Das Zukunftsforum Oberkochen geht in die entscheidende Phase. Am Montag (27.7.) soll der Gemeinderat den Baubeschluss fassen.
Stand: 23.07.2026, 09:10 Uhr
Von: Tina Nusshör, Constantin Blaß

Das Zukunftsforum Oberkochen geht in die entscheidende Phase. Am Montag (27.7.) soll der Gemeinderat den Baubeschluss fassen.
Oberkochen. Das umstrittene Zukunftsforum Oberkochen steht am Montag, 27. Juli, erneut im Mittelpunkt einer Gemeinderatssitzung. Dabei werden erneut die Gedanken zum Betriebs- und Nutzungskonzept präsentiert, das Technologie- und Innovationsprofil des Ostalbkreises sowie die aktuelle Entwurfsplanung vorgestellt. Anschließend soll der Gemeinderat den Baubeschluss fassen.
Das Zukunftsforum soll auf dem Gelände des bisherigen Feuerwehrgerätehauses in der Dreißentalstraße entstehen. Geplant ist ein Wissens- und Transferzentrum für die Themen nachhaltige Innovationen im Holzbau, Bioökonomie, Green Tech und ökologische Intelligenz. Ziel sei es, Unternehmen, Wissenschaft, Handwerk und Bildungseinrichtungen stärker miteinander zu vernetzen und den Wissens- und Technologietransfer in der Region zu fördern.
Zukunftsforum Oberkochen: Kosten steigen auf 21,7 Millionen EuroBereits Anfang des Jahres 2026 war von Gesamtkosten in Höhe von rund 21,5 Millionen Euro die Rede. Die nun vorliegende Kostenberechnung geht von einem Investitionsvolumen von rund 21,7 Millionen Euro aus. Damit würde das Projekt nochmals um rund 200.000 Euro teurer als bislang angenommen.
Der ehemalige Zeiss-Vorstand Prof. Dr. Dr. h. c.. Michael Kaschke bezeichnet das Projekt seit Monaten als "politisches Prestigeobjekt" und "Steuergeldverschwendung" – und bleibt auch nach Unterredungen mit Landrat Dr. Joachim Bläse bei seinem Standpunkt. Befürworter wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Kaufmann sprechen von einem „Versprechen an die nächste Generation“. Oberkochen sei in der glücklichen Lage, mit den Einnahmen Neues zu schaffen, ohne andere Investitionen zu vernachlässigen. Das Zukunftsforum Oberkochen würde niemandem schaden, stattdessen entzünde die Stadt Oberkochen im positiven Sinne "ein Leuchtfeuer".

Gespannt dürfte der Gemeinderat auf das angekündigte Betriebs- und Nutzungskonzept blicken. Über die spätere Nutzung des Gebäudes wurde in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert. Einen Vorabblick gab Bürgermeister Marcel Winter bei einer öffentlichen Veranstaltung im Landratsamt in Aalen. Vorgesehen sind Arbeitsplätze für Forschungs- und Projektgruppen, Angebote für Start-ups sowie Räume für Weiterbildung, Veranstaltungen und Wissenstransfer.
Klar wurde, dass es ein Projekt für den Ostalbkreis und Ostwürttemberg ist, weniger eines für Oberkochen. Ziel ist es, eine der vom Bund im Rahmen der "Hightech Agenda Deutschland" definierten sechs Schlüsseltechnologien abzudecken. Unklar ist allerdings weiterhin, ob wirklich ein Nutzen besteht.
Lesen Sie hier: Fragen und Antworten zum "Zukunftsforum Oberkochen"
Der Betrieb soll über eine gemeinnützige GmbH organisiert werden. Parallel wurde ein Förderverein gegründet. Nach Angaben der Verwaltung sollen unter anderem ein Geschäftsführer, ein Veranstaltungsmanager, ein Innovationsmanager sowie weitere Beschäftigte das Zukunftsforum betreiben.

Auch zu den laufenden Kosten macht die Verwaltung in der Sitzungsvorlage detaillierte Angaben. Demnach rechnet die Stadt mit jährlichen Gesamtkosten von rund 1,14 Millionen Euro. Darin enthalten sind Abschreibungen, Personal- und Bewirtschaftungskosten – darüber hatte Bürgermeister Winter bereits Mitte Juni informiert. Der Ostalbkreis beteiligt sich bekanntlich in den ersten acht Betriebsjahren mit jährlich 100.000 Euro.
Zukunftsforum Oberkochen: Im Frühjahr 2029 soll die Eröffnung seinAuch beim Zeitplan gibt es detailliertere Angaben: Marcel Winter hatte jüngst von einer Fertigstellung im Kalenderjahr 2029 gesprochen. Jetzt ist klar: Avisiert wird eine Inbetriebnahme im Frühjahr 2029.
AfD fordert Bürgerentscheid zum ZukunftsforumDie AfD-Fraktion im Oberkochener Gemeinderat hat beantragt, einen Bürgerentscheid über das Zukunftsforum durchzuführen. Der Antrag soll in der Gemeinderatssitzung am 27. Juli beraten werden.
Fraktionssprecherin Susanne Mützel begründet den Vorstoß mit der kontroversen Diskussion in der Bevölkerung. Viele Bürgerinnen und Bürger würden Nutzen und Ausrichtung des Projekts kritisch sehen. Da das Zukunftsforum nun in die nächste Entscheidungsphase gehe, sei dies möglicherweise die letzte Gelegenheit, das Vorhaben noch zu stoppen.
Nach Ansicht der AfD soll die Bürgerschaft deshalb selbst über das Projekt entscheiden können. Ein Bürgerentscheid stärke die demokratische Mitbestimmung, schaffe Transparenz und erhöhe die Legitimation kommunaler Entscheidungen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Entscheidung fürs Zukunftsforum: Hoffen auf die Strahlkraft | 0 | 7.74 | 27-07-2026 |
| 2 | Zukunftsforum Oberkochen: Gemeinderat gibt grünes Licht für den Bau | 0 | 13.97 | 27-07-2026 |
| 3 | Zukunftsforum Oberkochen: Elf wichtige Punkte zum Millionenprojekt | 0 | 14.06 | 26-07-2026 |
| 4 | Zukunftsforum Oberkochen: Wer hat dafür, wer dagegen gestimmt | 0 | 10.4 | 28-07-2026 |
| 5 | „Das hätte auch ganz anders ausgehen können“: Zukunftsforum erhält grünes Licht | 0 | 8.21 | 28-07-2026 |
| 6 | Neue Details zum Zukunftsforum Oberkochen: Holzbau-Scout soll 2027 starten | 0 | 12.34 | 14-07-2026 |
| 7 | Zukunftsforum Oberkochen: Wie Landrat Bläse für das Millionenprojekt wirbt | 0 | 8.04 | 15-07-2026 |
| 8 | Oberkochen zwischen Jugendträumen, Parkplatzdruck und neuen Regeln im Rathaus | 0 | 8.62 | 17-07-2026 |
| 9 | Oberkochen: Heiße Diskussion um eine private Bauanfrage im Gewerbegebiet | 0 | 7.9 | 14-07-2026 |
| 10 | Skatepark, Open-Air-Kino, mehr Busse: Das wünschen sich Oberkochens Jugendliche | 0 | 16.64 | 04-07-2026 |