Ein Mann aus England investierte sein gesamtes Erspartes in ein autarkes Wohnhaus im Piratenschiff-Stil. Weil er ohne Genehmigung baute, droht nun der Abriss.
Ein Mann aus England investierte sein gesamtes Erspartes in ein autarkes Wohnhaus im Piratenschiff-Stil. Weil er ohne Genehmigung baute, droht nun der Abriss.
Ein Mann aus England hat sich mit einem außergewöhnlichen Bauprojekt einen Lebenstraum erfüllt – und steht nun vor dem möglichen Abriss seines Zuhauses. Sam Griffiss errichtete nahe des Flusses Severn in der Stadt Bewdley in Worcestershire ein autarkes Wohnhaus in Form eines Piratenschiffs. Insgesamt investierte er nach eigenen Angaben rund 66.000 Pfund, umgerechnet etwa 77.000 Euro. Über den Fall berichtet die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“.
Demnach verkaufte Griffiss zuvor sein Haus und steckte nahezu sein gesamtes Erspartes in das Projekt. Das Grundstück hatte er bereits früher für rund 28.000 Pfund (etwa 33.000 Euro) erworben.
Das Schiff mit dem Namen „Daisy May“ entstand aus einem alten Bootsgestell, das er für etwa 500 Pfund (rund 585 Euro) über eBay kaufte. Laut „Daily Mail“ flossen rund 25.000 Pfund (etwa 29.000 Euro) in den Umbau des Bootes, hinzu kamen weitere 11.000 Pfund (circa 12.900 Euro) für eine mobile Sauna mit Holzofen.
Griffiss lebt vollständig autark: Strom erzeugen Generatoren und Solarpaneele, Wasser sammelt er aus Regen, gekocht und geheizt wird mit Holz- und Campingöfen. Gegenüber der „Daily Mail“ sagte er, er habe „jeden Penny“ in das Projekt investiert und benötige das Haus auch als festen Wohnsitz für Besuche seiner Tochter.
Die zuständige Behörde prüft derzeit den Bau. Ein Sprecher erklärte laut „Daily Mail“, es handele sich um ein laufendes Verfahren, zu dem aktuell keine weiteren Angaben gemacht werden könnten. Sollte keine nachträgliche Genehmigung erteilt werden, könnte das ungewöhnliche Piratenschiff-Haus wieder abgerissen werden.
Der Fall aus Großbritannien zeigt, wie teuer fehlende Genehmigungen werden können. Doch auch in Deutschland gilt das Bauen ohne behördliche Erlaubnis als sogenannter Schwarzbau und kann selbst Jahre nach der Fertigstellung noch rechtliche Folgen haben.
Wer ohne Genehmigung baut oder größere Umbauten vornimmt, muss unter anderem mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen, abhängig vom jeweiligen Bundesland. Zudem kann die Nutzung eines Gebäudes untersagt oder im Extremfall sogar ein Abriss angeordnet werden. Eine nachträgliche Genehmigung ist zwar möglich, wird jedoch nicht automatisch erteilt – etwa dann, wenn das Bauvorhaben gegen geltende Bebauungspläne verstößt.