmelz errichten. Doch vor kurzem verkündete das Unternehmen das Aus für das Megaprojekt. In der Gemeinde sorgt das jetzt für große Enttäuschung.
Foto: dpa/Jens BüttnerEs war eine der großen Überraschungen der jüngsten Tage in der Gemeinde Schmelz: Das norwegische Energieunternehmen Statkraft zog seinen Solarpark-Plänen für die Region noch vor dem ersten Spatenstich sprichwörtlich den Stecker. Auf einer bis zu 80 Hektar großen Fläche bei Limbach wollte der Energieriese – der sich selbst als größer Erzeuger von Erneuerbaren Energien in Europa bezeichnet – genügend grünen Strom für mehr als 30 000 Haushalte produzieren. Doch der zugewiesene Anschlusspunkt für den Solarpark befindet sich nach Angaben von Statkraft so weit vom eigentlichen Standort entfernt, dass der Anschluss „hohe Zusatzkosten verursacht“ und das Projekt hierdurch insgesamt „wirtschaftlich unrentabel“ geworden sei. In der Gemeinde sorgt der Rückzieher sowohl im Rathaus als auch bei den einzelnen Fraktionen im Gemeinderat nun für Ernüchterung.
Aus von geplanten Statkrat-Solarpark für Schmelzer Bürgermeister „nur schwer nachvollziehbar“
„Der geplante Solarpark von Statkraft hätte durchaus ein Leuchtturmprojekt für das Gelingen der Energiewende in der Region werden können“, zeigt sich Schmelz Bürgermeister Wolfram Lang (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung enttäuscht. Es sei nicht nur „extrem bedauerlich“, sondern aus seiner Sicht auch „politisch nur schwer nachvollziehbar, dass derartige Projekte in Deutschland offenbar nicht mehr machbar sind“. Dabei würden die jüngsten Energiekrisen, wie die von 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und die aktuelle im Zuge des Iran-Krieges, deutlich zeigen, dass das Saarland und der Rest von Deutschland unabhängiger von fossilen Energieträgern werden müssten.
CDU und Freie Liste bedauern Solarpark-Aus
Ähnlich wie der Schmelzer Rathauschef äußern sich auch die Vertreter der einzelnen Ratsfraktionen. „Das ist natürlich keine gute Nachricht für die Gemeinde, da wir mit diesem Areal einen weiteren Beitrag zur klimafreundlichen Kommune hätten leisten können“, erklärt etwa der Sprecher der CDU-FDP-Fraktionsgemeinschaft im Gemeinderat, Nicolas Lorenz (CDU). Dennoch habe man in der Gemeinde seine „Hausaufgaben gemacht“ und beispielsweise neben einem eigenen Förderprogramm für sogenannte Balkonkraftwerke auch darauf gedrängt, nicht nur künftige, sondern auch die bestehenden kommunalen Gebäuden mit Photovoltaik-Anlagen auszurüsten.
Auch die Freie Liste und ihr Sprecher Andy Jakobs zeigen sich enttäuscht von der jetzigen Entwicklung. „Aus unserer Sicht wäre der Solarpark sowohl aus umweltpolitischer als auch aus kommunaler Perspektive ein außerordentlicher Gewinn für die Gemeinde Schmelz gewesen“, sagt Jakobs. Neben einem wichtigen Beitrag zur erneuerbaren Energieversorgung hätte das Projekt „auch wirtschaftliche Impulse für unsere Gemeinde setzen können“.
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SPD sieht unter anderem Vielzahl an Flächeneigentümern als mögliche Ursache
Das Ratsmitglied Oliver Puhl, Sprecher der Fraktionsgemeinschaft aus SPD, Grünen und Linken, sieht die Gründe für die jetzige Projektabsage durch Statkraft wiederum „in einer Kombination mehrerer Faktoren liegen“. So sei etwa von Beginn an absehbar gewesen, dass es sich wegen der anvisierten Fläche für den Solarpark mit über 100 beteiligten Eigentümern um „ein komplexes Vorhaben handelt“. Entscheidend sei nun, dass der Ausbau erneuerbarer Energien ein zentrales Thema in der Gemeinde bleibe. So würden etwa die derzeitigen Planungen für weitere Solarparks in Bettingen, Hüttersdorf und Michelbach zeigen, „dass die Gemeinde Schmelz weiterhin aktiv an der Energiewende arbeitet“.
Grünen-Sprecher gibt Bundespolitik Mitschuld an Scheitern von Solarpark-Plänen
Hanko Zachow (Grüne) sieht aber auch die jetzige Bundespolitik als Ursache für das Scheitern des geplanten Statkraft-Solarparks bei Limbach. So betont der Vorsitzende der Schmelzer Grünen zwar, dass es sich in diesem Fall um eine „wirtschaftliche Einzelentscheidung“ handele. Doch „vor dem Hintergrund immer wieder neuer Verlautbarungen aus dem Umfeld des CDU-geführten Bundeswirtschaftsministeriums bezüglich einer geplanten Novelle des Erneuerbaren Energie Gesetzes ist es verständlich, dass Investoren ihre Pläne neu bewerten“, sagt Zachow.