Die Temperaturen steigen, die Energie sinkt? Das Kneipp-Armbad bringt schnelle Abkühlung – und ist sogar gesünder als ein Espresso.
Stand: 25.06.2026, 15:00 Uhr

Die Temperaturen steigen, die Energie sinkt? Das Kneipp-Armbad bringt schnelle Abkühlung – und ist sogar gesünder als ein Espresso.
Schorndorf. Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius, die Bullenhitze schlaucht und macht von Tag zu Tag schlapper. Wer in der Hitzewelle dringend einen Frischekick braucht, für den gibt es – nach ausführlichem Selbstversuch – den ultimativen Tipp: ein Armbad mit kaltem Wasser. Dass das erfrischt und wach machen kann, darauf ist einst Sebastian Kneipp (1821-1897) gekommen.
Im Kneipp-Verein Schorndorf steht eine solche Armbadewanne nach den Sportstunden bereit. Und auch für zu Hause lohnt sich die Anschaffung – ein Armbad im Waschbecken ist tatsächlich nicht so effektiv wie in der Plastikwanne, die auch genügend Platz für einen XXL-Kühlakku bietet.
Erfrischende Wirkung wissenschaftlich erklärtEin Unterarmbad nach Kneipp kann bei Abgeschlagenheit und Müdigkeit erfrischen, den Stoffwechsel anregen, die Blutzirkulation sowie die Durchblutung des Herzmuskels fördern, die Abwehrkräfte der oberen Atemwege stärken und sogar Schmerzen bei Ellbogenbeschwerden lindern. Die Internetseite des Kneipp-Verbands liefert obendrein die wissenschaftliche Erklärung dafür: „Laut Dr. med. Norman Best verfügt unser Körper über ein sogenanntes aufsteigendes retikuläres aktivierendes System (ARAS), das unser Weckareal darstellt. Wie der Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin am Universitätsklinikum Jena weiter erklärt, reagiert dieses sehr gut auf Kältereize. Zur Stimulierung des ARAS können wir beitragen, indem wir die Kälterezeptoren mit kaltem Wasser kitzeln.“ Das heißt: „Das kalte Nass vermag uns also mit sehr geringem (Kosten-)Aufwand aus einem Tagestief herauszuziehen – genau das, was wir uns auch von einem Espresso-Shot versprechen.“ Und was das Beste ist: Der Kneipp’sche Espresso ist auch am Abend unbedenklich, da er zwar an-, aber nicht aufregend wirkt – und somit keine Einschlafprobleme verursacht.
Anleitung: So gelingt das perfekte ArmbadUnd so funktioniert’s: Alle, die keine spezielle Armbadewanne haben, können natürlich auch das Waschbecken im Bad mit kaltem Wasser füllen, die Temperatur sollte zwischen zwölf und 18 Grad Celsius liegen. Dann werden die Arme bis zur Mitte der Oberarme ins Wasser getaucht, mit den Unterarmen kann eine kurbelnde Bewegung gemacht werden. Im Wasser sollten die Arme bleiben, bis es bitzelt, also 30 bis 40 Sekunden lang. Kneipp-Profis empfehlen, während der Anwendung tief und ruhig zu atmen – „wenn du dabei lächelst, kann dein Körper übrigens zusätzlich Endorphine produzieren“. Wichtig ist, die nassen Armen im Anschluss nicht abzutrocknen, sondern das Wasser sanft abzustreichen.
Erfrischend, aber auch beruhigend: WassertretenZu beachten ist: Vor Beginn der Anwendung sollten sich Arme und Hände warm anfühlen, angesichts der hochsommerlichen Temperaturen dürfte das aber in der Regel kein Problem sein. Wer unter Durchblutungsstörungen leidet, für den eignet sich das Armbad eher nicht, die Beschwerden könnten eventuell verstärkt werden. Auch bei Angina pectoris und organischen Herzkrankheiten sollte auf das kalte Armbad lieber verzichtet werden.
Erfrischend ist natürlich auch das Wassertreten nach Kneipp: Es regt den Kreislauf an, der Stoffwechsel kommt beim Storchengang durch kaltes Wasser auf Trab, man fühlt sich erfrischt. Wassertreten wirkt am Abend eher beruhigend und hilft bei Einschlafproblemen, ist zu Hause aber nicht so einfach umsetzbar. Kneipp-Becken gibt es in Schorndorf im Stadtpark und im Aichenbach.