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Streit um Naturschutzbeauftragten in Michelbach: Zwei Kandidaten, ein Ehrenamt und jede Menge Zoff

Дата публикации: 20-05-2026 11:56:00




Schmelz hat zwei neue ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte. Doch im Gemeinderat hatte die Entscheidung über einen der beiden Posten kurz zuvor für Diskussionen gesorgt. Insbesondere die SPD kritisierte die dortige Mehrheit aus CDU, FDP und Freier Liste – und verwies auf eine vorherige Empfehlung des Ortsrates.



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Streit um Naturschutzbeauftragten in Michelbach Zwei Kandidaten, ein Ehrenamt und jede Menge Zoff

Schmelz · Schmelz hat zwei neue ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte. Doch im Gemeinderat hatte die Entscheidung über einen der beiden Posten kurz zuvor für Diskussionen gesorgt. Insbesondere die SPD kritisierte die dortige Mehrheit aus CDU, FDP und Freier Liste – und verwies auf eine vorherige Empfehlung des Ortsrates.

Die Gemeinde Schmelz hat seit kurzem zwei neue Naturschutzbeauftragte. Im Vorfeld gab es im Gemeinderat jedoch eine größere Diskussion um einen der beiden Kandidaten.

Die Gemeinde Schmelz hat seit kurzem zwei neue Naturschutzbeauftragte. Im Vorfeld gab es im Gemeinderat jedoch eine größere Diskussion um einen der beiden Kandidaten.

Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbi/Monika Skolimowska

Die Wahl eines neuen Naturschutzbeauftragten ist in den meisten Fällen eher ein unspektakulärer Punkt auf der Tagesordnung eines Gemeinderates. Schließlich sind die meisten Kommunen froh über jeden Freiwilligen, der dieses Ehrenamt übernimmt. In Schmelz (Landkreis Saarlouis) sorgte die Entscheidung über einen neuen Naturschutzbeauftragen für den Ortsteil Michelbach nun jedoch für eine längere Diskussion und Kritik an der aktuellen Ratsmehrheit.

Entscheidung über neuen Naturschutzbeauftragten führt zu Diskussionen im Gemeinderat von Schmelz

Vor allem die im Rat vertretene SPD störte sich an der Position von CDU, FDP und Freier Liste, die mit der Kandidatur des Ratsmitgliedes Nils Mehle (CDU) einen Kandidaten aus den eigenen Reihen favorisierten. Der 28-jährige Volljurist hatte sich neben dem 47-jährigen Informatiker Benjamin Martini als möglicher Kandidat zur Verfügung gestellt, nachdem der Posten des Naturschutzbeauftragten in Michelbach längere Zeit schon unbesetzt gewesen war.

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Foto: IMAGO/ZUMA Press/IMAGO/Roman Koziel

Im von der SPD dominierten Ortsrat von Michelbach hatte sich zuvor eine Mehrheit für Martini ausgesprochen, während sich im entsprechenden Fachausschuss des Gemeinderates eine Mehrheit für Mehle aussprach. Letzterem Votum wolle man sich so auch im Gemeinderat anschließen, wie der gemeinsame Sprecher der Ratsmehrheit, der CDU-Fraktionsvorsitzende Nicolas Lorenz, ohne weitere Ausführungen erklärte.

SPD wirft CDU vor, Empfehlung von Ortsrat zu überstimmen

Aus den Reihen der SPD kam daraufhin Kritik. „Ich frage mich schon, warum man als Ortsrat überhaupt noch ein Votum machen soll, wenn man im Ausschuss letztendlich einfach überstimmt wird“, erklärte die Ortsvorsteherin von Primsweiler, Stephanie Sauer. Das SPD-Ratsmitglied Dieter Frank äußerte zudem die Frage, ob alleine das juristische Fachwissen über die Gesetzeslage zum Naturschutz ausreichend als Qualifikation für den Posten des Naturschutzbeauftragten sei. So hätte dieser beispielsweise auch pädagogische Funktionen zu erfüllen.

Zwei Kandidaten standen zur Wahl

Die beiden Kandidaten hatten zuvor jedenfalls nochmals versucht, die Ratsmitglieder von ihrer Eignung als künftiger Naturschutzbeauftragter zu überzeugen. So erklärte Nils Mehle unter anderem, dass er sich in seiner Freizeit gerne in der Natur aufhalte und auch in den jüngsten Jahren mit naturschutzrechtlichen Themen auseinandergesetzt habe. Neben Problemen mit invasiven Arten, wie etwa dem Riesenbärenklau und dem japanischen Staudenknöterich, sei ihm aber auch wichtig, dass das Thema Naturschutz selbst bei kleinen Themen „nicht hinten runterfällt“. Als klar wurde, dass der Posten des Naturschutzbeauftragten in seinem Ort neu besetzt werden soll und er mit dem vorherigen Naturschutzbeauftragten über dessen Aufgaben gesprochen habe, sei sein Interesse an dem Posten letztendlich geweckt worden, wie Mehle erklärt.

Benjamin Martini erklärte ebenfalls, sich in seiner Freizeit gerne in der Natur aufzuhalten und betonte, dass ihm die „die Vielfalt und der Wert der Natur“ am Herzen liege. Dieses Bewusstsein wolle er auch kommenden Generationen vermitteln und sich daher als Naturschutzbeauftragter für die örtliche Umwelt engagieren. Dabei sei ihm ein sachlicher Austausch auf Fachebene genauso wichtig wie ein „praxisnaher und lösungsorientierter Ansatz“. Zudem würde ein solcher Posten auch einen geeigneten Ausgleich zu seiner Arbeit als Informatiker darstellen.

Die finale Abstimmung im Rat fiel letztendlich erwartbar aus. Während die gemeinsame Fraktion von SPD, Grünen und Linken sich wie zuvor schon der Michelbacher Ortsrat für Martini als Favoriten aussprachen, stimmte die Ratsmehrheit aus CDU, FDP und Freier Liste für Mehle. Die beiden Kandidaten nahmen die Entscheidung des Gemeinderates nach außen hin jedenfalls sportlich – und gaben sich zum Abschluss demonstrativ die Hände.

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Textes hatten wir Benjamin Martini auf Grund eines Missverständnisses fälschlicherweise als Jäger bezeichnet. Als solcher ist er jedoch bisher nie tätig gewesen. Wir haben die entsprechende Stelle im Text daher geändert.

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