Der invasive Riesenbärenklau sieht zwar schön aus, kann bei Kontakt aber sehr gefährlich werden. Im Schmelzer Gemeinderat wurde nun vor einer sich zuspitzenden Situation gewarnt. Die Gemeinde will nun alle betroffenen Flächen eruieren – und setzt für die Bekämpfung auf ein technisches Hilfsmittel.
Schmelz · Der invasive Riesenbärenklau sieht zwar schön aus, kann bei Kontakt aber sehr gefährlich werden. Im Schmelzer Gemeinderat wurde nun vor einer sich zuspitzenden Situation gewarnt. Die Gemeinde will nun alle betroffenen Flächen eruieren – und setzt für die Bekämpfung auf ein technisches Hilfsmittel.
Die Herkulesstaude, auch als Riesenbärenklau bekannt, sieht während seiner Blüte zwar schön aus. Doch der Kontakt mit der Pflanze kann ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.
Foto: dpa/Carsten RehderSie ist gekommen, um zu bleiben. Gerade auf Wanderungen und Spaziergängen kann an vielen Stellen im Saarland aktuell wieder die Herkulesstaude entdeckt werden. Doch so schön die Pflanze gerade zu ihrer Blütezeit auch aussehen mag, der auch als Riesenbärenklau bekannte Neophyt kann eine ernste gesundheitliche Bedrohung darstellen. Denn schon bei Hautkontakt können schwere Verbrennungen und sogar Brandblasen die Folge sein. Viele Kommunen versuchen eine Ausbreitung der Pflanze daher schon länger zu bekämpfen – mit eher durchwachsenen Ergebnissen. In Schmelz beschäftigte der Riesenbärenklau nun auch den dortigen Gemeinderat.
„Zunehmend kritische Situation“ durch Riesenbärenklau in Schmelz
Laut dem Ratsmitglied Hanko Zachow (Grüne) werde die Situation insbesondere entlang der Wanderwege und den Nebenflüssen der Prims „zunehmend kritischer“. In einem gemeinsamen Antrag forderten die Ratsfraktionen daher mehr Informationen von der Verwaltung darüber, wo genau sich die Herkulesstaude bereits in der Gemeinde überall ausgebreitet hat und welche Gegenmaßnahmen durch den Gemeindebauhof geplant sind.
Schmelz Bürgermeister Wolfram Lang (SPD) verwies wiederum auf die bisherigen Bemühungen der Gemeinde. Demnach habe es immer wieder verschiedene Versuche gegeben, den Riesenbärenklau an seiner Ausbreitung zu hindern, wenn auch nur „sporadisch“, wie der Rathauschef zugab. Am geeignetesten hätte sich dabei das „Mähen“ der Pflanze entpuppt. Denn durch das wiederholte, bodennahe Mähen werde die Pflanze in ihrem Wachstum geschwächt und an der Samenbildung gehindert.
Einsatz von Mähraupe bereits in Lebach erfolgreich getestet
Zu diesem Zweck hatte sich die Gemeinde vor Kurzem sogar eine eigene ferngesteuerte Mähraupe angeschafft, wie sie in der benachbarten Stadt Lebach bereits seit einiger Zeit eingesetzt wird. Der dortige Bauhof zieht auf Nachfrage unserer Zeitung eine durchaus positive Bilanz, was den Einsatz der nicht gerade günstigen Technik betrifft. Insbesondere die bisher stark betroffenen Uferbereiche entlang der Theel habe man seitdem „im Griff“, wie Lebachs Bauhofsleiter Lukas Noss erklärt. Zudem stelle der Einsatz der Mähraupe eine große körperliche, aber auch zeitliche Entlastung für die Bauhofmitarbeiter dar.
Die Gemeinde Schmelz hat zur Bekämpfung des Riesenbärenklaus eine sogenannte Mähraupe angeschafft. In anderen Kommunen, wie Lebach, wird schon länger auf diese Technik gesetzt.
Foto: Anna Pusse / Gemeinde Schmelz/Anna PusseUnd auch Schmelz Bürgermeister Wolfram Lang verspricht sich viel von dem Einsatz der neuen Technik. Gleichzeitig betonte der Rathauschef, dass er in der rund 50.000 Euro teuren Mähraupe kein „Wundermittel“ im Kampf gegen die invasive Pflanzenart sieht. „Was wir jetzt gerade machen, wird den Riesenbärenklau nicht verdrängen. Wir können ihn so aber in gewisser Weise eindämmen“, erklärte Lang.
Gemeinde will betroffene Flächen kartieren
Doch nicht nur der Riesenbärenklau selbst, auch viele andere Pflanzen sind derzeit in Schmelz und der Region am Wachsen und Blühen. Dies fordere die begrenzten Kapazitäten des Gemeindebauhofs zusätzlich, wie der Schmelzer Bürgermeister betonte. In einem nächsten Schritt will die Gemeinde daher nun eruieren, wie viele Flächen wie stark bereits von der Pflanze in Besitz genommen worden sind. Erst dann könne man auch genauer sagen, ob das bisherige Vorgehen so weiterhin auch finanziell und personell möglich sei.
Chemische Bekämpfung schwer und kostspielig
Ob künftig auch chemische Mittel im Kampf gegen den Riesenbärenklau in Schmelz eingesetzt werden könnten, wollte der Rathauschef in der Ratssitzung zwar noch nicht kategorisch ausschließen. Da sich die Pflanze aber insbesondere in der Nähe von Flüssen ansiedelt, dürfte der Einsatz von entsprechenden Pflanzenvernichtungsmitteln – der zudem recht kostspielig ist – eher unwahrscheinlich sein.
Von Riesenbärenklau betroffene Flächen können der Gemeinde über deren zentrale E-Mail-Adresse gemeinde@schmelz.de oder über den Mängelmelder gemeldet werden.